{"id":45618,"date":"2017-03-06T18:39:54","date_gmt":"2017-03-06T16:39:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=45618"},"modified":"2022-11-25T11:57:00","modified_gmt":"2022-11-25T09:57:00","slug":"bundesfinanzhof-haeusliches-arbeitszimmer-personenbezogene-ermittlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bundesfinanzhof-haeusliches-arbeitszimmer-personenbezogene-ermittlung\/","title":{"rendered":"Bundesfinanzhof: H\u00e4usliches Arbeitszimmer: Personenbezogene Ermittlung"},"content":{"rendered":"<p>Nutzen mehrere Steuerpflichtige ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer gemeinsam, ist die H\u00f6chstbetragsgrenze von 1.250 \u20ac personenbezogen anzuwenden, so dass jeder von ihnen seine Aufwendungen hierf\u00fcr bis zu dieser Obergrenze eink\u00fcnftemindernd geltend machen kann. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit zwei Urteilen vom 15. Dezember 2016 VI R 53\/12 und VI R 86\/13 entschieden und dabei seine Rechtsprechung zu \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zugunsten der Steuerpflichtigen ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Der BFH ist bislang von einem objektbezogenen Abzug der Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer ausgegangen. Die abziehbaren Aufwendungen waren hiernach unabh\u00e4ngig von der Zahl der nutzenden Personen auf 1.250 \u20ac begrenzt. Nunmehr kann der H\u00f6chstbetrag von jedem Steuerpflichtigen in voller H\u00f6he in Anspruch genommen werden, der das Arbeitszimmer nutzt, sofern in seiner Person die Voraussetzungen des \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 EStG erf\u00fcllt sind.<\/p>\n<p>Im ersten Fall (Az: VI R 53\/12) nutzten die Kl\u00e4ger gemeinsam ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer in einem Einfamilienhaus, das ihnen jeweils zur H\u00e4lfte geh\u00f6rte. Finanzamt und Finanzgericht (FG) erkannten die Aufwendungen f\u00fcr das h\u00e4usliche Arbeitszimmer von j\u00e4hrlich ca. 2.800 \u20ac nur in H\u00f6he von 1.250 \u20ac an und ordneten diesen Betrag den Kl\u00e4gern je zur H\u00e4lfte zu.<\/p>\n<p>Der BFH hat die Vorentscheidung aufgehoben. Der auf den H\u00f6chstbetrag von 1.250 \u20ac begrenzte Abzug der Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer ist jedem Steuerpflichtigen zu gew\u00e4hren, dem f\u00fcr seine betriebliche oder berufliche T\u00e4tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung steht, wenn er in dem Arbeitszimmer \u00fcber einen Arbeitsplatz verf\u00fcgt und die geltend gemachten Aufwendungen getragen hat. Der BFH hat zudem klargestellt, dass die Kosten bei Ehegatten jedem Ehepartner grunds\u00e4tzlich zur H\u00e4lfte zuzuordnen sind, wenn sie bei h\u00e4lftigem Miteigentum ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer gemeinsam nutzen. Im Streitfall hatte das FG jedoch nicht gepr\u00fcft, ob der Kl\u00e4gerin in dem Arbeitszimmer ein eigener Arbeitsplatz in dem f\u00fcr ihre berufliche T\u00e4tigkeit konkret erforderlichen Umfang zur Verf\u00fcgung stand. Der BFH hat die Sache deshalb an das FG zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<p>Im zweiten Fall (Az: VI R 86\/13) hat der BFH dar\u00fcber hinaus betont, dass f\u00fcr den Abzug der Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer feststehen muss, dass dort \u00fcberhaupt eine berufliche oder betriebliche T\u00e4tigkeit entfaltet wird. Au\u00dferdem muss der Umfang dieser T\u00e4tigkeit es glaubhaft erscheinen lassen, dass der Steuerpflichtige hierf\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer vorh\u00e4lt. Dies hatte das FG nicht aufgekl\u00e4rt. Der BFH musste die Vorentscheidung daher auch in diesem Verfahren aufheben und die Sache an das FG zur\u00fcckverweisen.<\/p>\n<p>Bundesfinanzhof:\u00a0 Urteil des VI.\u00a0\u00a0Senats vom\u00a015.12.2016 &#8211;\u00a0VI\u00a0R\u00a086\/13\u00a0-, Urteil des VI.\u00a0\u00a0Senats vom\u00a015.12.2016 &#8211;\u00a0VI\u00a0R\u00a053\/12\u00a0&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nutzen mehrere Steuerpflichtige ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer gemeinsam, ist die H\u00f6chstbetragsgrenze von 1.250 \u20ac personenbezogen anzuwenden, so dass jeder von ihnen seine Aufwendungen hierf\u00fcr bis zu dieser Obergrenze eink\u00fcnftemindernd geltend machen kann. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit zwei Urteilen vom 15. 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