{"id":44834,"date":"2016-01-14T11:44:26","date_gmt":"2016-01-14T09:44:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=44834"},"modified":"2016-01-14T11:45:23","modified_gmt":"2016-01-14T09:45:23","slug":"44834","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/44834\/","title":{"rendered":"Abgabenordnung: BFH zur Erstattung unionsrechtlicher Abgaben: Verzinsung ab dem Zeitpunkt ihrer Zahlung"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Der VII. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Urteil vom 22. September 2015 VII R 32\/14 entschieden, dass unionsrechtliche Abgaben, soweit sie zu Unrecht erhoben wurden und dem Abgabepflichtigen deshalb zu erstatten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Zahlung durch den Abgabepflichtigen zu verzinsen sind.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin des Streitfalls ist ein Zucker erzeugendes Unternehmen, das f\u00fcr mehrere Wirtschaftsjahre eine auf Unionsrecht beruhende marktordnungsrechtliche Produktionsabgabe zu zahlen hatte. Die der Abgabenerhebung zugrundeliegende unionsrechtliche Verordnung zur Festsetzung der Produktionsabgaben im Zuckersektor wurde sp\u00e4ter vom Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt, weil die Methode der Abgabenberechnung zu einer \u00fcberh\u00f6hten Belastung der Zuckererzeuger gef\u00fchrt hat. Der Rat der EU trug diesem EuGH-Urteil Rechnung und erlie\u00df eine neue Verordnung, die zu einer f\u00fcr die Kl\u00e4gerin geringeren Produktionsabgabe f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Das beklagte Hauptzollamt erstattete daraufhin der Kl\u00e4gerin den zu viel entrichteten Abgabenbetrag und berechnete ab Rechtsh\u00e4ngigkeit, d. h. ab dem Zeitpunkt der Klageerhebung, Zinsen auf diesen Erstattungsbetrag. Die Kl\u00e4gerin verlangte hingegen, Zinsen bereits von dem Tag an zu berechnen, an dem sie die Produktionsabgabe entrichtet hatte.<\/p>\n<p>Das im Streitfall hinsichtlich der Frage der Verzinsung anzuwendende nationale Recht, n\u00e4mlich die Abgabenordnung, sieht f\u00fcr den Fall, dass Abgaben aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung zu erstatten sind, vor, dass der Erstattungsbetrag vom Tag der Rechtsh\u00e4ngigkeit an zu verzinsen ist. Allerdings hat der EuGH in einem Urteil vom 18. April 2013 entschieden, das nationale Recht d\u00fcrfe nicht dazu f\u00fchren, dass dem Abgabepflichtigen eine angemessene Entsch\u00e4digung f\u00fcr diejenigen Einbu\u00dfen vorenthalten werde, die er durch eine zu Unrecht gezahlte unionsrechtliche Abgabe erlitten habe. Zinsen auf Erstattungsbetr\u00e4ge m\u00fcssten deshalb f\u00fcr den Zeitraum berechnet werden, in welchem die Mittel dem Abgabepflichtigen nicht zur Verf\u00fcgung gestanden h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Der BFH hat keinen Grund gesehen, im Streitfall von dieser EuGH-Rechtsprechung abzuweichen. F\u00fcr den Fall, dass die Finanzbeh\u00f6rden aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung Abgaben zu erstatten haben, wird daher f\u00fcr die Berechnung der Zinsen auf den Erstattungsbetrag k\u00fcnftig zwischen unionsrechtlichen und nationalen Abgaben zu unterscheiden sein.