{"id":48175,"date":"2018-05-16T09:31:42","date_gmt":"2018-05-16T07:31:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48175"},"modified":"2018-05-16T09:31:42","modified_gmt":"2018-05-16T07:31:42","slug":"studium-am-bankkolleg-nach-abgeschlossener-banklehre-als-teil-der-erstausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/studium-am-bankkolleg-nach-abgeschlossener-banklehre-als-teil-der-erstausbildung\/","title":{"rendered":"Studium am Bankkolleg nach abgeschlossener Banklehre als Teil der Erstausbildung"},"content":{"rendered":"<div class=\"bsbold VersatztNachLinks\">\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dd>\n<h2>1. Ist aufgrund objektiver Beweisanzeichen erkennbar, dass das Kind die f\u00fcr sein angestrebtes Berufsziel erforderliche Ausbildung nicht bereits mit dem ersten erlangten Abschluss beendet hat, kann auch eine weiterf\u00fchrende Ausbildung noch als Teil der Erstausbildung zu qualifizieren sein. Abzustellen ist dabei darauf, ob die Ausbildungsabschnitte in einem engen sachlichen Zusammenhang zueinander stehen (z.B. dieselbe Berufssparte, derselbe fachliche Bereich) und im engen zeitlichen Zusammenhang durchgef\u00fchrt werden (Anschluss an BFH-Urteil vom 22. Juni 2016 V R 32\/15, BFH\/NV 2016, 1554, m. w., N.; ebenso Abschn. A 20.2.4 Abs. 2 DA-KG 2017, BStBl I 2017, 1005).<\/h2>\n<h2>\n2. Zwei Ausbildungsabschnitte werden auch dann im engen zeitlichen Zusammenhang durchgef\u00fchrt, wenn das Kind die weitere Berufsausbildung zum n\u00e4chstm\u00f6glichen Zeitpunkt aufnimmt. Dem steht eine Berufst\u00e4tigkeit nicht entgegen, es sei denn, der zweite Ausbildungsabschnitt setzt eine Berufst\u00e4tigkeit voraus oder das Kind nimmt vor Beginn der zweiten Ausbildung eine Berufst\u00e4tigkeit auf, die nicht nur der zeitlichen \u00dcberbr\u00fcckung bis zum Beginn der n\u00e4chsten Ausbildung dient.<\/h2>\n<h2>3. Wird der Wille des Kindes, die Ausbildung fortzusetzen, sp\u00e4ter als einen Monat nach Abschluss des ersten Ausbildungsabschnitts objektiv erkennbar (hier: durch eine Bewerbung um einen Studienplatz), ist der enge zeitliche Zusammenhang nicht allein deshalb zu verneinen.<\/h2>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; BFH-Az.: III B 148\/17<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"bssmall\">Nieders\u00e4chsisches Finanzgericht 1. Senat, Urteil vom 13.11.2017, 1 K 115\/17, ECLI:DE:FGNI:2017:1113.1K115.17.00<\/p>\n<p class=\"bssmall\">\u00a7 32 Abs 4 S 1 Nr 2 EStG, \u00a7 32 Abs 4 S 2 EStG<\/p>\n<div>\n<h4 class=\"doc\">Tatbestand<\/h4>\n<div>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_1\"><\/a>1<\/dt>\n<dd>Streitig ist, ob die Tochter T der Kl\u00e4gerin, geb. \u2026 1993, ihre erstmalige Berufsausbildung mit der Ausbildung zur Bankkauffrau abgeschlossen hatte oder ein Bankfachwirt-Studium am Bankkolleg der Genossenschaftsakademie \u2026 noch Teil der Erstausbildung war.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_2\"><\/a>2<\/dt>\n<dd>Die Kl\u00e4gerin bezog f\u00fcr T von Geburt an Kindergeld. T begann im Anschluss an das Abitur am 1. August 2012 eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Volksbank X. Die Ausbildung endete am 25. Juni 2015. Die Beklagte (die Familienkasse) hob die Kindergeldfestsetzung ab Juli 2015 auf.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_3\"><\/a>3<\/dt>\n<dd>Unter dem 16. September 2015 meldete sich T f\u00fcr ein berufsbegleitendes Studium zum Bankfachwirt bei der Akademie an. Die Akademie bot hierf\u00fcr 2015 Studieng\u00e4nge in Y &#8211; Beginn 1. Juni 2015 &#8211; und in Z &#8211; Beginn 1. November 2015 &#8211; an. T nahm ihr Studium am 1. November 2015 in Z auf. Es ist in vier Semester aufgeteilt und vermittelt &#8211; so die Akademie &#8211; ein breites \u00fcbergreifendes Wissen in den Bereichen Bankwirtschaft, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechtsgrundlagen des