{"id":46030,"date":"2017-10-10T12:16:23","date_gmt":"2017-10-10T10:16:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=46030"},"modified":"2017-10-10T12:16:23","modified_gmt":"2017-10-10T10:16:23","slug":"krankenkasse-muss-nicht-fuer-gesundheitstourismus-in-der-tuerkei-aufkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/krankenkasse-muss-nicht-fuer-gesundheitstourismus-in-der-tuerkei-aufkommen\/","title":{"rendered":"Krankenkasse muss nicht f\u00fcr Gesundheitstourismus in der T\u00fcrkei aufkommen"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat entschieden, dass eine Borreliose in Deutschland gut behandelbar ist. Hierf\u00fcr ist es nicht erforderlich, zu \u00c4rzten in die T\u00fcrkei zu reisen.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Geklagt hatte ein 40-j\u00e4higer, t\u00fcrkischst\u00e4mmiger Mann aus dem Landkreis Vechta, der vor vielen Jahren von einer Zecke gebissen wurde. Kurz vor Weihnachten 2014 reiste er in die T\u00fcrkei und lie\u00df dort die schmerzhafte Borreliose-Symptomatik behandeln. Nach seiner R\u00fcckkehr im Januar legte er bei seiner Krankenkasse zahlreiche Rechnungen (umgerechnet ca. 860 Euro) zur Erstattung vor. Diese lehnte eine Zahlung ab, da die Behandlung auch im Inland m\u00f6glich gewesen w\u00e4re und kein Notfall vorgelegen habe. Au\u00dferdem habe der Kl\u00e4ger keine vorherige Zustimmung der Kasse zur Auslandsbehandlung beantragt.<\/p>\n<p>Hiergegen brachte der Kl\u00e4ger vor, dass die \u00c4rzte in Deutschland keinen Rat mehr zu seinen Schmerzen gehabt und ihm eine psychiatrische Behandlung empfohlen h\u00e4tten. Erst durch die Behandlung in der T\u00fcrkei sei er halbwegs schmerzfrei geworden. Die entstandenen Kosten seien relativ gering und er mache schlie\u00dflich auch keine weiteren Auslagen geltend, wie z. B. Fahrt- und Flugkosten.<\/p>\n<p>Dem ist das LSG nicht gefolgt. Eine Kostenerstattung sei grunds\u00e4tzlich nur m\u00f6glich f\u00fcr Behandlungen, die im Inland nicht leistbar seien oder f\u00fcr Notf\u00e4lle. Eine Borreliose k\u00f6nne in Deutschland jedoch gut behandelt werden. Der Kl\u00e4ger sei auch keinesfalls in Deutschland erfolglos austherapiert, da er bisher nur \u00c4rzte in seiner unmittelbaren Wohnortn\u00e4he aufgesucht und keinerlei Fach\u00e4rzte konsultiert habe. Lediglich der subjektive Erfolg einer nicht n\u00e4her spezifizierten Behandlung k\u00f6nne keinen Anspruch auf Kostenerstattung ausl\u00f6sen. Ferner liege bei einer geplanten Behandlung auch kein medizinischer Notfall vor.<\/p>\n<p>Die vorherige Antragstellung bei der Krankenkasse hat das Gericht auch nicht &#8211; wie der Kl\u00e4ger meint &#8211; als unn\u00f6tige F\u00f6rmelei bewertet, sondern als notwendige Grundvoraussetzung der Leistungsgew\u00e4hrung. Denn ein vorheriger Antrag h\u00e4tte insbesondere eine Beratung zu weiterf\u00fchrenden Facharztbehandlungen im Inland erst erm\u00f6glicht.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p>Quelle:\u00a0LSG Niedersachsen-Bremen, Pressemitteilung vom 09.10.2017 zum Urteil L 16 KR 284\/17 vom 21.09.2017<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat entschieden, dass eine Borreliose in Deutschland gut behandelbar ist. Hierf\u00fcr ist es nicht erforderlich, zu \u00c4rzten in die T\u00fcrkei zu reisen. Geklagt hatte ein 40-j\u00e4higer, t\u00fcrkischst\u00e4mmiger Mann aus dem Landkreis Vechta, der vor vielen Jahren von einer Zecke gebissen wurde. 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