{"id":44601,"date":"2015-12-07T18:52:20","date_gmt":"2015-12-07T16:52:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=44601"},"modified":"2015-12-07T18:52:20","modified_gmt":"2015-12-07T16:52:20","slug":"bfh-zur-steuererstattung-nach-insolvenzeroeffnung-befreiende-wirkung-der-zahlung-trotz-falschen-zahlungsempfaengers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-zur-steuererstattung-nach-insolvenzeroeffnung-befreiende-wirkung-der-zahlung-trotz-falschen-zahlungsempfaengers\/","title":{"rendered":"BFH zur Steuererstattung nach Insolvenzer\u00f6ffnung: Befreiende Wirkung der Zahlung trotz falschen Zahlungsempf\u00e4ngers"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Mit Urteil vom 18. August 2015 VII R 24\/13 hat der VII. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) dar\u00fcber entschieden, welche Folgen es hat, wenn nur das ehemals \u00f6rtlich zust\u00e4ndige Finanzamt (FA) Kenntnis von der Er\u00f6ffnung eines Insolvenzverfahrens \u00fcber das Verm\u00f6gen des Steuerpflichtigen hat und das aktuell zust\u00e4ndige FA deshalb eine Steuererstattung nicht auf das Konto des nach \u00a7 80 Abs. 1 der Insolvenzordnung (InsO) empfangsberechtigten Insolvenzverwalters, sondern auf das Konto des Insolvenzschuldners leistet.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Im Streitfall war das FA unter Berufung auf \u00a7 82 InsO trotzdem von der befreienden Wirkung seiner Zahlung an den Insolvenzschuldner ausgegangen, da es sich die Kenntnis der ehemals \u00f6rtlich zust\u00e4ndigen Finanzbeh\u00f6rde von der Insolvenzer\u00f6ffnung nicht zurechnen lassen m\u00fcsse. Das Finanzgericht hatte die hiergegen gerichtete Klage des Insolvenzverwalters abgewiesen.<\/p>\n<p>Der VII. Senat des BFH hat nun die Revision gegen dieses Urteil als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen, da es jedenfalls im Ergebnis richtig sei. Zwar trete die befreiende Wirkung der Zahlung gem\u00e4\u00df \u00a7 82 InsO nur dann ein, wenn der Leistende keine positive Kenntnis von der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens gehabt habe. Ob bzw. unter welchen Voraussetzungen die positive Kenntnis des ehemals \u00f6rtlich zust\u00e4ndigen FA von der Insolvenzer\u00f6ffnung dem aktuell zust\u00e4ndigen FA zugerechnet werden k\u00f6nne, musste der BFH im Streitfall aber nicht entscheiden. Denn nach Auffassung des VII. Senats kann sich der Insolvenzverwalter jedenfalls dann nicht auf eine Zurechnung der Kenntnis des ehemals \u00f6rtlich zust\u00e4ndigen FA berufen, wenn er selbst seine steuerlichen Mitwirkungspflichten verletzt hat. Diese Voraussetzung sei im Streitfall erf\u00fcllt, da der Insolvenzverwalter entweder von dem Wohnsitzwechsel des Insolvenzschuldners gewusst habe, ohne das FA \u00fcber die Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens zu informieren, oder keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen habe, den Wohnsitz des Insolvenzschuldners nachzuverfolgen. Dar\u00fcber hinaus habe der Insolvenzverwalter \u00fcber mehrere Jahre weder die erforderlichen Einkommensteuererkl\u00e4rungen abgegeben noch den Finanzbeh\u00f6rden die Besteuerungsgrundlagen mitgeteilt.<\/p>\n<\/article>\n<article>BFH, Pressemitteilung Nr. 81\/15 vom 02.12.2015 zum Urteil VII R 24\/13 vom 18.08.2015<\/p>\n<\/article>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 18. August 2015 VII R 24\/13 hat der VII. 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