<\/p>\n<div class=\"clearfix\">\n<article>\n<div id=\"vorspann\">\n<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 2\/16 vom 13.01.2016 zum Urteil VII R 32\/14 vom 22.09.2015<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<article><\/article>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\">\n<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.9.2015, VII R 32\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruch auf Verzinsung des Erstattungsbetrags ab Zahlung einer unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe<\/p>\n<p class=\"leitsatz\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Abgaben, die auf der Grundlage einer f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rten Unionsverordnung erhoben wurden, sind ab dem Zeitpunkt der Zahlung der unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe zu verzinsen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Soweit die Beteiligten den Rechtsstreit \u00fcber die Abgabenfestsetzung f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2004\/2005 \u00fcbereinstimmend in der Hauptsache f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt haben, wird das Verfahren eingestellt.<\/p>\n<p>Auf die Revision des Hauptzollamts wird das Urteil des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf vom 9. Januar 2013\u00a0\u00a04 K 189\/10 VZr dahin ge\u00e4ndert, dass die Klage gegen den Abgabenbescheid f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 in Gestalt des \u00c4nderungsbescheids vom 24. M\u00e4rz 2014 abgewiesen wird.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen wird die Revision des Hauptzollamts als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p>Die Kosten des finanzgerichtlichen Verfahrens tragen die Kl\u00e4gerin und das Hauptzollamt je zur H\u00e4lfte, die Kosten des Revisionsverfahrens tragen die Kl\u00e4gerin zu 30 % und das Hauptzollamt zu 70 %.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tatbestand\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) ist ein Zucker erzeugendes Unternehmen und war als solches gem\u00e4\u00df der Verordnung (EG) Nr.\u00a01260\/2001 (VO Nr.\u00a01260\/2001) des Rates vom 19.\u00a0Juni 2001 \u00fcber die gemeinsame Marktorganisation f\u00fcr Zucker (sog. Grundverordnung, Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften Nr.\u00a0L\u00a0178\/1) f\u00fcr die streitgegenst\u00e4ndlichen Wirtschaftsjahre 2002\/2003 und 2004\/2005 verpflichtet, Produktionsabgaben zu zahlen; diese wurden als Eigenmittel an die Europ\u00e4ische Kommission abgef\u00fchrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Bescheiden vom 29.\u00a0Dezember 2009 setzte der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) auf der Grundlage der sich zuletzt aus der Verordnung (EG) Nr.\u00a01193\/2009 (VO Nr.\u00a01193\/2009) der Kommission vom 3.\u00a0November 2009 zur Berichtigung der Verordnungen (EG) Nr.\u00a01762\/2003, (EG) Nr.\u00a01775\/2004, (EG) Nr.\u00a01686\/2005 und (EG) Nr.\u00a0164\/2007 sowie zur Festsetzung der Produktionsabgaben im Zuckersektor f\u00fcr die Wirtschaftsjahre 2002\/2003, 2003\/2004, 2004\/2005 und 2005\/2006 (Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.\u00a0L\u00a0321\/1) ergebenden Abgabens\u00e4tze gegen die Kl\u00e4gerin eine B-Abgabe in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 und eine Erg\u00e4nzungsabgabe in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2004\/2005 fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das gegen die Bescheide nach erfolglosen Einspr\u00fcchen gerichtete Klageverfahren wurde zun\u00e4chst mit Beschluss vom 22.\u00a0Februar 2010 ausgesetzt und der Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) um eine Vorabentscheidung zu der Frage ersucht, ob die VO Nr.\u00a01193\/2009 g\u00fcltig ist (Vorabentscheidungsersuchen in der Rechtssache C-113\/10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Urteil J\u00fclich II vom 27.\u00a0September 2012 in den verbundenen Rechtssachen C-113\/10, C-147\/10 und C-234\/10 (EU:C:2012:591, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2012, 1210) erkl\u00e4rte der EuGH die VO Nr.