{"id":44592,"date":"2015-12-07T10:22:05","date_gmt":"2015-12-07T08:22:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=44592"},"modified":"2015-12-07T10:22:05","modified_gmt":"2015-12-07T08:22:05","slug":"bfh-zur-buchfuehrungspflicht-einer-auslaendischen-immobilienkapitalgesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-zur-buchfuehrungspflicht-einer-auslaendischen-immobilienkapitalgesellschaft\/","title":{"rendered":"BFH zur Buchf\u00fchrungspflicht einer ausl\u00e4ndischen Immobilienkapitalgesellschaft"},"content":{"rendered":"<article>\n<p class=\"leitsatz\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Es ist ernstlich zweifelhaft, ob eine ausl\u00e4ndische Kapitalgesellschaft, die nach \u00a7 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f Satz 2 EStG 2009 i.V.m. \u00a7 2 Nr. 1 KStG 2002 mit ihren inl\u00e4ndischen Vermietungseink\u00fcnften beschr\u00e4nkt k\u00f6rperschaftsteuerpflichtig ist, zu den gewerblichen Unternehmern i.S. von \u00a7 141 AO geh\u00f6rt und deshalb nach dieser Vorschrift buchf\u00fchrungspflichtig ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde der Antragstellerin wird der Beschluss des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 16. Juli 2015\u00a0\u00a03 V 172\/12 aufgehoben und die Vollziehung der Mitteilung vom 1. September 2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5. Dezember 2011 ist bis zum Abschluss des finanzgerichtlichen Hauptsachverfahrens (Az.: 3 K 1521\/11) ausgesetzt.<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Antragsgegner zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tatbestand\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Antragstellerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Antragstellerin) ist eine Aktiengesellschaft liechtensteinischen Rechts mit Sitz in &#8230; Nach den Feststellungen der Vorinstanz hat sie im Inland keinen st\u00e4ndigen Vertreter und ist deshalb nur mit ihren aus der Vermietung des in M belegenen Grundst\u00fccks R erzielten Eink\u00fcnften beschr\u00e4nkt k\u00f6rperschaftsteuerpflichtig (\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes 2002 &#8211;KStG 2002&#8211;). Da die Antragstellerin f\u00fcr das Jahr 2010 aus der Vermietung dieses Grundst\u00fccks einen nach \u00a7\u00a049 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0f des Einkommensteuergesetzes 2009 (EStG 2009) i.V.m. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 KStG 2002 als gewerbliche Eink\u00fcnfte zu erfassenden Gewinn in H\u00f6he von 133.131,82\u00a0EUR erkl\u00e4rt hatte, erlie\u00df der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ihr gegen\u00fcber mit Bescheid vom 1.\u00a0September 2011 die Mitteilung nach \u00a7\u00a0141 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 der Abgabenordnung (AO) \u00fcber den Beginn der Buchf\u00fchrungspflicht f\u00fcr den Gewerbebetrieb &#8222;Vermietung und Verwaltung von Grundbesitz&#8220;. Der hiergegen erhobene Einspruch wurde vom FA mit Einspruchsentscheidung vom 5.\u00a0Dezember 2011 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen. \u00dcber die daraufhin erhobene Klage hat das Finanzgericht (FG) noch nicht entschieden. Auch der beim FA gestellte Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) blieb ohne Erfolg; der hiergegen gerichtete Einspruch wurde gleichfalls mit Einspruchsentscheidung vom 5.\u00a0Dezember 2011 zur\u00fcckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der gerichtliche Antrag nach \u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 der Finanzgerichtsordnung (FGO), die Vollziehung der Mitteilung \u00fcber den Beginn der Buchf\u00fchrungspflicht auszusetzen. Er wurde vom FG des Landes Sachsen-Anhalt mit Beschluss vom 16.