{"id":47616,"date":"2018-04-08T07:27:03","date_gmt":"2018-04-08T05:27:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=47616"},"modified":"2018-04-08T07:27:39","modified_gmt":"2018-04-08T05:27:39","slug":"hartz-iv-empfaenger-mit-schweizer-schwarzgeldkonto-scheitern-erneut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/hartz-iv-empfaenger-mit-schweizer-schwarzgeldkonto-scheitern-erneut\/","title":{"rendered":"Hartz-IV-Empf\u00e4nger mit Schweizer Schwarzgeldkonto scheitern erneut"},"content":{"rendered":"<article>\n<div id=\"vorspann\">Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat entschieden, dass Hartz-IV-Empf\u00e4nger, die Verm\u00f6genswerte auf einem Schweizer Konto verschwiegen haben, Grundsicherungsleistungen f\u00fcr ca. 10 Jahre i. H. v. 175.000 Euro zur\u00fcckzahlen m\u00fcssen.<\/div>\n<\/article>\n<div><\/div>\n<div>Zugrunde lag der Fall eines Ehepaars aus dem Landkreis Emsland. Seit dem Jahr 2005 bezogen sie Grundsicherungsleistungen, da sie im Antragsformular gegen\u00fcber dem Jobcenter kein verwertbares Verm\u00f6gen angegeben hatten. Nachdem das Land Rheinland-Pfalz eine CD mit Kontodaten von deutschen Staatsb\u00fcrgern bei der Credit Suisse erworben hatte, erfuhr das Jobcenter Ende 2014 von einem Konto des Ehemanns im Wert von ca. 147.000 Euro und forderte die bisherigen Leistungen zur\u00fcck. Der Mann bestritt jedoch, dass es sich um sein Verm\u00f6gen handele. Hierf\u00fcr gebe es keine Beweise. Er sehe sich als \u201eOpfer eines totalen Vernichtungsfeldzugs von Beh\u00f6rden und Justiz&#8220;.<\/div>\n<article>Das LSG vermochte sich der Ansicht des Paares nicht anzuschlie\u00dfen. Es habe sich bei dem Schweizer Konto um ihr Verm\u00f6gen gehandelt, das sie arglistig verschwiegen h\u00e4tten. Ohne das Geld w\u00e4ren ihr Finanzgebaren und ihr aufwendiger Lebensstil nicht erkl\u00e4rlich. Als Indizien hat das Gericht zahlreiche Bareinzahlungen auf das Girokonto, den Barkauf eines Autos, Sondertilgungen des Hauskredits und die schulgeldpflichtigen Privatgymnasien f\u00fcr die S\u00f6hne angesehen. Durch die selektive Vorlage von Kontoausz\u00fcgen h\u00e4tten sie versucht, den Eindruck der v\u00f6lligen \u00dcberschuldung zu erwecken. So sei ein Saldo von ca. -33.000 Euro dokumentiert worden, der nur wenig sp\u00e4ter durch verschwiegene Wertpapierverk\u00e4ufe von 88.000 Euro ausgeglichen wurde. Durch stetige, aggressive Beschwerden und Beleidigungen von Beh\u00f6rdenmitarbeitern h\u00e4tten das Paar planvoll versucht, sich einer n\u00e4heren \u00dcberpr\u00fcfung zu entziehen. Zwar sei der Mann im Strafverfahren wegen eines querulatorischen Wahns f\u00fcr schuldunf\u00e4hig erachtet worden, er sei deshalb aber nicht au\u00dferstande gewesen, gegen\u00fcber dem Jobcenter wahrheitsgem\u00e4\u00dfe Angaben zu machen. Denn sobald es ihm opportun erschien, habe er seine Anliegen auch sachlich, h\u00f6flich und eloquent vertreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kurz vor der Entscheidung des Gerichts sind sechs weitere Berufungen eingegangen. Die Kl\u00e4ger verlangen auch weiterhin Leistungen vom Jobcenter.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p>Quelle: LSG Niedersachsen-Bremen, Pressemitteilung vom 03.04.2018 zum Urteil L 13 AS 77\/15 vom 14.03.2018<\/p>\n<article>\u00a0<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat entschieden, dass Hartz-IV-Empf\u00e4nger, die Verm\u00f6genswerte auf einem Schweizer Konto verschwiegen haben, Grundsicherungsleistungen f\u00fcr ca. 10 Jahre i. H. v. 175.000 Euro zur\u00fcckzahlen m\u00fcssen. Zugrunde lag der Fall eines Ehepaars aus dem Landkreis Emsland. 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