\u00a01193\/2009 in ihrer Gesamtheit f\u00fcr nichtig. Der Gerichtshof urteilte, die Europ\u00e4ische Kommission habe die gem\u00e4\u00df der VO Nr.\u00a01260\/2001 zu entrichtenden Abgaben in den betreffenden Jahren falsch berechnet und die Methode, nach der die Abgaben festgesetzt worden waren, habe zu einer \u00fcberh\u00f6hten Belastung der Zuckererzeuger gef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus entschied der EuGH, dass Rechtssuchende wegen der Ung\u00fcltigkeit der VO Nr.\u00a01193\/2009 einerseits Anspruch auf Erstattung der zu Unrecht erhobenen Produktionsabgaben und andererseits Anspruch auf Zahlung der auf diese Betr\u00e4ge anfallenden Zinsen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hob daraufhin den Bescheid des HZA f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 insoweit auf, als die festgesetzte B-Abgabe mehr als &#8230;\u00a0EUR betrug; den Bescheid f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2004\/2005 hob das FG insoweit auf, als die Erg\u00e4nzungsabgabe auf mehr als &#8230;\u00a0EUR festgesetzt worden war. Dar\u00fcber hinaus sprach das FG der Kl\u00e4gerin Zinsen auf den zu erstattenden Betrag in H\u00f6he von 0,5\u00a0% pro Monat ab dem Zeitpunkt der \u00dcberzahlung der geschuldeten Abgaben bis zum Eintritt der Rechtsh\u00e4ngigkeit zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG entschied, die Tatbestandsvoraussetzungen des \u00a7\u00a074 der Finanzgerichtsordnung (FGO) f\u00fcr eine Aussetzung des Verfahrens bis zum Inkrafttreten einer unionsweit einheitlichen Regelung der Produktionsabgaben durch die Europ\u00e4ische Kommission seien nicht gegeben. Der EuGH habe der Europ\u00e4ischen Kommission in seinem Urteil nicht aufgegeben, die anzuwendenden Zuckerabgabens\u00e4tze neu zu regeln und aus der Verpflichtung gem\u00e4\u00df Art.\u00a0266 des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union ergebe sich ebenfalls keine Pflicht des erkennenden Gerichts, eine entsprechende Entscheidung der Europ\u00e4ischen Kommission abzuwarten. Die Gefahr von Anlastungen f\u00fcr den Bundeshaushalt k\u00f6nne &#8211;auch angesichts der Unsicherheiten \u00fcber das Ob und gegebenenfalls das Wann der Entscheidung der Europ\u00e4ischen Kommission&#8211; nicht zu einer Verz\u00f6gerung der Festsetzung des Erstattungsanspruchs der Kl\u00e4gerin f\u00fchren; nach Abw\u00e4gung der beiderseitigen Interessen sei der Kl\u00e4gerin ein weiteres Abwarten nicht zuzumuten. Den in den angefochtenen Bescheiden festgesetzten Abgaben fehle die Rechtsgrundlage; einer Herabsetzung der Abgabenbetr\u00e4ge unter Zugrundelegung des Berechnungsvorschlags der Schwedischen Ratspr\u00e4sidentschaft aus dem Jahr 2009 stehe daher nichts entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Zinsanspruch der Kl\u00e4gerin ergebe sich nach dem EuGH-Urteil J\u00fclich II (EU:C:2012:591, HFR 2012, 1210) unmittelbar aus Unionsrecht; die H\u00f6he des Zinssatzes betrage gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a012 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 des Gesetzes zur Durchf\u00fchrung der gemeinsamen Marktorganisationen und Direktzahlungen (MOG) i.V.m. \u00a7\u00a0238 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 der Abgabenordnung (AO) 0,5\u00a0% f\u00fcr jeden vollen Monat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit \u00c4nderungsbescheid (\u00a7\u00a068\u00a0FGO) vom 24.\u00a0M\u00e4rz 2014 setzte das HZA die B-Abgabe f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 gem\u00e4\u00df der zwischenzeitlich erlassenen Verordnung (EU) Nr.\u00a01360\/2013 (VO\u00a0Nr.