{"id":45606,"date":"2017-02-02T12:27:14","date_gmt":"2017-02-02T10:27:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=45606"},"modified":"2017-02-02T12:27:14","modified_gmt":"2017-02-02T10:27:14","slug":"monetary-unit-sampling-mus-mathematisch-statistische-stichproben-in-der-betriebspruefung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/monetary-unit-sampling-mus-mathematisch-statistische-stichproben-in-der-betriebspruefung\/","title":{"rendered":"Monetary Unit Sampling (MUS) \u2013 mathematisch-statistische Stichproben in der Betriebspr\u00fcfung"},"content":{"rendered":"<h2>Podiumsveranstaltung \u201eMonetary Unit Sampling (MUS) \u2013 mathematisch-statistische Stichproben in der Betriebspr\u00fcfung<\/h2>\n<p>Gro\u00dfe digitale Datenmengen in gro\u00dfen Unternehmen k\u00f6nnen mit den bisherigen Methoden der Betriebspr\u00fcfung nur unzureichend auf ihre Ordnungsm\u00e4\u00dfigkeit \u00fcberpr\u00fcft werden. Zwar erm\u00f6glicht der Einsatz der Pr\u00fcfsoftware IDEA z.B. ein Schichten und Sortieren gro\u00dfer Datenmengen. Auf diese Weise k\u00f6nnen beispielsweise betragsm\u00e4\u00dfig gewichtigere Sachverhalte f\u00fcr eine Einzelpr\u00fcfung ausgew\u00e4hlt werden (h\u00e4ndisch ausgew\u00e4hlte Stichprobe). Einen rechtlich belastbaren R\u00fcckschluss auf die materielle Richtigkeit der als Pr\u00fcffeld ausgew\u00e4hlten Grundgesamtheit erm\u00f6glicht die \u00dcberpr\u00fcfung h\u00e4ndisch ausgew\u00e4hlter einzelner Sachverhalte allerdings nicht. Die Finanzverwaltung sollte und muss in der Lage sein, auch bei gro\u00dfen Datenmengen die erkl\u00e4rten Angaben in angemessener Zeit auf ihre Richtigkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>In der Wirtschaftspr\u00fcfung ist ein Verfahren verbreitet, mit dem gro\u00dfe Datenmengen bei kleiner Fehlererwartung effizient risikobewertet werden k\u00f6nnen: Monetary Unit Sampling (MUS). Typische Pr\u00fcffelder mit diesen Eigenschaften sind R\u00fcckstellungen, Betriebsausgaben und Vorsteuern, soweit es sich um materielle Fehler handelt.<\/p>\n<p>MUS nutzt den Vorteil von Zufallsstichproben und basiert auf der Wahrscheinlichkeitstheorie. Bei den mithilfe dieser Methode zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlten Stichproben wird sichergestellt, dass deren \u00dcberpr\u00fcfung eine Aussage \u00fcber die Validit\u00e4t der Grundgesamtheit zul\u00e4sst.<br \/>\nZur Planung eines aussagekr\u00e4ftigen Stichprobenumfangs werden die Verh\u00e4ltnisse der einschl\u00e4gigen Hypergeometrischen Verteilung zu Grunde gelegt: Unter dem ausreichenden Konfidenzniveau von 95 % darf die vordefinierte Wesentlichkeitsgrenze des Gesamtfehlers (Materiality) 3 % nicht \u00fcberschritten werden.<\/p>\n<p>Mithilfe eines Stichprobenfilters werden aus der Grundgesamtheit aller Buchungss\u00e4tze Einzelbuchungen zu dem Pr\u00fcffeld gezogen und sodann der Vorgangspr\u00fcfung unterzogen.<br \/>\nSofern in der Stichprobe keine Fehler gefunden werden, kann das Pr\u00fcffeld mit der genannten Aussagegewissheit als risikoarm abgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Werden in der Stichprobe hingegen Fehler aufgedeckt, reichen deren Auswirkungen \u00fcber die Korrektur des Einzelfehlers hinaus. Denn infolge des statistisch aussagekr\u00e4ftigen Umfangs und der zuf\u00e4lligen Ziehung besteht nach \u00a7 158 AO die begr\u00fcndete Annahme wesentlicher M\u00e4ngel in der Grundgesamtheit:<br \/>\nDie rheinland-pf\u00e4lzische Betriebspr\u00fcfung hat sich im Zuge eines Pilotprojekts intensiv mit dem technischen Einsatz des IDEA-Sets f\u00fcr MUS sowie der verfahrensrechtlichen Einordnung nach \u00a7 158 AO inklusive der Sch\u00e4tzungshochrechnung auseinandergesetzt. Dazu ist ein Team an Gro\u00dfbetriebspr\u00fcfer\/innen von dem Spezialisten Prof. Dr. Giezek (\u201eMonetary Unit Sampling\u201c, Gabler Verlag, 2011) in Theorie und Anwendung geschult worden. Seit Sommer 2016 wird das Verfahren MUS landesweit angewandt. Erste Pr\u00fcfungserfahrungen liegen bereits vor.<\/p>\n<p>Mit MUS ist zu den ebenfalls auf mathematisch-statistischen Methoden beruhenden \u201eIndirekten Pr\u00fcfungsmethoden\u201c und der \u201eSummarischen Risikopr\u00fcfung (SRP)\u201c (u. a. BFA-Newsletter IV\/2014 S. 16) ein weiteres wirksames und zeitgem\u00e4\u00dfes Tool in den Werkzeugkasten der Pr\u00fcfer aufgenommen worden, das zur effizienten Pr\u00fcfung der in Unternehmen erzeugten gro\u00dfen elektronischen Datenmengen unverzichtbar ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Betriebspruefung-Stichprobe.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-45607\" src=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Betriebspruefung-Stichprobe-300x199.png\" alt=\"Betriebspruefung-Stichprobe\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Betriebspruefung-Stichprobe-300x199.png 300w, https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Betriebspruefung-Stichprobe.png 582w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Podiumsveranstaltung \u201eMonetary Unit Sampling (MUS) \u2013 mathematisch-statistische Stichproben in der Betriebspr\u00fcfung Gro\u00dfe digitale Datenmengen in gro\u00dfen Unternehmen k\u00f6nnen mit den bisherigen Methoden der Betriebspr\u00fcfung nur unzureichend auf ihre Ordnungsm\u00e4\u00dfigkeit \u00fcberpr\u00fcft werden. 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