{"id":45515,"date":"2016-11-03T10:17:56","date_gmt":"2016-11-03T08:17:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=45515"},"modified":"2017-01-20T10:18:36","modified_gmt":"2017-01-20T08:18:36","slug":"verfahrensrecht-korrektur-eines-steuerbescheids-bei-abweichung-zwischen-steuererklaerung-und-edaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verfahrensrecht-korrektur-eines-steuerbescheids-bei-abweichung-zwischen-steuererklaerung-und-edaten\/","title":{"rendered":"Verfahrensrecht:  Korrektur eines Steuerbescheids bei Abweichung zwischen Steuererkl\u00e4rung und &#8222;eDaten&#8220;"},"content":{"rendered":"<article>\n<h4>Der Kl\u00e4ger bezog im Streitjahr Arbeitslohn aus zwei Arbeitsverh\u00e4ltnissen, den er in seiner handschriftlich ausgef\u00fcllten Einkommensteuererkl\u00e4rung in zutreffender H\u00f6he erfasste. Hingegen ber\u00fccksichtigte das beklagte Finanzamt im Einkommensteuerbescheid nur den Arbeitslohn aus einem der beiden Arbeitsverh\u00e4ltnisse. Der weitere Arbeitslohn, den der Kl\u00e4ger von einem Arbeitgeber mit Sitz in Niedersachsen bezogen hatte, fand im Steuerbescheid keine Ber\u00fccksichtigung.<\/h4>\n<\/article>\n<article>Nach Bestandskraft \u00e4nderte das Finanzamt den Bescheid und berief sich auf eine offenbare Unrichtigkeit. Im Rahmen der Veranlagung sei nur eine landesweite programmgesteuerte Suche nach elektronischen Mitteilungen im &#8222;eSpeicher&#8220; erfolgt. Den elektronisch \u00fcbermittelten Arbeitslohn habe der Sachbearbeiter per Mausklick aus den &#8222;eDaten&#8220; \u00fcbernommen. Weitere elektronisch \u00fcbermittelte Lohnsteuerbescheinigungen seien nicht vorhanden gewesen. Erst im Rahmen der Veranlagung f\u00fcr das Folgejahr sei eine Suche im bundesweiten Speicher erfolgt und der Fehler festgestellt worden.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht D\u00fcsseldorf hat die dagegen gerichtete Klage abgewiesen und eine \u00c4nderungsbefugnis des Finanzamts bejaht. F\u00fcr einen verst\u00e4ndigen Dritten sei die Abweichung zwischen Steuerbescheid und Steuererkl\u00e4rung ohne Weiteres ersichtlich. Es erscheine zudem ausgeschlossen, dass der Sachbearbeiter rechtliche Erw\u00e4gungen angestellt habe. Ihm sei offensichtlich gar nicht bewusst gewesen, dass der Kl\u00e4ger Arbeitslohn aus zwei Arbeitsverh\u00e4ltnissen bezogen habe. Da er mithin davon ausgegangen sei, s\u00e4mtliche relevante Lohndaten durch den Datenabruf erfasst zu haben, liege ein blo\u00dfer Eingabefehler vor.<\/p>\n<p>Dass dem Sachbearbeiter der Fehler bei sorgf\u00e4ltigerer Bearbeitung h\u00e4tte auffallen m\u00fcssen, f\u00fchre zu keinem anderen Ergebnis. Eine \u00c4nderung wegen offenbarer Unrichtigkeit h\u00e4nge nicht von Verschuldensfragen ab. Dementsprechend stehe die oberfl\u00e4chliche Behandlung eines Steuerfalls der Berichtigung nicht entgegen. Letztlich h\u00e4tten sich dem Sachbearbeiter auch keine Zweifel aufdr\u00e4ngen m\u00fcssen, da im Rahmen der Veranlagung insbesondere kein entsprechender Pr\u00fcfhinweis erteilt worden sei.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p>Quelle: FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 03.11.2016 zum Urteil 10 K 1715\/16 vom 11.10.2016<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kl\u00e4ger bezog im Streitjahr Arbeitslohn aus zwei Arbeitsverh\u00e4ltnissen, den er in seiner handschriftlich ausgef\u00fcllten Einkommensteuererkl\u00e4rung in zutreffender H\u00f6he erfasste. 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