\u00a01360\/2013) des Rates vom 2.\u00a0Dezember 2013 zur Festsetzung der Produktionsabgaben im Zuckersektor f\u00fcr die Wirtschaftsjahre 2001\/2002, 2002\/2003, 2003\/2004, 2004\/2005 und 2005\/2006, des Koeffizienten f\u00fcr die Berechnung der Erg\u00e4nzungsabgabe f\u00fcr die Wirtschaftsjahre 2001\/2002 und 2004\/2005 und der Betr\u00e4ge, die die Zuckerhersteller den Zuckerr\u00fcbenverk\u00e4ufern f\u00fcr die Differenz zwischen dem H\u00f6chstbetrag der Abgaben und dem Betrag dieser f\u00fcr die Wirtschaftsjahre 2002\/2003, 2003\/2004 und 2005\/2006 zu erhebenden Abgaben zu zahlen haben (ABlEU Nr.\u00a0L 343\/2) auf x\u00a0EUR fest. Hinsichtlich der f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2004\/2005 zu zahlenden Erg\u00e4nzungsabgabe wurde das Verfahren durch \u00fcbereinstimmende Erledigungserkl\u00e4rungen der Beteiligten beendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision betreffend den verbliebenen Teil der Klage macht das HZA geltend, mit der am 19.\u00a0Dezember 2013 (richtig: 20.\u00a0Dezember 2013) in Kraft getretenen VO Nr.\u00a01360\/2013 sei der Berechnung der allein streitig verbleibenden H\u00f6he der B-Abgabe f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 eine neue Rechtslage zugrunde zu legen, die von der Berechnungsgrundlage des FG-Urteils abweiche und zu dem festgesetzten Betrag f\u00fchre. Au\u00dferdem h\u00e4tte das FG das Verfahren analog \u00a7\u00a074\u00a0FGO bis zum Erlass der VO Nr.\u00a01360\/2013 aussetzen m\u00fcssen und sei nicht berechtigt gewesen, eine eigene, vorgreifende Entscheidung zu treffen. Schlie\u00dflich habe das FG gegen \u00a7\u00a0233 AO versto\u00dfen, indem es der Kl\u00e4gerin einen erg\u00e4nzenden Anspruch auf Zinsen ab \u00dcberzahlung der Abgaben zugesprochen habe. \u00a7\u00a0236\u00a0AO, wonach zu erstattende Betr\u00e4ge lediglich vom Tag der Rechtsh\u00e4ngigkeit an zu verzinsen seien, gen\u00fcge den Vorgaben des Unionsrechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin tr\u00e4gt vor:Der streitig verbliebene Abgabenbescheid f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 regele eine Abgabenlast, die mit Erlass der VO\u00a0Nr.\u00a01360\/2013 nun teilweise dem Wirtschaftsjahr 2001\/2002 zugerechnet werde, obwohl f\u00fcr diesen Zeitraum bereits ein bestandskr\u00e4ftiger Bescheid ergangen sei. Die im Wirtschaftsjahr 2002\/2003 im Wege des Verlustvortrags \u00fcberh\u00f6ht festgesetzten Abgaben f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 k\u00f6nnten jedoch nicht r\u00fcckwirkend von der gebotenen Korrektur ausgeschlossen werden, da dies in jenen F\u00e4llen zu einer Rechtsschutzl\u00fccke f\u00fchrte, in denen der Bescheid f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 nicht mehr \u00e4nderbar ist und der Betroffene deshalb keine M\u00f6glichkeit der Erstattung der \u00fcberzahlten Betr\u00e4ge mehr habe. Bez\u00fcglich eines Anspruchs auf Zinszahlung ab \u00dcberzahlung der Abgaben macht die Kl\u00e4gerin geltend, der EuGH habe mit seinem Urteil Irimie vom 18.\u00a0April 2013 C-565\/11 (EU:C:2013:250, HFR 2013, 659) die Vorgaben des Effektivit\u00e4tsprinzips dahin konkretisiert, dass die Verzinsung eines Erstattungsbetrags ab Zahlung einer unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe zwingend sei. Diese Rechtsprechung sei nicht auf von den Mitgliedstaaten unionsrechtswidrig erhobene Abgaben begrenzt. Neben dem unmittelbar aus Unionsrecht erwachsenden Erstattungsanspruch greife also ein Zinsanspruch aus \u00a7\u00a012 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 MOG i.V.m. einer europarechtskonformen Anwendung des \u00a7\u00a0233a