{"id":46072,"date":"2017-10-21T12:30:49","date_gmt":"2017-10-21T10:30:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=46072"},"modified":"2021-04-26T16:17:46","modified_gmt":"2021-04-26T14:17:46","slug":"betriebspruefungsordnung-dstv-fordert-die-erhoehung-der-groessenklassengrenzen-in-der-betriebspruefungsordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/betriebspruefungsordnung-dstv-fordert-die-erhoehung-der-groessenklassengrenzen-in-der-betriebspruefungsordnung\/","title":{"rendered":"Betriebspr\u00fcfungsordnung:  DStV fordert die Erh\u00f6hung der Gr\u00f6\u00dfenklassengrenzen in der Betriebspr\u00fcfungsordnung"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) \u00fcberpr\u00fcft in der Regel alle 3 Jahre die Einordnung der Gr\u00f6\u00dfenklassengrenzen in der Betriebspr\u00fcfungsordnung (BpO). So hatte die Praxis j\u00fcngst wieder die Gelegenheit, ihre Vorstellungen zur Festlegung der neuen Gr\u00f6\u00dfenmerkmale, die ab dem 01.01.2019 gelten sollen, zu \u00e4u\u00dfern. Der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) spricht sich in seiner\u00a0Stellungnahme S 09\/17\u00a0daf\u00fcr aus, dass die Gr\u00f6\u00dfenklassengrenzen insbesondere f\u00fcr Klein- und Mittelbetriebe \u00fcberdurchschnittlich gegen\u00fcber den vorigen Pr\u00fcfungszyklen erh\u00f6ht werden.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Seit dem am 01.01.2004 beginnenden 18. Pr\u00fcfungsturnus hat es vier Anpassungen bei den Gr\u00f6\u00dfenklassen gegeben. Die Anhebungen im Bereich der Umsatzerl\u00f6se lagen f\u00fcr die Gro\u00df-, Mittel- und Kleinbetriebe bei den Freien Berufen dabei jeweils zwischen 5 und ca. 10 %, im Bereich des steuerlichen Gewinns zwischen 2 und 8 %. Ein \u00e4hnlicher Anstieg war bei den Handels- und Fertigungsbetrieben f\u00fcr die verschiedenen Gr\u00f6\u00dfenmerkmale zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Die konstante gleichm\u00e4\u00dfige Erh\u00f6hung der Gr\u00f6\u00dfenklassengrenzen erscheint aber gerade vor dem Hintergrund der vom BMF ver\u00f6ffentlichten Daten volkswirtschaftlich nicht optimal zu sein. Gem\u00e4\u00df dem Monatsbericht des BMF vom 21.10.2016 \u00fcber die Betriebspr\u00fcfungen 2015 wurde im Rahmen von Betriebspr\u00fcfungen ein Mehrergebnis von 16,8 Mrd. Euro erzielt (BMF-Monatsbericht Oktober 2016: Abschnitt \u201eErgebnisse der steuerlichen Betriebspr\u00fcfung 2015\u201c, S. 8, Tz. 4). Hiervon entfielen 12,8 Mrd. Euro auf die Pr\u00fcfung von Gro\u00dfbetrieben und lediglich 1 Mrd. Euro auf die Pr\u00fcfung von Kleinstbetrieben. Dieses Ergebnis lag in etwa auf dem Niveau der Vorjahre (vgl. u. a. BMF-Monatsbericht September 2014: Abschnitt \u201eErgebnisse der steuerlichen Betriebspr\u00fcfungen 2013\u201c, S. 35, Tz. 4; BMF-Monatsbericht Oktober 2015: Abschnitt \u201eErgebnisse der steuerlichen Betriebspr\u00fcfungen 2014\u201c, S. 8\/9, Tz. 4). Die Pr\u00fcfungszeitr\u00e4ume beliefen sich \u00fcber alle Gr\u00f6\u00dfenklassen hinweg auf knapp drei Wirtschaftsjahre. Signifikante Unterschiede gibt es jedoch bei der Pr\u00fcfungsdichte, die exponentiell pro Gr\u00f6\u00dfenklasse zunimmt. So wurden lediglich knapp 1 % der Kleinst- und 3,2 % der Kleinbetriebe in 2015 gepr\u00fcft. Der Pr\u00fcfungsanteil lag bei den Mittelbetrieben schon bei 6,4 %, w\u00e4hrend 21,4 % der Gro\u00dfbetriebe gepr\u00fcft wurden.<\/p>\n<p>Auf Grundlage der vorgenannten statistisch gewonnenen Daten pl\u00e4diert der DStV daf\u00fcr, dass der Pr\u00fcfungsfokus zugunsten der oberen Gr\u00f6\u00dfenklassen verschoben wird. Die Gleichm\u00e4\u00dfigkeit der Besteuerung, die \u00a7 2 BpO fordert, wird gerade durch die Daten aus der E-Bilanz gew\u00e4hrleistet, die eine risikooptimierte Pr\u00fcfung zulassen. Konkret fordert der DStV, dass die Gr\u00f6\u00dfenklassengrenzen f\u00fcr kleine und mittlere Betriebe um knapp 50 % angehoben werden, sodass sich folgende Werte ergeben w\u00fcrden:\u00a0siehe Tabelle<\/p>\n<p>Aus Sicht des DStV sollten die durch die Erh\u00f6hung der Gr\u00f6\u00dfengrenzen eingesparten Pr\u00fcfungskapazit\u00e4ten der Finanzverwaltung gezielt f\u00fcr die zeitnahe Betriebspr\u00fcfung nach \u00a7 4a BpO genutzt werden. So k\u00f6nnten auch diesbez\u00fcgliche Antr\u00e4ge des Steuerpflichtigen h\u00e4ufiger positiv beschieden werden (\u00a7 2 Abs. 3 BpO i. V. m. \u00a7 4a BpO). Das Resultat w\u00e4re, zumindest in diesen F\u00e4llen, die vom DStV angestrebte gr\u00f6\u00dfere Rechtssicherheit und Reduzierung der Zinslast f\u00fcr die Praxis.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: Deutscher Steuerberaterverband e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) \u00fcberpr\u00fcft in der Regel alle 3 Jahre die Einordnung der Gr\u00f6\u00dfenklassengrenzen in der Betriebspr\u00fcfungsordnung (BpO). So hatte die Praxis j\u00fcngst wieder die Gelegenheit, ihre Vorstellungen zur Festlegung der neuen Gr\u00f6\u00dfenmerkmale, die ab dem 01.01.2019 gelten sollen, zu \u00e4u\u00dfern. Der Deutsche Steuerberaterverband e.V. 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