Bankgesch\u00e4fts, Privatkundengesch\u00e4ft und Firmenkundengesch\u00e4ft. Es beinhaltete pro Semester 84 bis 105 Pr\u00e4senzstunden an Samstagen, mehrere Webinare sowie 2 bis 4 Semesterpr\u00fcfungen, w\u00e4hrend des ganzen Studiums insgesamt 385 Pr\u00e4senzstunden, 16 Webinare und 14 Semesterpr\u00fcfungen. Es dient zur Vorbereitung auf den beruflichen Fortbildungsabschluss \u201eBankfachwirt BankColleg\u201c sowie zum \u201eBankfachwirt IHK\u201c. Voraussetzung f\u00fcr die Anmeldung zum Studium ist eine abgeschlossene Bankausbildung oder eine dreij\u00e4hrige Berufst\u00e4tigkeit in der Bank. Das Studium ist kostenpflichtig. Neben dem Studium arbeitete T in Vollzeit als Bankkauffrau bei der Volksbank. Die Akademie bescheinigte mit Schreiben vom 3. April 2017, T habe an allen bis dahin angefallenen Semesterpr\u00fcfungen teilgenommen.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_4\"><\/a>4<\/dt>\n<dd>Die Kl\u00e4gerin beantragte im August 2016, Kindergeld f\u00fcr T ab Juli 2015 festzusetzen. Die Familienkasse lehnte dies mit Bescheid vom 26. Januar 2017 mit der Begr\u00fcndung ab, eine Schulausbildung k\u00f6nne regelm\u00e4\u00dfig erst ab 10 Unterrichtsstunden pro Woche als ausreichende Ausbildung anerkannt werden. Diese Stundenzahl erreiche T nicht.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_5\"><\/a>5<\/dt>\n<dd>Das Einspruchsverfahren blieb erfolglos (Einspruchsbescheid vom 13. April 2017). Die Familienkasse vertrat nunmehr die Auffassung, die Ausbildung zur Bankkauffrau stelle eine abgeschlossene Erstausbildung dar. Die Kl\u00e4gerin habe nicht nachgewiesen oder glaubhaft gemacht, dass das angestrebte Berufsziel mit dem Abschluss Bankkauffrau noch nicht erreicht gewesen sei und es sich im Fall der T um eine mehraktige Berufsausbildung handele. Es fehle an einem engen zeitlichen Zusammenhang zwischen den beiden Ausbildungen. T habe sich nicht innerhalb eines Monats nach Abschluss des vorausgegangenen Ausbildungsabschnitts f\u00fcr das BankColleg beworben oder der Familienkasse eine diesbez\u00fcgliche Absicht mitgeteilt. Sie habe sich auch w\u00e4hrend ihrer Berufst\u00e4tigkeit um das Studium beworben. Es fehle an objektiven Beweisanzeichen, dass T vor Abschluss ihrer Ausbildung im Juni 2015 noch eine weiterf\u00fchrende Ausbildung als Teil einer Erstausbildung angestrebt habe (BFH-Urteil vom 4.\u00a0Februar 2016 III R 14\/15, BFHE 253, 145, BStBl II 2016 II, 615). Wegen ihrer Erwerbst\u00e4tigkeit k\u00f6nne T nach der abgeschlossenen Erstausbildung zur Bankkauffrau nicht mehr als Kind in Berufsausbildung ber\u00fccksichtigt werden (\u00a7 32 Abs. 4 Satz 2 Einkommensteuergesetz &#8211; EStG).<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_6\"><\/a>6<\/dt>\n<dd>Hiergegen richtet sich die Klage. F\u00fcr T sei bereits bei Beginn der Ausbildung zur Bankkauffrau klar gewesen, die Ausbildung mit dem akademischen Abschluss Bankfachwirtin abzuschlie\u00dfen. Dazu habe sie den n\u00e4chstm\u00f6glichen Studienbeginn im Anschluss an ihren Abschluss Bankkauffrau wahrgenommen. Das Studium k\u00f6nne nur im Halbjahrestakt begonnen werden. Das Vorgehen sei mit der Ausbildungsgeberin der T grunds\u00e4tzlich abgesprochen gewesen. Das Studium stehe in engem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der Ausbildung zur Bankkauffrau. Zwischen dem Abschluss \u201eBankkauffrau\u201c und der Aufnahme des Studiums h\u00e4tten deutlich weniger als vier Monate gelegen. Entgegen der im Einspruchsverfahren von der Familienkasse vertretenen Auffassung enthalte das Tatbestandsmerkmal der Berufsausbildung kein einschr\u00e4nkendes Erfordernis eines zeitlichen Mindestumfangs von Ausbildungsma\u00dfnahmen.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_7\"><\/a>7<\/dt>\n<dd>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_8\"><\/a>8<\/dt>\n<dd>unter Aufhebung des Ablehnungsbescheids vom 26. Januar 2017 und des Einspruchsbescheids vom 13. April 2017 die Beklagte zu verpflichten, Kindergeld f\u00fcr T ab Juli 2015 festzusetzen.