{"id":45951,"date":"2017-09-25T11:20:49","date_gmt":"2017-09-25T09:20:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=45951"},"modified":"2017-09-25T11:20:49","modified_gmt":"2017-09-25T09:20:49","slug":"aktualisierter-praxishinweis-neue-anforderungen-an-die-offenlegung-von-abschluessen-nach-bilrug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/aktualisierter-praxishinweis-neue-anforderungen-an-die-offenlegung-von-abschluessen-nach-bilrug\/","title":{"rendered":"Aktualisierter Praxishinweis: Neue Anforderungen an die Offenlegung von Abschl\u00fcssen nach BilRuG"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Im Rahmen der WPK-Kammerversammlung am 18. September 2017 in Berlin kam die Frage auf, welche neuen Anforderungen bei der Offenlegung von Abschl\u00fcssen nach dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRuG) zu beachten sind.<\/h2>\n<\/article>\n<article>In diesem Zusammenhang wird auf die\u00a0<a class=\"extern\" title=\"WPK-Newsmeldung vom 11. August 2017\" href=\"http:\/\/www.wpk.de\/neu-auf-wpkde\/alle\/2017\/sv\/praxishinweis-neue-anforderungen-an-die-offenlegung-von-abschluessen-nach-bilrug\/\" target=\"_blank\">WPK-Newsmeldung vom 11. August 2017<\/a>\u00a0hingewiesen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das nach dem 31. Dezember 2015 beginnende Gesch\u00e4ftsjahr sind erstmals die Neuregelungen des BilRUG anzuwenden. Bei kalendergleichem Gesch\u00e4ftsjahr ergeben sich somit entsprechende Auswirkungen f\u00fcr den Abschluss zum 31. Dezember 2016.<\/p>\n<p>Das HGB nach BilRUG sieht mit Blick auf die Offenlegung vor, dass<\/p>\n<ul class=\"square\">\n<li>der festgestellte oder gebilligte (Jahres-)Abschluss<\/li>\n<li>der Lagebericht und<\/li>\n<li>der Best\u00e4tigungs-\/Versagungsvermerk sowie<\/li>\n<li>der Bericht des Aufsichtsrats und<\/li>\n<li>die nach \u00a7 161 AktG vorgeschriebene Erkl\u00e4rung<\/li>\n<\/ul>\n<p>sp\u00e4testens ein Jahr nach dem Abschlussstichtag des betreffenden Gesch\u00e4ftsjahres offenzulegen sind (\u00a7 325 Abs. 1a HGB in Verbindung mit \u00a7 325 Abs. 1 HGB). Bei kalendergleichem Gesch\u00e4ftsjahr m\u00fcssen die genannten Unterlagen f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2016 dementsprechend bis zum 31. Dezember 2017 offengelegt werden.<\/p>\n<p>Allerdings k\u00f6nnen der Bericht des Aufsichtsrats und die Erkl\u00e4rung nach \u00a7 161 AktG zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt nachgereicht werden, sollten diese nicht innerhalb der Jahresfrist vorliegen (\u00a7 325 Abs. 1a Satz 2 HGB n. F.).<\/p>\n<p>F\u00fcr Jahresabschluss, Lagebericht und Testat ist eine vergleichbare nachtr\u00e4gliche Einreichung nach Ablauf der Jahresfrist gesetzlich nicht vorgesehen. Die Offenlegung eines ungepr\u00fcften Abschlusses zur Fristwahrung &#8211; wie bislang zul\u00e4ssig &#8211; ist nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Bei nicht fristgerechter Einreichung des Best\u00e4tigungs-\/Versagungsvermerks (beziehungsweise von Abschluss oder Lagebericht) hat der Bundesanzeiger das Bundesamt f\u00fcr Justiz zu unterrichten (\u00a7 329 Abs. 1, Abs. 4 HGB). Das Bundesamt f\u00fcr Justiz ist \u00fcber \u00a7 335 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HGB gesetzlich verpflichtet, ein Ordnungsgeldverfahren nach \u00a7 335 Abs. 2 bis 6 HGB einzuleiten.<\/p>\n<p>Ausnahmen sind gesetzlich nicht vorgesehen. Bundesanzeiger sowie Bundesamt f\u00fcr Justiz haben diese Rechtslage best\u00e4tigt und mitgeteilt, dass die gesetzlichen Fristen nicht verl\u00e4ngert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Umst\u00e4nde, die einer fristgerechten Offenlegung des Best\u00e4tigungs-\/Versagungsvermerks (beziehungsweise von Abschluss oder Lagebericht) entgegenstehen, k\u00f6nnen lediglich im Einzelfall nach Einleitung eines Ordnungsgeldverfahrens mittels Einspruch gegen die Androhung eines Ordnungsgeldes geltend gemacht werden. Dann wird gepr\u00fcft, ob die Beteiligten unverschuldet gehindert waren, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen. Der Einspruch hat allerdings keine aufschiebende Wirkung.<\/p>\n<p>Ein Berufsangeh\u00f6riger, der beispielsweise erst gegen Ende des Jahres 2017 eine Anfrage zur Pr\u00fcfung des 2016er Abschlusses erh\u00e4lt, kann diesen Auftrag annehmen, auch wenn das Datum der Erteilung des Best\u00e4tigungsvermerks absehbar erst nach dem 31. Dezember 2017 liegen wird.<\/p>\n<p>Der Mandant sollte jedoch auf die neuen Offenlegungsanforderungen sowie auf die m\u00f6gliche Frist\u00fcberschreitung, die in einem solchen Fall vom Mandanten zu vertreten w\u00e4re, und deren Rechtsfolgen hingewiesen werden. Der Abschlusspr\u00fcfer hat ungeachtet der neuen, strengeren Offenlegungsanforderungen selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr eine sachgerechte Pr\u00fcfungsplanung und -durchf\u00fchrung Sorge zu tragen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p>Quelle:\u00a0WPK, Mitteilung vom 22.09.2017<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der WPK-Kammerversammlung am 18. September 2017 in Berlin kam die Frage auf, welche neuen Anforderungen bei der Offenlegung von Abschl\u00fcssen nach dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRuG) zu beachten sind. In diesem Zusammenhang wird auf die\u00a0WPK-Newsmeldung vom 11. August 2017\u00a0hingewiesen. F\u00fcr das nach dem 31. 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