{"id":46820,"date":"2018-03-07T11:25:39","date_gmt":"2018-03-07T09:25:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=46820"},"modified":"2018-03-07T11:25:39","modified_gmt":"2018-03-07T09:25:39","slug":"kein-krankengeld-bei-verspaeteter-vorlage-der-au-bescheinigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kein-krankengeld-bei-verspaeteter-vorlage-der-au-bescheinigung\/","title":{"rendered":"Kein Krankengeld bei versp\u00e4teter Vorlage der AU-Bescheinigung"},"content":{"rendered":"<article>\n<div id=\"vorspann\"><\/div>\n<\/article>\n<article>Die 1986 geborene Kl\u00e4gerin war ab dem 01.06.2016 als Arbeitnehmerin besch\u00e4ftigt. Sie erkrankte am 10.06.2016 arbeitsunf\u00e4hig und k\u00fcndigte sodann das Arbeitsverh\u00e4ltnis zum 30.06.2016. Die AU-Bescheinigung vom 10.06.2016 ging am 01.07.2016 bei der Beklagten ein, die wegen versp\u00e4teter Vorlage die Zahlung von Krankengeld ablehnte.<\/p>\n<p>Zu Recht, urteilte die 3. Kammer des Sozialgerichts. Das Krankengeld ruht f\u00fcr den Zeitraum vom 10.06.2016 bis zum 30.06.2016 und kommt damit nicht zur Auszahlung. Grund hierf\u00fcr ist die versp\u00e4tete \u00dcbersendung der Bescheinigung.<\/p>\n<p>Das Argument der Kl\u00e4gerin, sie habe nicht gewusst, dass sie keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung habe, \u00fcberzeugte die Kammer nicht. Ein Verschulden des behandelnden Arztes bei der Handhabung des Vordrucks kann nicht der Beklagten zugerechnet werden.<\/p>\n<p>Die gesetzliche Meldepflicht ist eine Obliegenheit des Versicherten. Sie soll gew\u00e4hrleisten, dass die Krankenkasse m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig \u00fcber das Fortbestehen der Arbeitsunf\u00e4higkeit informiert und in die Lage versetzt wird, vor der Entscheidung \u00fcber den Krankengeldanspruch und ggf. auch w\u00e4hrend des folgenden Leistungsbezugs den Gesundheitszustand des Versicherten durch den Medizinischen Dienst \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen, um Zweifel an der \u00e4rztlichen Beurteilung zu beseitigen und gegebenenfalls Ma\u00dfnahmen zur Sicherung des Heilerfolges und zur Wiederherstellung der Arbeitsf\u00e4higkeit einleiten zu k\u00f6nnen. Vers\u00e4umt der Versicherte die Meldung, f\u00fchrt dies zu einem regelm\u00e4\u00dfig endg\u00fcltigen Verlust eines entstandenen und f\u00e4lligen Anspruchs.<\/p>\n<p>Auf Organisationsm\u00e4ngel der Beklagten kann sich die Kl\u00e4gerin nicht berufen. Die Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung tr\u00e4gt den eindeutigen Hinweis: \u201eAusfertigung zur Vorlage bei der Krankenkasse&#8220;. Insoweit h\u00e4tte der Kl\u00e4gerin klar sein m\u00fcssen, dass sie die Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung der Krankenkasse zu \u00fcbersenden hat. Auf die Vorschriften im Gesetz \u00fcber die Entgeltfortzahlung (EntgFG) kann sich die Kl\u00e4gerin nicht berufen, da sie von dem Arbeitgeber keine entsprechenden Zahlungen verlangen konnte.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem l\u00e4sst die gesetzliche Regelung im EntgFG nach Auffassung der Richter nicht den R\u00fcckschluss zu, dass der Versicherte sich darauf verlassen darf, der Arzt werde die AU der Krankenkasse melden.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p>Quelle: SG Detmold, Urteil S 3 KR 824\/16 vom 12.01.2018 (nrkr)<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 1986 geborene Kl\u00e4gerin war ab dem 01.06.2016 als Arbeitnehmerin besch\u00e4ftigt. Sie erkrankte am 10.06.2016 arbeitsunf\u00e4hig und k\u00fcndigte sodann das Arbeitsverh\u00e4ltnis zum 30.06.2016. 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