{"id":44316,"date":"2015-10-13T13:30:03","date_gmt":"2015-10-13T11:30:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=44316"},"modified":"2015-10-13T13:30:03","modified_gmt":"2015-10-13T11:30:03","slug":"schenkung-wann-der-mangel-der-form-geheilt-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/schenkung-wann-der-mangel-der-form-geheilt-ist\/","title":{"rendered":"Schenkung: Wann der Mangel der Form geheilt ist"},"content":{"rendered":"<p><b>Schenkung: Wann der Mangel der Form geheilt ist<\/b><\/p>\n<p><b>Wird eine Schenkung ohne Einhaltung der Form versprochen und erst nach dem Tod des Schenkenden vollzogen, gilt auch in diesem Fall durch die Bewirkung der versprochenen Leistung der Mangel der Form als geheilt.<\/b><\/p>\n<p><b>Hintergrund<\/b><\/p>\n<p>Der Vater (V) und die Mutter (M) des Sohnes (S) unterhielten ein Gemeinschaftskonto bei einer Bank. V verstarb am 25.11.2003. Alleinerbin war M. M hatte am 10.11.2003, also noch zu Lebzeiten des V, einen \u00dcberweisungsauftrag erstellt, das Guthaben des Gemeinschaftskontos auf ein Konto des S zu \u00fcberweisen. Die Gutschrift erfolgte allerdings erst nach dem Tod des V am 9.1.2004.<\/p>\n<p>Das Finanzamt ging davon aus, 1\/3 des Guthabens sei S bereits vor der \u00dcberweisung auf sein eigenes Konto zuzurechnen gewesen. Das restliche Guthaben habe ihm allein M mit der Gutschrift am 9.1.2004 zugewendet, da V zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war und sein Verm\u00f6gen, also auch dessen Anteil an dem Guthaben, bereits auf M \u00fcbergegangen sei. Ein wirksames Schenkungsversprechen der Eltern gegen\u00fcber S habe es bis dahin nicht gegeben.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht wies die Klage mit der Begr\u00fcndung ab, eine Schenkung von Kontoguthaben sei erst mit der Gutschrift auf dem Konto des Beschenkten und nicht bereits mit dem Ausf\u00fcllen und Absenden des \u00dcberweisungstr\u00e4gers ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><b>Entscheidung<\/b><\/p>\n<p>Der Bundesfinanzhof hob das Urteil des Finanzgerichts auf. Die Begr\u00fcndung: Zwar ist ein Schenkungsversprechen nur bei notarieller Beurkundung g\u00fcltig. Allerdings wird der Mangel der Form durch die Bewirkung der versprochenen Leistung geheilt. Der Heilung eines formnichtigen Schenkungsversprechens steht nicht entgegen, wenn die Leistung erst nach dem Tode des Schenkers aus dessen Verm\u00f6gen bewirkt wird. Insoweit ist von einer Zuwendung des verstorbenen Schenkers auszugehen. Dementsprechend ist auch der verstorbene Schenker (Erblasser) schenkungsteuerrechtlich Zuwendender, wenn er vor seinem Ableben ein formnichtiges Schenkungsversprechen abgegeben hat und dieses erst nach seinem Tod durch Bewirken der Leistung aus dem von ihm stammenden Verm\u00f6gen geheilt wird.<\/p>\n<p>V kann also seinen Teil des Guthabens dem S zugewendet haben, soweit die von M veranlasste Umbuchung des Guthabens auf einem dem S gegen\u00fcber m\u00fcndlich erkl\u00e4rten Schenkungsversprechen des V beruht und als Bewirken der von V versprochenen Leistung anzusehen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schenkung: Wann der Mangel der Form geheilt ist Wird eine Schenkung ohne Einhaltung der Form versprochen und erst nach dem Tod des Schenkenden vollzogen, gilt auch in diesem Fall durch die Bewirkung der versprochenen Leistung der Mangel der Form als geheilt. 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