\u00a0Juli\u00a02015\u00a0\u00a03\u00a0V\u00a0172\/12 abgewiesen. Hiergegen richtet sich die vom FG zugelassene Beschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p class=\"entschgruende\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr\u00fcndet. Der Beschluss der Vorinstanz ist aufzuheben und die Vollziehung der Mitteilung vom 1.\u00a0September 2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5.\u00a0Dezember 2011 ist bis zum Abschluss des finanzgerichtlichen Hauptsacheverfahrens (Az.: 3\u00a0K\u00a01521\/11) auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde gegen die Entscheidung des FG \u00fcber die AdV nach \u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 FGO ist statthaft, weil sie vom FG ausdr\u00fccklich zugelassen wurde (\u00a7\u00a0128 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 FGO). Auf die Schl\u00fcssigkeit des Beschwerdevortrags ist nicht einzugehen, da es einer Beschwerdebegr\u00fcndung der Antragstellerin nicht bedarf, wenn &#8211;wie vorliegend&#8211; ihr Begehren ohne Weiteres dem erstinstanzlichen Antrag entnommen werden kann und damit ausreichend erkennbar ist (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21.\u00a0Juli 2009 II\u00a0B\u00a08\/09, BFH\/NV 2009, 1845; Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0129 Rz\u00a06, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Der gerichtliche AdV-Antrag ist &#8211;wovon auch die Vorinstanz zu Recht ausgegangen ist&#8211; nach \u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 i.V.m. Abs.\u00a04 FGO zul\u00e4ssig. Die Mitteilung nach \u00a7\u00a0141 Abs.\u00a02 AO, durch die das FA auf die Verpflichtung hinweist, ab Beginn des n\u00e4chsten Wirtschaftsjahrs B\u00fccher zu f\u00fchren und aufgrund j\u00e4hrlicher Bestandsaufnahmen Abschl\u00fcsse zu machen, ist ein rechtsgestaltender Verwaltungsakt, dessen Vollziehung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a069 FGO ausgesetzt werden kann (so bereits BTDrucks VI\/1982, S.\u00a0124, rechte Spalte; BFH-Beschluss vom 6.\u00a0Dezember 1979 IV\u00a0B\u00a032\/79, BFHE 129, 300, BStBl II 1980, 427; Dr\u00fcen in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, \u00a7\u00a0141 AO Rz\u00a044; Gosch in Bermann\/Gosch, FGO \u00a7\u00a069 Rz\u00a041, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Ansicht des FG hat der Antrag auch in der Sache Erfolg, weil ernstliche Zweifel an der gegen\u00fcber der Antragstellerin ergangenen Mitteilung nach \u00a7\u00a0141 Abs.\u00a02 AO bestehen (\u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Halbsatz\u00a02 i.V.m. Abs.\u00a02 Satz\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Ernstliche Zweifel i.S. von \u00a7\u00a069 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 FGO liegen u.a. dann vor, wenn bei summarischer Pr\u00fcfung des angefochtenen Verwaltungsakts neben f\u00fcr seine Rechtm\u00e4\u00dfigkeit sprechenden Umst\u00e4nden gewichtige Gr\u00fcnde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen bewirken. Die AdV setzt nicht voraus, dass die gegen die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit sprechenden Gr\u00fcnde \u00fcberwiegen. Ist die Rechtslage nicht eindeutig, so ist im summarischen Verfahren nicht abschlie\u00dfend zu entscheiden, sondern im Regelfall die Vollziehung auszusetzen (st\u00e4ndige Rechtsprechung, Senatsbeschluss vom 18.\u00a0Dezember 2013 I\u00a0B\u00a085\/13, BFHE 244, 320, BStBl II 2014, 947, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Hiervon ist vorliegend auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Nach \u00a7\u00a0141 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO sind &#8222;gewerbliche Unternehmer&#8220;, f\u00fcr die sich die Buchf\u00fchrungspflicht nicht aus \u00a7\u00a0140 AO ergibt, u.a. dann verpflichtet, f\u00fcr diesen &#8222;Betrieb&#8220; B\u00fccher zu f\u00fchren und auf Grund j\u00e4hrlicher Bestandsaufnahmen Abschl\u00fcsse zu machen, wenn sie nach den Feststellungen der Finanzbeh\u00f6rde f\u00fcr den einzelnen Betrieb einen Gewinn aus &#8222;Gewerbebetrieb&#8220; von mehr als 50.000\u00a0EUR im Wirtschaftsjahr gehabt haben. Es unterliegt im vorgenannten Sinne ernstlichen Zweifeln, ob zu dem von \u00a7\u00a0141 AO angesprochenen Personenkreis auch die Antragstellerin geh\u00f6rt, die nach den bisherigen Feststellungen keine origin\u00e4re gewerbliche T\u00e4tigkeit entfaltet hat, aber als Aktiengesellschaft liechtensteinischen Rechts (vgl. zum sog. Typenvergleich z.B. BFH-Urteil vom 23.