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_9\"><\/a>9<\/dt>\n<dd>Die Beklagte h\u00e4lt an seiner Rechtsauffassung fest und beantragt,<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_10\"><\/a>10<\/dt>\n<dd>die Klage abzuweisen.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_11\"><\/a>11<\/dt>\n<dd>Die Beteiligten haben sich mit Schrifts\u00e4tzen vom 9. Juni und 6. Juli 2017 mit einer Entscheidung durch den Berichterstatter anstelle des Senats einverstanden erkl\u00e4rt.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<\/div>\n<h4 class=\"doc\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h4>\n<div>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_12\"><\/a>12<\/dt>\n<dd>Die Klage ist begr\u00fcndet.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_13\"><\/a>13<\/dt>\n<dd>I. Der Senat entscheidet im Einverst\u00e4ndnis der Beteiligten durch den Berichterstatter (\u00a7 79a Abs. 3 und 4 Finanzgerichtsordnung \u2013 FGO).<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_14\"><\/a>14<\/dt>\n<dd>II. Die Kl\u00e4gerin hat nach \u00a7\u00a062 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 i. V. m. \u00a7\u00a063 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 Einkommensteuergesetz (EStG) ab Juli 2015 einen Anspruch auf Kindergeld f\u00fcr ihre Tochter T. Das berufsbegleitende Studium der Tochter ist noch Teil ihrer Erstausbildung, die Berufst\u00e4tigkeit daher nicht anspruchssch\u00e4dlich.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_15\"><\/a>15<\/dt>\n<dd>1. Die Voraussetzungen des \u00a7\u00a063 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 i. V. m. \u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst. b EStG liegen im Streitfall vor. Danach ist ein \u00fcber 18\u00a0Jahre altes Kind, das &#8211; wie T &#8211; das 25.\u00a0Lebensjahr noch nicht vollendet hat, u.a. dann zu ber\u00fccksichtigen, wenn es sich in einer \u00dcbergangszeit von h\u00f6chstens vier Monaten befindet, die zwischen zwei Ausbildungsabschnitten liegt.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_16\"><\/a>16<\/dt>\n<dd>T hatte ihre Erstausbildung mit Abschluss der Banklehre noch nicht beendet. T befand sich vom 25. Juni 2015 bis zum 1. November 2015 in einer \u00dcbergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten von nicht mehr als vier Monaten. Sie war somit gem\u00e4\u00df \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr.\u00a02 Buchst. b EStG f\u00fcr das Kindergeld zu ber\u00fccksichtigen. Denn eine solche \u00dcbergangszeit ist nach vollen Kalendermonaten zu bemessen (BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 105\/01, BFHE 203, 102, BStBl II 2003, 847).<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_17\"><\/a>17<\/dt>\n<dd>Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums wird ein Kind in den F\u00e4llen des \u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 EStG allerdings nur ber\u00fccksichtigt, wenn es keiner Erwerbst\u00e4tigkeit nachgeht (\u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a02 EStG). Eine Erwerbst\u00e4tigkeit mit bis zu 20\u00a0Stunden regelm\u00e4\u00dfiger w\u00f6chentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverh\u00e4ltnis oder ein geringf\u00fcgiges Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis im Sinne der \u00a7\u00a7\u00a08 und 8a des Vierten Buchs Sozialgesetzbuch sind unsch\u00e4dlich (\u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a03 EStG).<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_18\"><\/a>18<\/dt>\n<dd>a) Der &#8222;Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung&#8220; im Sinne des \u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a02 EStG liegt dann vor, wenn das Kind bef\u00e4higt ist, einen von ihm angestrebten Beruf auszu\u00fcben.