{"id":46714,"date":"2018-02-14T09:41:10","date_gmt":"2018-02-14T07:41:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=46714"},"modified":"2018-02-14T09:41:10","modified_gmt":"2018-02-14T07:41:10","slug":"schaetzung-von-umsatzerloesen-eines-gastronomiebetriebs-anhand-einzelner-z-bons","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/schaetzung-von-umsatzerloesen-eines-gastronomiebetriebs-anhand-einzelner-z-bons\/","title":{"rendered":"Sch\u00e4tzung von Umsatzerl\u00f6sen eines Gastronomiebetriebs anhand einzelner Z-Bons"},"content":{"rendered":"<article>\n<div id=\"vorspann\"><\/div>\n<\/article>\n<article>Im Rahmen einer Betriebspr\u00fcfung bei einem Gastronomiebetrieb stellte das beklagte Finanzamt erhebliche M\u00e4ngel in der Buchf\u00fchrung und in der Kassenf\u00fchrung fest und nahm Hinzusch\u00e4tzungen zu den Umsatzerl\u00f6sen f\u00fcr die Jahre 2000 bis 2010 vor. Dabei legte es einen durchschnittlichen Tageserl\u00f6s zugrunde, der sich aus zwei Z-Bons aus August 2012 ergab. Diese hatte die Steuerfahndung im M\u00fcll bzw. in der Kasse des Unternehmens aufgefunden. Zudem setzte die Betriebspr\u00fcfung einen Sicherheitszuschlag von 10 % an.<\/p>\n<p>Im Rahmen des anschlie\u00dfenden Einspruchsverfahrens erreichte die Kl\u00e4gerin die Ber\u00fccksichtigung eines Sicherheitsabschlags von 20 % (2000 und 2001) bzw. 10 % (\u00fcbrige Streitjahre) anstelle des Sicherheitszuschlags. Zudem erh\u00f6hte das beklagte Finanzamt den Wareneinsatz, indem es diesen aus den gesch\u00e4tzten Erl\u00f6sen unter Ber\u00fccksichtigung eines Rohgewinnaufschlagsatzes von 440 % retrograd ermittelte.<\/p>\n<p>Die dagegen gerichtete Klage ist \u00fcberwiegend ohne Erfolg geblieben. Nach Ansicht des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf stellt sich die Hinzusch\u00e4tzung auf der Einnahmenseite als rechtm\u00e4\u00dfig dar. Es sei sachgerecht, die Sch\u00e4tzung anhand der durchschnittlichen Tageserl\u00f6se, abgeleitet aus den aufgefundenen Z-Bons, vorzunehmen. Andere typische Sch\u00e4tzungsformen (Geldverkehrs- und Verm\u00f6genszuwachsrechnung, Ausbeutekalkulation, Zeitreihenvergleich, externer Betriebsvergleich, Richtsatzsch\u00e4tzung) k\u00e4men im Streitfall von vornherein nicht in Betracht.<\/p>\n<p>Die Ankn\u00fcpfung an das Ergebnis der Z-Bons sei nicht zu beanstanden, da es sich m\u00f6glicherweise tats\u00e4chlich um (noch) nicht manipulierte Einnahmenursprungsaufzeichnungen handele. Hingegen spr\u00e4chen verschiedene Gesichtspunkte daf\u00fcr, dass die der Buchf\u00fchrung zugrundegelegten Z-Bons manipuliert worden seien. Wenngleich die Z-Bons aus einem Jahr nach dem Pr\u00fcfungszeitraum stammten, k\u00f6nnten daraus durchaus R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Verh\u00e4ltnisse in den Streitjahren gezogen werden. Dies sei vorzugsw\u00fcrdig gegen\u00fcber einem externen Betriebsvergleich.<\/p>\n<p>Allerdings habe das Finanzamt den Wareneinkauf zu Unrecht unter Heranziehung eines Rohgewinnaufschlagsatzes von 440 % aus dem gesch\u00e4tzten Jahreserl\u00f6s ermittelt. Zugunsten der Kl\u00e4gerin seien vielmehr die h\u00f6chsten Rohgewinnaufschlags\u00e4tze der Richtsatzsammlung (2000 bis 2006: 317 %, 2007 bis 2009: 335 %, 2010: 400 %) zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht D\u00fcsseldorf hat auch hier die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p>Quelle: FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 07.02.2018 zu den Urteilen 13 K 3811\/15 und 13 K 3812\/15 vom 24.11.2017<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen einer Betriebspr\u00fcfung bei einem Gastronomiebetrieb stellte das beklagte Finanzamt erhebliche M\u00e4ngel in der Buchf\u00fchrung und in der Kassenf\u00fchrung fest und nahm Hinzusch\u00e4tzungen zu den Umsatzerl\u00f6sen f\u00fcr die Jahre 2000 bis 2010 vor. Dabei legte es einen durchschnittlichen Tageserl\u00f6s zugrunde, der sich aus zwei Z-Bons aus August 2012 ergab. 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