{"id":45756,"date":"2017-05-02T17:13:00","date_gmt":"2017-05-02T15:13:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=45756"},"modified":"2017-05-02T17:13:00","modified_gmt":"2017-05-02T15:13:00","slug":"streitwertbegrenzung-in-kindergeldsachen-gerichtskostengesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/streitwertbegrenzung-in-kindergeldsachen-gerichtskostengesetz\/","title":{"rendered":"Streitwertbegrenzung in Kindergeldsachen &#8211; Gerichtskostengesetz"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Der 11. Senat des Finanzgerichts hat mit Beschluss vom 15. M\u00e4rz 2017 (Az. 11 KO 3702\/16) entschieden, dass bei der Streitwertbemessung in Kindergeldsachen nicht der Jahresbetrag des Kindergeldes anzusetzen ist, wenn die in die Zukunft reichenden Wirkungen der angegriffenen Beh\u00f6rdenentscheidung auf eine Dauer von weniger als einem Jahr begrenzt sind.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Der Erinnerungsf\u00fchrer hatte gegen die Aufhebung einer Kindergeldfestsetzung ab Januar 2015 und die R\u00fcckforderung von bezahltem Kindergeld der Monat Januar bis April 2015 (736 Euro) geklagt, weil sein Sohn vor dem Beginn seines Studiums im Wintersemester 2015\/16 noch eine work-and-travel-tour mache. F\u00fcr die zur\u00fcckgenommene Klage ging die Kostenbeamtin von einem Streitwert in H\u00f6he von 3.776 Euro aus. Der Streitwert setzte sich aus dem Jahresbetrag des Kindergeldes (12 x 184 Euro = 2.272 Euro) und der bis zur Klageerhebung im August 2015 zu zahlenden Kindergeldbetr\u00e4ge (8 x 188 Euro = 1.504 Euro) zusammen.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht verminderte die vom Kl\u00e4ger zu tragenden Gerichtskosten auf der Grundlage eines auf 1.656 Euro reduzierten Streitwertes. Der Streitwert sei nicht in H\u00f6he eines Jahresbetrags des Kindergelds zuz\u00fcglich der f\u00fcr Zeitr\u00e4ume beanspruchten Betr\u00e4ge, die auf Zeitr\u00e4ume vor Klageerhebung entfallen, zu bemessen. Vielmehr sei es dem Kl\u00e4ger um Kindergeld f\u00fcr seinen Sohn f\u00fcr die Zeitr\u00e4ume Januar bis September 2015 gegangen. Das darauf bezogene Interesse sei mit 9 x 184 Euro (1.656 Euro) zu bemessen. Der Kl\u00e4ger habe schon im Einspruchsverfahren darauf hingewiesen, dass sein Sohn im Wintersemester 2015\/16 ein Studium beginnen und damit eine Berufsausbildung aufnehmen werde, die einen Kindergeldanspruch begr\u00fcnde. Da sich damit eine \u00c4nderung der f\u00fcr die Kindergeldgew\u00e4hrung erheblichen Umst\u00e4nde bereits bei Klageerhebung konkret abzeichnete, w\u00e4re es verfehlt, das wirtschaftliche Interesse des Kl\u00e4gers mit einem Jahresbetrag (zuz\u00fcglich des Betrags der f\u00fcr zur\u00fcckliegende Zeitr\u00e4ume mit der Klage geltend gemachten Anspr\u00fcche) zu bemessen. Dabei sei auch zu ber\u00fccksichtigen, dass die in \u00a7 52 Abs. 3 Satz 3 des Gerichtskostengesetzes (GKG) f\u00fcr entsprechend anwendbar erkl\u00e4rten Regelungen in \u00a7 42 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 GKG dazu dienen, die durch \u00a7 52 Abs. 3 Satz 2 GKG in die Wertbemessung miteinbezogene Zukunftsbedeutung einer Klage zu quantifizieren. Die Zukunftsbedeutung sei allerdings nach \u00a7 52 Abs. 3 Satz 2 GKG nur insofern von Belang, als sie \u201eoffensichtlich absehbar\u201c ist. Im Streitfall waren mit der Klage offensichtlich absehbare Auswirkungen \u00fcber den September 2015 hinaus nicht verbunden.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p>Quelle:\u00a0FG Baden-W\u00fcrttemberg, Mitteilung vom 28.04.2017 zum Beschluss 11 KO 3702\/16 vom 15.03.2017<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 11. Senat des Finanzgerichts hat mit Beschluss vom 15. M\u00e4rz 2017 (Az. 11 KO 3702\/16) entschieden, dass bei der Streitwertbemessung in Kindergeldsachen nicht der Jahresbetrag des Kindergeldes anzusetzen ist, wenn die in die Zukunft reichenden Wirkungen der angegriffenen Beh\u00f6rdenentscheidung auf eine Dauer von weniger als einem Jahr begrenzt sind. 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