bzw. \u00a7\u00a0236 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p class=\"entschgruende\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Soweit der Rechtsstreit in der Hauptsache f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt worden ist, ist das Verfahren einzustellen. Das FG-Urteil ist insoweit gegenstandslos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Revision des HZA betreffend den verbliebenen Teil der Klage ist zum Teil begr\u00fcndet (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01\u00a0FGO). Das FG-Urteil ist dahin zu \u00e4ndern, dass die Klage gegen den Abgabenbescheid f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 in Gestalt des \u00c4nderungsbescheids vom 24.\u00a0M\u00e4rz 2014 abzuweisen ist (1.). Im \u00dcbrigen ist die Revision des HZA unbegr\u00fcndet und deshalb zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 FGO). Das FG hat insoweit zu Recht Zinsen f\u00fcr den Erstattungsbetrag ab dem Zeitpunkt der \u00dcberzahlung der Abgaben gew\u00e4hrt (2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Der \u00c4nderungsbescheid vom 24.\u00a0M\u00e4rz 2014 ist rechtm\u00e4\u00dfig. Die B-Abgabe f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 betr\u00e4gt x\u00a0EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Mit \u00c4nderungsbescheid vom 24.\u00a0M\u00e4rz 2014 hat das HZA die B-Abgabe f\u00fcr das streitige Wirtschaftsjahr 2002\/2003 auf der Grundlage der aktuell g\u00fcltigen VO Nr.\u00a01360\/2013 neu festgesetzt. Dabei hat es gem\u00e4\u00df Art.\u00a01 Abs.\u00a01 i.V.m. Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0b des Anhangs zu VO Nr.\u00a01360\/2013 den Abgabensatz je Tonne Wei\u00dfzucker in H\u00f6he von 103,447\u00a0EUR (=\u00a010,3447\u00a0EUR\/dt) zugrunde gelegt. Die ma\u00dfgebliche auch den Berechnungen der Kl\u00e4gerin zugrunde liegende Zuckermenge f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 betr\u00e4gt &#8230;\u00a0dt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Sollte &#8211;wie von der Kl\u00e4gerin geltend gemacht&#8211; im urspr\u00fcnglich (zuletzt mit Bescheid vom 29.\u00a0Dezember 2009) festgesetzten Abgabenbetrag f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 eine &#8222;im Wege des Verlustvortrags&#8220; nacherhobene Abgabe f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 enthalten sein, so ist der \u00fcberschie\u00dfende Betrag als in der zu erstattenden Differenz zwischen dem absoluten urspr\u00fcnglich im Wirtschaftsjahr 2002\/2003 <strong>erhobenen<\/strong>B-Abgabenbetrag und dem f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 nach der VO Nr.\u00a01360\/2013 neu <strong>festgesetzten<\/strong> B-Abgabenbetrag enthalten anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Wie die Kl\u00e4gerin selbst &#8211;zumindest zun\u00e4chst&#8211; feststellt, gr\u00fcndete die erste ihr gegen\u00fcber erfolgte Abgabenfestsetzung f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 auf der korrekten Berechnungsmethode f\u00fcr die Produktionsabgabe und blieb deshalb unangetastet bestehen. Die sp\u00e4tere &#8222;periodenfremde&#8220; Korrektur, die die Kommission im Wege der nachtr\u00e4glich f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rten Verordnung (EG) Nr.\u00a01762\/2003 der Kommission vom 7.\u00a0Oktober 2003 zur Festsetzung der Produktionsabgaben im Zuckersektor f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 (ABlEU Nr.\u00a0L 254\/4) f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 vorgenommen hat, wirkte sich demnach ausschlie\u00dflich durch eine zus\u00e4tzliche Abgabenlast im Rahmen des Abgabenbescheids f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 aus. Die von der Kommission zur Neuberechnung der Produktionsabgabe erlassene VO Nr.