{"id":46897,"date":"2018-03-07T12:06:27","date_gmt":"2018-03-07T10:06:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=46897"},"modified":"2018-03-07T12:06:27","modified_gmt":"2018-03-07T10:06:27","slug":"bfh-verpasst-chance-auf-zeitgemaesse-verzinsung-von-steuernachforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-verpasst-chance-auf-zeitgemaesse-verzinsung-von-steuernachforderungen\/","title":{"rendered":"BFH verpasst Chance auf zeitgem\u00e4\u00dfe Verzinsung von Steuernachforderungen"},"content":{"rendered":"<article>\n<div id=\"vorspann\"><\/div>\n<\/article>\n<article>Am 27. Februar 2018 verk\u00fcndete der Bundesfinanzhof (BFH), dass der gesetzliche Zinssatz von 6 % f\u00fcr Steuernachforderungen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist. Er f\u00fchrt damit seine bisherige Rechtsprechung fort, nach der sich die das Zinsniveau bestimmenden Verh\u00e4ltnisse nicht in einer Weise ge\u00e4ndert haben, die eine Vorlage an das Bundesverfassungsgericht erforderlich machten.<\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcr uns ist es unverst\u00e4ndlich, dass der BFH die ge\u00e4nderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch immer nicht ber\u00fccksichtigt. Eine Anpassung des gesetzlichen Zinssatzes auf Steuernachzahlungen ist seit Jahren \u00fcberf\u00e4llig!&#8220;, erkl\u00e4rt der Vizepr\u00e4sident der Bundessteuerberaterkammer, Dr. Hartmut Schwab. Zu den konkreten Auswirkungen f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Unternehmen f\u00fchrt Schwab weiter aus: \u201eDie Zinsen auf Steuernachzahlungen werden faktisch zu einem Strafzuschlag. Viele Unternehmer f\u00fchlen sich gedr\u00e4ngt, in einer Betriebspr\u00fcfung schnell zu einer Verst\u00e4ndigung mit dem Pr\u00fcfer zu kommen und streitige Fragen nicht gerichtlich kl\u00e4ren zu lassen. Damit wird letztlich auch der Rechtsschutz beschnitten.&#8220;<\/p>\n<p>Der Zinssatz f\u00fcr die Verzinsung von Steuernachforderungen, Steuererstattungen, Steuerstundungen etc. liegt seit Ver\u00f6ffentlichung der Abgabenordnung 1977 unver\u00e4ndert bei 0,5 % pro Monat, also 6 % im Jahr. Mit der Verzinsung soll ein Ausgleich daf\u00fcr geschaffen werden, dass die Steuern trotz gleichen gesetzlichen Entstehungszeitpunkts zu unterschiedlichen Zeitpunkten festgesetzt und erhoben werden.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Abzinsung von Pensionsr\u00fcckstellungen gilt ein Zinssatz von 6 %. Das Bundesverfassungsgericht wird nach einem Vorlagebeschluss des Finanzgerichts K\u00f6ln die Gelegenheit haben, sich mit der H\u00f6he dieses Zinssatzes auseinanderzusetzen. Nach Auffassung des Finanzgerichts hat sich in dem heutigen Zinsumfeld der gesetzlich vorgeschriebene Zinsfu\u00df so weit von der Realit\u00e4t entfernt, dass er vom Gesetzgeber h\u00e4tte \u00fcberpr\u00fcft werden m\u00fcssen. \u201eWir sehen einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts mit Spannung entgegen&#8220;, so Schwab. \u201eUnserer Auffassung nach kann die Entscheidung \u00fcber den Abzinsungssatz f\u00fcr Pensionsr\u00fcckstellungen nicht ohne Auswirkungen auf den gesetzlichen Zinssatz in der Abgabenordnung bleiben.&#8220;<\/p>\n<div class=\"clearfix\">\u00a0Quelle: BStBK, Pressemitteilung vom 28.02.2018<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. Februar 2018 verk\u00fcndete der Bundesfinanzhof (BFH), dass der gesetzliche Zinssatz von 6 % f\u00fcr Steuernachforderungen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist. Er f\u00fchrt damit seine bisherige Rechtsprechung fort, nach der sich die das Zinsniveau bestimmenden Verh\u00e4ltnisse nicht in einer Weise ge\u00e4ndert haben, die eine Vorlage an das Bundesverfassungsgericht erforderlich machten. &#8222;F\u00fcr uns ist es &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-verpasst-chance-auf-zeitgemaesse-verzinsung-von-steuernachforderungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH verpasst Chance auf zeitgem\u00e4\u00dfe Verzinsung von Steuernachforderungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-46897","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46897","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46897"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46897\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}