{"id":47926,"date":"2018-04-19T10:48:26","date_gmt":"2018-04-19T08:48:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=47926"},"modified":"2018-04-19T10:48:26","modified_gmt":"2018-04-19T08:48:26","slug":"mindestlohn-zollbehoerde-darf-pruefen-ob-international-taetige-logistikunternehmen-ohne-sitz-in-deutschland-das-mindestlohngesetz-beachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/mindestlohn-zollbehoerde-darf-pruefen-ob-international-taetige-logistikunternehmen-ohne-sitz-in-deutschland-das-mindestlohngesetz-beachten\/","title":{"rendered":"Mindestlohn: Zollbeh\u00f6rde darf pr\u00fcfen, ob international t\u00e4tige Logistikunternehmen ohne Sitz in Deutschland das Mindestlohngesetz beachten"},"content":{"rendered":"<section id=\"content\"><\/section>\n<section id=\"main-content\">\n<article>\n<h4>Das Finanzgericht Baden-W\u00fcrttemberg f\u00fchrte im Verfahren zur Erlangung vorl\u00e4ufigen Rechtsschutzes mit Beschluss vom 28. Juli 2017 (Az. 11 V 2865\/16) aus, die Zollverwaltung sei berechtigt, eine Pr\u00fcfung zur Kontrolle des Mindestlohngesetzes (MiLoG) anzuordnen.<\/h4>\n<\/article>\n<article>\u00a7 2 des Schwarzarbeitsbek\u00e4mpfungsgesetzes (SchwarzArbG) liste die Pr\u00fcfungsaufgaben der Zollverwaltung auf und setze die M\u00f6glichkeit voraus, eine Pr\u00fcfung anzuordnen. Gegenstand der Pr\u00fcfungsma\u00dfnahmen sei das MiLoG. F\u00fcr dieses Gesetz stehe dem Bund die Gesetzgebungskompetenz zu. Dieser sei f\u00fcr das Arbeitsrecht zust\u00e4ndig und befugt, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuf\u00fchren. F\u00fcr die Pr\u00fcfung, ob ein Arbeitgeber seine Pflichten einhalte, seien die Beh\u00f6rden der Zollverwaltung zust\u00e4ndig. Jeder Arbeitgeber sei verpflichtet, f\u00fcr im Inland besch\u00e4ftigte Arbeitnehmer den Mindestlohn zu zahlen und die f\u00fcr die Kontrolle der Einhaltung des Mindestlohns erforderlichen Unterlagen zu erstellen und bereitzuhalten. Dies gelte auch f\u00fcr die Antragstellerin, eine ausl\u00e4ndische Arbeitgeberin im Transportgewerbe. Auf ihren Sitz komme es nicht an. Es gehe um ihre \u201eim Inland besch\u00e4ftigten&#8220; Arbeitnehmer. Die Antragstellerin habe Arbeitnehmer \u201eentweder im grenz\u00fcberschreitenden Stra\u00dfenverkehr mit Be- oder Entladung in Deutschland oder im Kabotageverkehr eingesetzt&#8220;. Es handle sich hierbei nicht um reine Transitfahrten.<\/p>\n<p>Die Antragstellerin geh\u00f6rt zu einem international t\u00e4tigen Logistikunternehmen mit Niederlassungen in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, darunter Polen. Im September 2015 f\u00fchrte das Hauptzollamt (HZA) vor dem Tor eines Werks eine Pr\u00fcfung nach dem SchwarzArbG durch. Ein LKW-Fahrer gab an, bei der Antragstellerin seit einem Monat f\u00fcr 500 Euro monatlich f\u00fcr 12 Stunden t\u00e4glich von Montag bis Samstag besch\u00e4ftigt zu sein. Einen Lohn habe er noch nicht erhalten. Daraufhin forderte das HZA die Antragstellerin auf, Unterlagen f\u00fcr den Arbeitnehmer vorzulegen und zwar Arbeitsvertr\u00e4ge, Lohnabrechnungen, Nachweise \u00fcber die Lohnzahlung, Arbeitszeitaufzeichnungen sowie Firma und Anschrift der jeweiligen Auftraggeber. Das HZA wollte pr\u00fcfen, ob die Antragstellerin ihren Arbeitnehmern f\u00fcr die Zeit, in der diese in Deutschland t\u00e4tig gewesen sind, ein Arbeitsentgelt in H\u00f6he des geltenden Mindestlohns gezahlt hat.<\/p>\n<p>Gegen die Pr\u00fcfungsverf\u00fcgung legte die Antragstellerin Einspruch ein und beantragte, diese von der Vollziehung auszusetzen. Ihrer Ansicht nach, sei das HZA nicht zust\u00e4ndig. Sie habe auch keine Arbeitnehmer im Inland besch\u00e4ftigt, sondern Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse im Ausland begr\u00fcndet. F\u00fcr dieses finde das Recht des Herkunftslands Anwendung. Eine verfassungs- und gemeinschaftsrechtskonforme Auslegung gebiete, das MiLoG nicht auf ausl\u00e4ndische Transportunternehmer anzuwenden, die nur kurzzeitige T\u00e4tigkeiten im Inland entfalteten.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p>Quelle: FG Baden-W\u00fcrttemberg, Pressemitteilung vom 17.04.2018 zum Beschluss 11 V 2865\/16 vom 28.07.2017<\/p>\n<article>&nbsp;<\/p>\n<\/article>\n<\/section>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Finanzgericht Baden-W\u00fcrttemberg f\u00fchrte im Verfahren zur Erlangung vorl\u00e4ufigen Rechtsschutzes mit Beschluss vom 28. Juli 2017 (Az. 11 V 2865\/16) aus, die Zollverwaltung sei berechtigt, eine Pr\u00fcfung zur Kontrolle des Mindestlohngesetzes (MiLoG) anzuordnen. \u00a7 2 des Schwarzarbeitsbek\u00e4mpfungsgesetzes (SchwarzArbG) liste die Pr\u00fcfungsaufgaben der Zollverwaltung auf und setze die M\u00f6glichkeit voraus, eine Pr\u00fcfung anzuordnen. 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