\u00a01193\/2009 \u00e4nderte an dieser Ber\u00fccksichtigung der zus\u00e4tzlichen Abgabenlast f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 im Rahmen des Abgabenbescheids f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 nichts. Wird nunmehr die Abgabenlast f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 gem\u00e4\u00df der aktuellen VO Nr.\u00a01360\/2013 korrekt festgesetzt und der \u00fcber den dadurch ermittelten Abgabenbetrag f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 geleistete absolute Mehrbetrag der Kl\u00e4gerin erstattet, so muss in dieser Erstattung auch eine etwaige &#8222;periodenfremd&#8220; in diesem Wirtschaftsjahr erhobene zus\u00e4tzliche Abgabenlast enthalten sein, die die Kommission durch einen &#8222;Verlustvortrag&#8220; vom Wirtschaftsjahr 2001\/2002 in das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 eingerechnet hat. Die Mehrbelastung der Kl\u00e4gerin durch die jeweils ung\u00fcltige Ber\u00fccksichtigung einer Abgabennacherhebung f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 wird also in demselben Wirtschaftsjahr r\u00fcckabgewickelt, in dem sie auferlegt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Selbst wenn aber die zuviel erhobenen Abgaben, die vorher allein auf das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 entfielen, nach der VO Nr.\u00a01360\/2013 nun buchungsm\u00e4\u00dfig auf zwei Jahre aufgeteilt und nach \u00c4nderung der Abgabenbescheide sowohl f\u00fcr das &#8211;auch dem urspr\u00fcnglichen Vorbringen der Kl\u00e4gerin&#8211; korrekt berechnete Wirtschaftsjahr 2001\/2002 als auch das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 getrennt f\u00fcr die beiden Wirtschaftsjahre erstattet werden, ist Gegenstand des Verfahrens weiterhin ausschlie\u00dflich der Abgabenbescheid f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2002\/2003. Der darin urspr\u00fcnglich festgesetzte B-Abgabenbetrag ist mit \u00c4nderungsbescheid vom 24.\u00a0M\u00e4rz 2014 auf der Grundlage der g\u00fcltigen VO Nr.\u00a01360\/2013 auf die korrekte H\u00f6he ge\u00e4ndert worden. Diesen Betrag zweifelt auch die Kl\u00e4gerin nicht an. Die Abgabenfestsetzung f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 steht dagegen nicht in Streit. Ob f\u00fcr dieses Wirtschaftsjahr der Abgabenbescheid noch ge\u00e4ndert werden kann, ist im vorliegenden Fall nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Zinsen f\u00fcr die zu erstattenden Betr\u00e4ge sind entsprechend dem FG-Urteil ab dem Zeitpunkt der \u00dcberzahlung der Abgaben zu leisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) In seinem Urteil J\u00fclich II (EU:C:2012:591, HFR 2012, 1210, Rz\u00a066) hat der EuGH unter Verweis auf seine insoweit st\u00e4ndige Rechtsprechung (vgl. Urteil Metallgesellschaft vom 8.\u00a0M\u00e4rz 2001 C-397\/98 und C-410\/98, EU:C:2001:134, HFR 2001, 628, Rz\u00a084\u00a0ff., und Urteil Littlewoods Retail u.a. vom 19.\u00a0Juli 2012 C-591\/10, EU:C:2012:478, HFR 2012, 1018, Rz\u00a024\u00a0ff.) bekr\u00e4ftigt, dass sich im Fall von Steuerbetr\u00e4gen, die unter Versto\u00df gegen Vorschriften des Unionsrechts erhoben worden sind, ein Anspruch auf Erstattung der erhobenen Betr\u00e4ge zuz\u00fcglich Zinsen unmittelbar aus dem Unionsrecht ergibt. Diesem Grundsatz folgend haben Rechtssuchende, die einen Anspruch auf die Erstattung von Betr\u00e4gen haben, die aufgrund einer ung\u00fcltigen Verordnung zu Unrecht gezahlt wurden, auch Anspruch auf Zahlung der entsprechenden Zinsen (Urteil J\u00fclich II, EU:C:2012:591, HFR 2012, 1210, Rz\u00a067, 69).