\u00a0Juni 1992 IX\u00a0R\u00a0182\/87, BFHE 168, 285, BStBl II 1992, 972) nach \u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 i.V.m. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 KStG 2002 und \u00a7\u00a049 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0f EStG 2009 beschr\u00e4nkt k\u00f6rperschaftsteuerpflichtig ist. W\u00e4hrend Satz\u00a01 der zuletzt genannten Bestimmung nicht nur das Erzielen von Vermietungs- oder Ver\u00e4u\u00dferungseink\u00fcnften (u.a.) aus inl\u00e4ndischen unbeweglichem Verm\u00f6gen (z.B. Grundst\u00fccken), sondern dar\u00fcber hinaus auch die Gewerblichkeit dieser Eink\u00fcnfte i.S. von \u00a7\u00a015 EStG erfordert (BRDrucks 612\/93, S.\u00a066; Gosch in Kirchhof, EStG, 14.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a049 Rz\u00a043, m.w.N.), dehnt \u00a7\u00a049 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0f Satz\u00a02 EStG 2009 den Tatbestand der &#8222;Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb&#8220; im Wege der Fiktion auf lediglich verm\u00f6gensverwaltend t\u00e4tige ausl\u00e4ndische Kapitalgesellschaften aus (BRDrucks, a.a.O., S.\u00a066); die Gewerblichkeit wird m.a.W. kraft Rechtsform fingiert (BTDrucks 12\/6078, S.\u00a0125 und 16\/10189, S.\u00a058). Hieraus ergibt sich zwar, dass auch diese gewerblich fingierten Eink\u00fcnfte nach den allgemeinen Vorschriften der \u00a7\u00a7\u00a04\u00a0ff. EStG \u00fcber die Bestimmung des Gewinns zu ermitteln sind (Senatsurteil vom 5.\u00a0Juni 2002 I\u00a0R\u00a081\/00, BFHE 199, 300, BStBl II 2004, 344 zu \u00a7\u00a049 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0f Satz\u00a02 EStG 1990\/1994); auch mag es zutreffen, dass dieser Einkunftsermittlung ein inl\u00e4ndisches gewerbliches Betriebsverm\u00f6gen zugrunde liegt (vgl. zum Streitstand Gosch in Kirchhof, a.a.O., \u00a7\u00a049 Rz\u00a047). Gleichwohl ist zweifelhaft, ob durch die aufgezeigten Regelungszusammenh\u00e4nge eine Buchf\u00fchrungspflicht nach \u00a7\u00a0141 AO begr\u00fcndet wird, da letztere Vorschrift &#8211;wie eingangs erw\u00e4hnt&#8211; tatbestandlich an das Vorliegen eines tats\u00e4chlichen &#8222;(Gewerbe-)Betriebs&#8220; sowie in personeller Hinsicht an die Einkunftserzielung durch einen &#8222;gewerblichen Unternehmer&#8220; ankn\u00fcpft und nach der Rechtsprechung des Senats hierdurch auf die Gewerblichkeit i.S. von \u00a7\u00a015 Abs.\u00a02 EStG Bezug genommen wird (Senatsurteil vom 21.\u00a0Januar 1998 I\u00a0R\u00a03\/96, BFHE 185, 262, BStBl II 1998, 468; vgl. auch M\u00e4rtens in Beermann\/Gosch, AO \u00a7\u00a0141 Rz\u00a011, m.w.N.: \u00a7\u00a015 Abs.\u00a02 und 3). Demgem\u00e4\u00df muss es der Entscheidung im Hauptsacheverfahren vorbehalten bleiben, ob der Tatbestand des \u00a7\u00a0141 AO auch f\u00fcr die in \u00a7\u00a049 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0f Satz\u00a02 EStG 2009 genannte Fiktion ge\u00f6ffnet werden kann und insbesondere der Zweck dieser Vorschrift eine solche Auslegung erfordert (vgl. zum Begriff des wirtschaftlichen Gesch\u00e4ftsbetriebs in \u00a7\u00a014 AO Senatsurteil vom 25.\u00a0Mai 2011 I\u00a0R\u00a060\/10, BFHE 234, 59, BStBl II 2011, 858). Erw\u00e4gungen hierzu er\u00fcbrigen sich nicht deshalb, weil sich nach der Rechtsprechung des Senats die Buchf\u00fchrungspflichten des \u00a7\u00a0141 AO ausschlie\u00dflich auf die im Inland steuerbaren Eink\u00fcnfte beziehen (Urteil vom 17.