{"id":46540,"date":"2017-12-29T20:19:03","date_gmt":"2017-12-29T18:19:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=46540"},"modified":"2017-12-29T20:19:19","modified_gmt":"2017-12-29T18:19:19","slug":"kapitalertragsteuer-befreiung-von-der-verpflichtung-zum-kapitalertragsteuereinbehalt-bei-personengesellschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kapitalertragsteuer-befreiung-von-der-verpflichtung-zum-kapitalertragsteuereinbehalt-bei-personengesellschaften\/","title":{"rendered":"Kapitalertragsteuer: Befreiung von der Verpflichtung zum Kapitalertragsteuereinbehalt bei Personengesellschaften"},"content":{"rendered":"<article>Der 2. Senat des Finanzgerichts Hamburg hat der Klage einer GmbH stattgegeben, die sich gegen einen Nachforderungsbescheid f\u00fcr Kapitalertragsteuer richtete. Die Kl\u00e4gerin hatte eine Gewinnaussch\u00fcttung zugunsten ihrer Alleingesellschafterin, einer GmbH &amp; Co KG, vorgenommen, ohne Kapitalertragsteuer einzubehalten. Als das Finanzamt von der Aussch\u00fcttung erfuhr, forderte es die Kapitalertragsteuer gem. \u00a7 167 Abs. 1 Satz 1 AO i. V. m. \u00a7 44 Abs. 5 Satz 1 EStG nach und berief sich vornehmlich darauf, dass Gl\u00e4ubiger der Kapitalertr\u00e4ge die Gesellschafter der GmbH &amp; Co KG seien und Personengesellschaften nicht in den Anwendungsbereich der Befreiungsvorschrift des \u00a7 44a Abs. 5 EStG fielen. Das Gericht sah die Tatbestandsvoraussetzungen des \u00a7 44a Abs. 5 EStG f\u00fcr eine Abstandnahme vom Steuerabzug als erf\u00fcllt an; die Eigenschaft als sog. Dauer\u00fcberzahler war durch eine entsprechende Bescheinigung f\u00fcr die Gesellschafter der Kl\u00e4gerin nachgewiesen. Auf sie komme es als steuerliche Gl\u00e4ubiger der Kapitalertr\u00e4ge an. F\u00fcr eine einschr\u00e4nkende Auslegung der Vorschrift sei kein Raum. Der Argumentation des Finanzamts und vereinzelter Stimmen im Schrifttum und der Rechtsprechung, dass der Vereinfachungs- und Sicherungszweck der Kapitalertragsteuer eine einschr\u00e4nkende Auslegung bei Personengesellschaften als zivilrechtliche Gl\u00e4ubiger der Kapitalertr\u00e4ge gebiete, weil gerade bei Personengesellschaften ein erheblicher Mehraufwand f\u00fcr die Feststellung erforderlich sei, wem und in welcher H\u00f6he Kapitalertr\u00e4ge zuzurechnen seien, ist das Gericht nicht gefolgt.<\/p>\n<\/article>\n<article>Unabh\u00e4ngig von diesen rechtlichen Erw\u00e4gungen hat das Gericht den angegriffenen Bescheid auch deshalb als rechtwidrig angesehen, weil der Erlass eines Nachforderungsbescheides nichts daran \u00e4ndere, dass es sich materiell-rechtlich um die Geltendmachung eines Haftungsanspruchs handele und dieser eine vors\u00e4tzliche oder grob fahrl\u00e4ssige Pflichtverletzung erfordere. Eine derartige Pflichtverletzung beim Kapitalertragsteuereinbehalt konnte das Gericht angesichts des klaren Wortlauts von \u00a7 44a Abs. 5 EStG, dessen Voraussetzungen der die KG erf\u00fcllte, nicht feststellen.<\/p>\n<p>Das Urteil vom 19. Oktober 2017 (2 K 57\/17) ist rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<\/article>\n<p>Quelle: FG Hamburg, Mitteilung vom 29.12.2017 zum Urteil 2 K 57\/17 vom 19.10.2017 (rkr)<\/p>\n<article>\u00a0<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 2. Senat des Finanzgerichts Hamburg hat der Klage einer GmbH stattgegeben, die sich gegen einen Nachforderungsbescheid f\u00fcr Kapitalertragsteuer richtete. Die Kl\u00e4gerin hatte eine Gewinnaussch\u00fcttung zugunsten ihrer Alleingesellschafterin, einer GmbH &amp; Co KG, vorgenommen, ohne Kapitalertragsteuer einzubehalten. 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