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die Konkretisierung des Begriffs &#8222;entsprechende&#8220; Zinsen stellt der EuGH in diesem Urteil (EU:C:2012:591, HFR 2012, 1210, Rz\u00a060, 61) lediglich fest, dass es Sache der nationalen Stellen und insbesondere der nationalen Gerichte ist, in F\u00e4llen der Erstattung von Abgaben, die auf der Grundlage f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rter Unionsverordnungen zu Unrecht erhoben wurden, alle mit dieser Erstattung zusammenh\u00e4ngenden Nebenfragen, wie etwa die der Zahlung von Zinsen, gem\u00e4\u00df ihren innerstaatlichen Vorschriften \u00fcber den Zinssatz und den Zeitpunkt, von dem an die Zinsen zu berechnen sind, zu regeln. Die Bedingungen f\u00fcr die Zahlung solcher Zinsen m\u00fcssten dabei den Grunds\u00e4tzen der \u00c4quivalenz und der Effektivit\u00e4t entsprechen, d.h. sie d\u00fcrften insbesondere nicht so ausgestaltet sein, dass sie die Aus\u00fcbung der Rechte, die die Unionsrechtsordnung einr\u00e4umt, praktisch unm\u00f6glich machen. Dies entspricht der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des EuGH im Hinblick auf die Erstattung zu Unrecht erhobener Steuerbetr\u00e4ge und diesbez\u00fcglicher Zinsen (vgl. EuGH-Urteil Roquette fr\u00e8res\/Kommission vom 21.\u00a0Mai 1976 Rs.\u00a026\/74, EU:C:1976:69, Rz\u00a09\u00a0ff.; EuGH-Urteil Express Dairy Foods vom 12.\u00a0Juni 1980 Rs.\u00a0130\/79, EU:C:1980:155, Zeitschrift f\u00fcr Z\u00f6lle und Verbrauchsteuern 1981, 45, Rz\u00a011\u00a0ff., und EuGH-Urteil Littlewoods Retail u.a., EU:C:2012:478, HFR 1012, 1018, Rz\u00a027).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Abgabenordnung sieht im Zusammenhang mit Erstattungsanspr\u00fcchen zwar lediglich einen Anspruch auf Prozesszinsen ab Rechtsh\u00e4ngigkeit gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0236 AO vor; Ausnahmen hiervon sind in \u00a7\u00a0233a AO abschlie\u00dfend normiert und greifen im Streitfall nicht ein. Mit Blick auf den Grundsatz der Effektivit\u00e4t hat der Bundesfinanzhof (BFH) zun\u00e4chst entschieden, die Frage, in welcher Weise der jeweilige Mitgliedstaat eine Erstattung oder eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr die finanzielle Einbu\u00dfe regelt, die der Steuerpflichtige infolge eines Unionsrechtsversto\u00dfes erlitten hat, sei mangels einer Unionsrechtsregelung Sache des innerstaatlichen Rechts. Unter Umst\u00e4nden k\u00f6nne der Steuerpflichtige zus\u00e4tzlich einen Schadensersatzanspruch geltend machen. Der Gesetzgeber sei aber nicht zu einer l\u00fcckenlosen Verzinsung jeglicher Erstattungsanspr\u00fcche verpflichtet (BFH-Beschluss vom 18.\u00a0September 2007 I\u00a0R\u00a015\/05, BFHE 219, 1, 3, BStBl II 2008, 332); eine Verletzung des Grundsatzes der Effektivit\u00e4t durch das innerstaatliche Regelungsgef\u00fcge sei dabei nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Jedoch erkl\u00e4rt der EuGH in seinem Urteil Irimie (EU:C:2013:250, HFR 2013, 659, 660, Rz\u00a029) eine nationale Regelung f\u00fcr unionsrechtswidrig, die die bei der Erstattung einer unionsrechtswidrig erhobenen Steuer zu zahlenden Zinsen auf jene Zinsen beschr\u00e4nkt, die ab dem auf das Datum des Antrags auf Erstattung der Steuer folgenden Tag angefallen sind. Eine derartige nationale Regelung d\u00fcrfe im Hinblick auf die Erfordernisse des Grundsatzes der Effektivit\u00e4t nicht dazu f\u00fchren, dass dem Steuerpflichtigen eine angemessene Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Einbu\u00dfen, die er durch die zu Unrecht gezahlte Steuer erlitten habe, vorenthalten werde (EuGH-Urteil Irimie, EU:C:2013:250, HFR 2013, 659, 660, Rz\u00a026, 27). Die Einbu\u00dfen hingen u.a. davon ab, wie lange der unter Versto\u00df gegen das Unionsrecht zu Unrecht gezahlte Betrag nicht zur Verf\u00fcgung gestanden habe und entst\u00fcnden somit grunds\u00e4tzlich im Zeitraum vom Tag der zu Unrecht geleisteten Zahlung der fraglichen Steuer bis zum Tag ihrer Erstattung (EuGH-Urteil Irimie, EU:C:2013:250, HFR 2013, 659, 660, Rz\u00a028).