\u00a0Dezember 1997 I\u00a0R\u00a095\/96, BFHE 185, 16, BStBl II 1998, 260). Dies steht auch vorliegend nicht im Streit, gibt jedoch keine Antwort auf die weitergehende &#8211;und vorliegend streitige&#8211; Frage danach, ob die steuerbaren inl\u00e4ndischen Eink\u00fcnfte der Antragstellerin im Wege der \u00dcberschussrechnung oder &#8211;gest\u00fctzt auf die Regelungen des \u00a7\u00a0141 AO&#8211; durch einen Betriebsverm\u00f6gensvergleich zu ermitteln sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Ernstliche Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der angefochtenen Mitteilung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0141 AO bestehen ferner insoweit, als die zuletzt genannte Bestimmung eine origin\u00e4re steuerrechtliche Buchf\u00fchrungspflicht begr\u00fcndet und ihr gegen\u00fcber den in \u00a7\u00a0140 AO angesprochenen (d.h. aus anderen als den Steuergesetzen sich ergebenden) Buch- und Aufzeichnungspflichten nur subsidi\u00e4re Bedeutung zukommt. Da demnach \u00a7\u00a0141 AO nur den \u00fcber \u00a7\u00a0140 AO hinausgehenden Kreis von Buchf\u00fchrungspflichtigen erfasst (so ausdr\u00fccklich BTDrucks VI\/1982, S.\u00a0124; s. auch BTDrucks 7\/79, S.\u00a093) und der Senat mit Urteil vom 25.\u00a0Juni 2014 I\u00a0R\u00a024\/13 (BFHE 246, 404, BStBl II 2015, 141) ausdr\u00fccklich offengelassen hat, ob ausl\u00e4ndische Buchf\u00fchrungspflichten nach \u00a7\u00a0140 AO materiell-rechtlich die Art der Gewinnermittlung nach deutschem Ertragsteuerrecht bestimmen, h\u00e4tte es &#8211;was im Hauptsacheverfahren nachzuholen sein wird&#8211; der Aufkl\u00e4rung bedurft, ob die Antragstellerin nach liechtensteinischem Recht B\u00fccher zu f\u00fchren hatte. Der Senat hat mit dem zuletzt genannten Urteil des Weiteren erkannt, dass eine ausl\u00e4ndische Buchf\u00fchrungspflicht ebenso wie eine tats\u00e4chliche (freiwillige) Buchf\u00fchrung jedenfalls das Wahlrecht zur \u00dcberschussrechnung nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a03 EStG ausschlie\u00dft. Angesichts dessen wird im Hauptsacheverfahren ggf. auch unter diesem Blickwinkel dar\u00fcber zu entscheiden sein, ob angesichts dieser materiell-rechtlichen Beurteilung und der hiermit verbundenen bilanziellen Gewinnermittlung noch Raum f\u00fcr die Begr\u00fcndung einer Buchf\u00fchrungspflicht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0141 AO besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Die Antragstellerin ist durch den Bescheid vom 1.\u00a0September 2011 (Mitteilung nach \u00a7\u00a0141 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 AO) selbst dann beschwert, wenn man ihre Bilanzierungspflicht nach liechtensteinischem Recht bejaht. Dies ergibt sich bereits daraus, dass eine auf \u00a7\u00a0141 AO gest\u00fctzte Buchf\u00fchrungspflicht nicht allein durch ein Unterschreiten der Grenzwerte des \u00a7\u00a0141 Abs.\u00a01 AO, sondern erst nach einer entsprechenden Feststellung der Finanzbeh\u00f6rden mit Ablauf des darauf folgenden Wirtschaftsjahrs endet (\u00a7\u00a0141 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 AO; dazu M\u00e4rtens, a.a.O., \u00a7\u00a0141 Rz\u00a045).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>BFH, Beschluss I B 93\/15 vom 15.10.2015<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leits\u00e4tze Es ist ernstlich zweifelhaft, ob eine ausl\u00e4ndische Kapitalgesellschaft, die nach \u00a7 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f Satz 2 EStG 2009 i.V.m. \u00a7 2 Nr. 1 KStG 2002 mit ihren inl\u00e4ndischen Vermietungseink\u00fcnften beschr\u00e4nkt k\u00f6rperschaftsteuerpflichtig ist, zu den gewerblichen Unternehmern i.S. von \u00a7 141 AO geh\u00f6rt und deshalb nach dieser Vorschrift buchf\u00fchrungspflichtig ist. 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