{"id":45205,"date":"2016-09-08T10:32:30","date_gmt":"2016-09-08T08:32:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=45205"},"modified":"2016-09-08T10:32:30","modified_gmt":"2016-09-08T08:32:30","slug":"vorsteuerabzug-auch-fuer-anteile-an-tochtergesellschaften-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vorsteuerabzug-auch-fuer-anteile-an-tochtergesellschaften-moeglich\/","title":{"rendered":"Vorsteuerabzug auch f\u00fcr Anteile an Tochtergesellschaften m\u00f6glich?"},"content":{"rendered":"<p><b>Vorsteuerabzug auch f\u00fcr Anteile an Tochtergesellschaften m\u00f6glich?<\/b><\/p>\n<p><b>F\u00fcr den Erwerb von Beteiligungen an einer Tochtergesellschaft steht einer gesch\u00e4ftsleitenden Holding der volle Vorsteuerabzug zu. Denn GmbH u. Co. KG ist vom Begriff der juristischen Person umfasst.<\/b><\/p>\n<p><b>Hintergrund<\/b><\/p>\n<p>Die A-GmbH u. Co. KG war an 2 Tochtergesellschaften, die ebenfalls GmbH u. Co. KG waren, als Kommanditistin beteiligt. Die Tochtergesellschaften waren Eigent\u00fcmerinnen eines jeweils von ihnen betriebenen Containerschiffs. Gegen\u00fcber den Tochtergesellschaften erbrachte A &#8222;administrative Leistungen&#8220;. Dazu geh\u00f6rten z. B. die Durchf\u00fchrung von Gesellschafterversammlungen, betriebliche Beratungen usw. A erhielt f\u00fcr diese Leistungen eine Verg\u00fctung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Aufwendungen der A im Zusammenhang mit der Einwerbung des Kapitals f\u00fcr die Beteiligung an den 2 Einschiffsgesellschaften fiel Umsatzsteuer an. Diese machte A als Vorsteuer geltend.<\/p>\n<p>Dagegen war das Finanzamt der Ansicht, dass das eingeworbene Kapital zu 77,69 % dem nichtwirtschaftlichen Bereich des Haltens von Anteilen an den Tochtergesellschaften dient. F\u00fcr diesen scheidet ein Vorsteuerabzug aus. Deshalb lie\u00df das Finanzamt nur anteilige Vorsteuern, n\u00e4mlich 22,31 %, zum Abzug zu.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht schloss sich dieser Vorgehensweise an und wies die Klage der A ab.<\/p>\n<p>Mit der Revision machte die A den vollen Vorsteuerabzug geltend.<\/p>\n<p><b>Entscheidung<\/b><\/p>\n<p>Der Bundesfinanzhof setzte zun\u00e4chst das Revisionsverfahren aus und legte dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof die Frage vor, ob der Vorsteuerabzug anteilig berechnet werden darf. Au\u00dferdem problematisierte er, ob eine Personengesellschaft wie die GmbH u. Co. KG Organgesellschaft sein kann bzw. ob die Beschr\u00e4nkung auf juristische Personen als Organgesellschaften mit dem Unionsrecht vereinbar ist.<\/p>\n<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof kam zu dem Ergebnis, dass durch das entgeltliche Eingreifen in die Verwaltung der Beteiligungsgesellschaften eine wirtschaftliche T\u00e4tigkeit begr\u00fcndet wird. Damit ist eine gesch\u00e4ftsleitende Holding grunds\u00e4tzlich in voller H\u00f6he vorsteuerabzugsberechtigt. Dar\u00fcber hinaus ist eine Organschaft nicht auf juristische Personen beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Nach diesen Grunds\u00e4tzen steht also A als gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Holding der Vorsteuerabzug in vollem Umfang zu. Sie ist Unternehmerin und hat die T\u00e4tigkeit, an alle ihre Tochtergesellschaften gegen Entgelt administrative und kaufm\u00e4nnische Leistungen zu erbringen. Da eine gesch\u00e4ftsleitende Holding keinen nichtwirtschaftlichen Bereich hat, kommt ein nur teilweiser Vorsteuerabzug nicht in Betracht.<\/p>\n<p>Wie der Europ\u00e4ische Gerichtshof ist auch der Bundesfinanzhof der Auffassung, dass eine GmbH u. Co. KG eine Organgesellschaft sein kann. Deshalb hob er das Urteil des Finanzgerichts auf und verwies die Sache zur\u00fcck. Das Finanzgericht muss jetzt die erforderlichen tats\u00e4chlichen Feststellungen nachholen, insbesondere zur finanziellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Eingliederung der Tochtergesellschaften in das Unternehmen der A.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorsteuerabzug auch f\u00fcr Anteile an Tochtergesellschaften m\u00f6glich? F\u00fcr den Erwerb von Beteiligungen an einer Tochtergesellschaft steht einer gesch\u00e4ftsleitenden Holding der volle Vorsteuerabzug zu. Denn GmbH u. Co. KG ist vom Begriff der juristischen Person umfasst. Hintergrund Die A-GmbH u. Co. KG war an 2 Tochtergesellschaften, die ebenfalls GmbH u. Co. 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