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In seinem Irimie-Urteil (EU:C:2013:250, HFR 2013, 659), in dem er erstmals \u00fcber die Unionsrechtskonformit\u00e4t einer nationalen Regelung zur Verzinsung von Erstattungsanspr\u00fcchen zu befinden hatte, hat der EuGH eindeutig entschieden, Zinsen auf unionsrechtswidrig erhobene Steuern f\u00fcr den Zeitraum, in dem die Mittel nicht zur Verf\u00fcgung stehen, zuzusprechen und er hat diese Rechtsprechung zum Zinsbeginn in einem sp\u00e4teren Urteil best\u00e4tigt (EuGH-Urteil Rafin\u0103ria Steaua Rom\u00e2n\u0103 vom 24.\u00a0Oktober 2013 C-431\/12, EU:C:2013:686, HFR 2013, 1163). Der Anspruch auf Zahlung von Zinsen ab dem Tag der zu Unrecht geleisteten Abgabenzahlung ergibt sich unmittelbar aus dem Unionsrecht. Den anderslautenden BFH-Beschluss in BFHE 219, 1, BStBl II 2008, 332 sieht der erkennende Senat als durch die aktuelle EuGH-Rechtsprechung \u00fcberholt an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Frage nach der damals gebotenen Aussetzung des Verfahrens gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a074\u00a0FGO bis zum Erlass einer neuen Verordnung zur Berechnung der Produktionsabgaben bedarf keiner weiteren Kl\u00e4rung. Selbst wenn dem FG diesbez\u00fcglich ein Verfahrensfehler anzulasten sein sollte, h\u00e4tte sich die Aussetzung des Verfahrens durch den Erlass der VO Nr.\u00a01360\/2013 erledigt. Die Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG k\u00f6nnte daher nicht zur Heilung einer fehlerhaft unterlassenen Aussetzung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a074\u00a0FGO f\u00fchren. Vielmehr kann der Senat die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des \u00c4nderungsbescheids, der gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a068\u00a0FGO zum Gegenstand des Verfahrens geworden ist, anhand der VO Nr.\u00a01360\/2013 pr\u00fcfen und das FG-Urteil \u00e4ndern, ohne dass eine Zur\u00fcckverweisung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0127 FGO erforderlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7\u00a0135 Abs. 1 und 2, \u00a7\u00a0138 Abs.\u00a01 Satz\u00a01\u00a0FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der VII. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Urteil vom 22. September 2015 VII R 32\/14 entschieden, dass unionsrechtliche Abgaben, soweit sie zu Unrecht erhoben wurden und dem Abgabepflichtigen deshalb zu erstatten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Zahlung durch den Abgabepflichtigen zu verzinsen sind. Die Kl\u00e4gerin des Streitfalls ist ein Zucker erzeugendes Unternehmen, das f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/44834\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Abgabenordnung: BFH zur Erstattung unionsrechtlicher Abgaben: Verzinsung ab dem Zeitpunkt ihrer Zahlung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-44834","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44834","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44834"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44834\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}