{"id":46753,"date":"2018-02-23T09:48:55","date_gmt":"2018-02-23T07:48:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=46753"},"modified":"2018-02-23T09:48:55","modified_gmt":"2018-02-23T07:48:55","slug":"keine-tarifbeguenstigung-fuer-nicht-entnommene-verschmelzungsgewinne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-tarifbeguenstigung-fuer-nicht-entnommene-verschmelzungsgewinne\/","title":{"rendered":"Keine Tarifbeg\u00fcnstigung f\u00fcr nicht entnommene Verschmelzungsgewinne"},"content":{"rendered":"<article>\n<div id=\"vorspann\"><\/div>\n<\/article>\n<article>Der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Gerichtsbescheid vom 28. August 2017 (Az. 3 K 1256\/15 F) entschieden, dass die Tarifbeg\u00fcnstigung f\u00fcr nicht entnommene Gewinne nach \u00a7 34a EStG f\u00fcr au\u00dferbilanziell hinzuzurechnende Ergebnisse aus der Verschmelzung einer GmbH auf eine KG nicht gilt.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger sind je zur H\u00e4lfte an einer KG beteiligt. Von einer 100 %-igen Enkel-GmbH der KG wurde ein Teilbetrieb abgespalten und auf die KG verschmolzen. Hierdurch kam es bei der Ermittlung des steuerlichen Gewinns der KG zu Erh\u00f6hungen nach \u00a7\u00a7 4 und 7 UmwStG. Diese Erh\u00f6hungsbetr\u00e4ge ber\u00fccksichtigte das Finanzamt nicht im Rahmen der Tarifbeg\u00fcnstigung f\u00fcr thesaurierte Gewinne nach \u00a7 34a EStG, weil es sich um eine au\u00dferbilanzielle Hinzurechnung in Form einer \u201efiktiven Gewinnaussch\u00fcttung&#8220; handele. Die Kl\u00e4ger machten demgegen\u00fcber geltend, dass die Betr\u00e4ge zum laufenden Gewinn geh\u00f6rten und das Gesetz planwidrige L\u00fccken enthalte, die teleologisch zu erg\u00e4nzen seien.<\/p>\n<p>Die Klage hatte keinen Erfolg. Nach \u00a7 34a Abs. 2 EStG sei nur der nach \u00a7 4 Abs. 1 Satz 1 oder \u00a7 5 EStG ermittelte Gewinn, vermindert um den positiven Saldo der Entnahmen und Einlagen, beg\u00fcnstigt, wenn er nicht entnommen werde. Aus diesem Verweis auf die Vorschriften \u00fcber den Betriebsverm\u00f6gensvergleich folge, dass die au\u00dferbilanzielle Hinzurechnung nicht abziehbarer Betriebsausgaben nicht umfasst sei. Da auch die hier streitigen Verschmelzungsergebnisse au\u00dferbilanziell hinzugerechnet wurden, seien sie nicht beg\u00fcnstigt. F\u00fcr die von den Kl\u00e4gern geforderte extensive Auslegung des Gesetzes \u00fcber seinen Wortlaut hinaus bestehe kein Anlass. Ziel der Regelung sei es, Einzel- und Mitunternehmer in vergleichbarer Weise wie Kapitalgesellschaften tariflich zu belasten. Die Beg\u00fcnstigung erfolge aber nur f\u00fcr eine aufgrund eines Gewinns eingetretene Betriebsverm\u00f6gensmehrung. In den F\u00e4llen der \u00a7\u00a7 4 und 7 UmwStG trete aber bei der aufnehmenden Personengesellschaft gerade keine Betriebsverm\u00f6gensmehrung durch die Erwirtschaftung eines Gewinns ein. Vielmehr w\u00fcrden die bei der untergegangenen Kapitalgesellschaft noch zu besteuernden Gewinne erfasst. Gegen die von den Kl\u00e4gern geforderte Auslegung spreche auch, dass der Gesetzgeber f\u00fcr die Thesaurierungsbeg\u00fcnstigung im umgekehrten Fall der Einbringung eines Betriebs oder Mitunternehmeranteils in eine Kapitalgesellschaft in \u00a7 34a Abs. 6 Satz 1 Nr. 2 EStG eine ausdr\u00fcckliche Regelung getroffen habe.<\/p>\n<p>Die vom Senat zugelassene Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen IV R 13\/17 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<\/article>\n<p>Quelle: FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.02.2018 zum Gerichtsbescheid 3 K 1256\/15 vom 28.08.2017<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Gerichtsbescheid vom 28. August 2017 (Az. 3 K 1256\/15 F) entschieden, dass die Tarifbeg\u00fcnstigung f\u00fcr nicht entnommene Gewinne nach \u00a7 34a EStG f\u00fcr au\u00dferbilanziell hinzuzurechnende Ergebnisse aus der Verschmelzung einer GmbH auf eine KG nicht gilt. 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