{"id":46923,"date":"2018-03-12T16:53:35","date_gmt":"2018-03-12T14:53:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=46923"},"modified":"2018-03-12T16:53:35","modified_gmt":"2018-03-12T14:53:35","slug":"bfh-keine-restschuldbefreiung-fuer-masseverbindlichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-keine-restschuldbefreiung-fuer-masseverbindlichkeiten\/","title":{"rendered":"BFH: Keine Restschuldbefreiung f\u00fcr Masseverbindlichkeiten"},"content":{"rendered":"<section id=\"content\"><\/section>\n<section id=\"main-content\">\n<article>\n<div id=\"vorspann\"><\/div>\n<\/article>\n<article>Ist Einkommensteuer im Insolvenzverfahren als Masseverbindlichkeit entstanden, aber vom Insolvenzverwalter aufgrund von Masseunzul\u00e4nglichkeit nicht beglichen worden, darf das Finanzamt (FA) die Steuerschuld nach Abschluss des Insolvenzverfahrens mit Erstattungsanspr\u00fcchen des ehemaligen Insolvenzschuldners verrechnen. Eine dem Insolvenzschuldner erteilte Restschuldbefreiung steht dem nicht entgegen, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 28. November 2017 VII R 1\/16 entschieden hat.<\/p>\n<p>In dem Streitfall war \u00fcber das Verm\u00f6gen des Kl\u00e4gers das Insolvenzverfahren er\u00f6ffnet worden. Aufgrund der Verwertung von Insolvenzmasse durch den Insolvenzverwalter war Einkommensteuer als sog. Masseverbindlichkeit entstanden, die von dem Insolvenzverwalter nicht beglichen wurde. Nachdem das Insolvenzverfahren wegen Masseunzul\u00e4nglichkeit eingestellt und dem Kl\u00e4ger Restschuldbefreiung gem\u00e4\u00df \u00a7 301 der Insolvenzordnung (InsO) erteilt worden war, machte das FA die unbezahlt gebliebenen Steuerschulden geltend und verrechnete diese mit sp\u00e4ter entstandenen Erstattungsanspr\u00fcchen des Kl\u00e4gers. Das Finanzgericht hob den Abrechnungsbescheid auf und entschied, dass der Kl\u00e4ger f\u00fcr Steuerschulden, die durch Verwertungshandlungen des Insolvenzverwalters entstanden seien, nicht einstehen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Dieser Rechtsauffassung ist der BFH nicht gefolgt. Masseverbindlichkeiten werden nach seinem Urteil weder von einer Restschuldbefreiung erfasst &#8211; dies hatte der Bundesgerichtshof (BGH) bislang offengelassen &#8211; noch steht der Verrechnung eine sich aus dem Insolvenzverfahren ergebende Haftungsbeschr\u00e4nkung entgegen.<\/p>\n<p>Zwar sei Ziel eines Insolvenzverfahrens, dem redlichen Schuldner Gelegenheit zu geben, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien. Die Restschuldbefreiung nach \u00a7 301 InsO sei aber ausdr\u00fccklich auf Insolvenzgl\u00e4ubiger beschr\u00e4nkt. H\u00e4tte der Gesetzgeber die Restschuldbefreiung auch auf Masseverbindlichkeiten erstrecken wollen, so h\u00e4tte er dies entsprechend regeln m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Soweit die BGH-Rechtsprechung von einer sog. Haftungsbeschr\u00e4nkung f\u00fcr Masseverbindlichkeiten ausgehe, die nach Verfahrenser\u00f6ffnung durch Rechtshandlungen des Insolvenzverwalters begr\u00fcndet worden sind, lasse sich dies auf Steuerschulden nicht \u00fcbertragen, sodass insoweit keine \u201eEinrede der beschr\u00e4nkten Haftung des Insolvenzschuldners&#8220; besteht.<\/p>\n<\/article>\n<p>Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 13\/18 vom 07.03.2018 zum Urteil VII R 1\/16 vom 28.11.2017<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n<\/section>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist Einkommensteuer im Insolvenzverfahren als Masseverbindlichkeit entstanden, aber vom Insolvenzverwalter aufgrund von Masseunzul\u00e4nglichkeit nicht beglichen worden, darf das Finanzamt (FA) die Steuerschuld nach Abschluss des Insolvenzverfahrens mit Erstattungsanspr\u00fcchen des ehemaligen Insolvenzschuldners verrechnen. 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