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_19\"><\/a>19<\/dt>\n<dd>aa) Dies hat zur Folge, dass erst dann der Verbrauch der Erstausbildung im Sinne des \u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a02 EStG eintreten kann. Da es im Rahmen des \u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a02 EStG auf das angestrebte Berufsziel des Kindes ankommt, muss der Tatbestand &#8222;Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung&#8220; nicht bereits mit dem ersten (objektiv) berufsqualifizierenden Abschluss (z.B. in einem \u00f6ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang) erf\u00fcllt sein (BFH-Urteil vom 3.\u00a0Juli 2014 III\u00a0R\u00a052\/13, BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152). Dies folgt u.a. aus einer gegen\u00fcber \u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0a EStG (Kind, das &#8222;f\u00fcr einen Beruf ausgebildet wird&#8220;) engeren Auslegung des Berufsausbildungsbegriffs (BFH-Urteile in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152; vom 15.\u00a0April 2015 V\u00a0R\u00a027\/14, BFHE 249, 500, BStBl II 2016, 163).<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_20\"><\/a>20<\/dt>\n<dd>bb) Ob bereits der erste (objektiv) berufsqualifizierende Abschluss in einem \u00f6ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang zum Verbrauch der Erstausbildung f\u00fchrt oder ob bei einer mehraktigen Ausbildung auch ein nachfolgender Abschluss Teil der Erstausbildung sein kann, richtet sich danach, ob sich der erste Abschluss als integrativer Bestandteil eines einheitlichen Ausbildungsgangs darstellt (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152). Mehraktige Ausbildungsma\u00dfnahmen sind dann als Teil einer einheitlichen Erstausbildung zu qualifizieren, wenn sie zeitlich und inhaltlich so aufeinander abgestimmt sind, dass die Ausbildung nach Erreichen des ersten Abschlusses fortgesetzt werden soll und das &#8211; von den Eltern und dem Kind &#8211; bestimmte Berufsziel erst \u00fcber den weiterf\u00fchrenden Abschluss erreicht werden kann (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152).<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_21\"><\/a>21<\/dt>\n<dd>cc) Ist aufgrund objektiver Beweisanzeichen erkennbar, dass das Kind die f\u00fcr sein angestrebtes Berufsziel erforderliche Ausbildung nicht bereits mit dem ersten erlangten Abschluss beendet hat, kann auch eine weiterf\u00fchrende Ausbildung noch als Teil der Erstausbildung zu qualifizieren sein (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152). Abzustellen ist dabei darauf, ob die Ausbildungsabschnitte in einem engen sachlichen Zusammenhang zueinander stehen (z.B. dieselbe Berufssparte, derselbe fachliche Bereich) und im engen zeitlichen Zusammenhang durchgef\u00fchrt werden (BFH-Urteile in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152; vom 15. April 2015 V R 27\/14, BFHE 249, 500, BStBl II 2016, 163; vom 16.\u00a0Juni 2015 XI\u00a0R\u00a01\/14, BFH\/NV\u00a02015, 1378; vgl. zum Ganzen BFH-Urteil vom 22. Juni 2016 V R 32\/15, BFH\/NV 2016, 1554; ebenso Abschn. A 20.2.4 Abs. 2 DA-KG 2017, BStBl I 2017, 1005).<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_22\"><\/a>22<\/dt>\n<dd>2. Danach ist Ts Besuch des Bankkollegs noch als Teil einer (mehraktigen) Erstausbildung im Sinne des \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG zu werten.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_23\"><\/a>23<\/dt>\n<dd>a. Die Kl\u00e4gerin gibt an, T habe schon zu Beginn der Banklehre als Berufsziel den Abschluss Bankfachwirtin angestrebt. Die hierf\u00fcr geforderten objektiven Beweisanzeichen &#8211; der enge sachliche und zeitliche Zusammenhang der Ausbildungsabschnitte &#8211; sind gegeben.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_24\"><\/a>24<\/dt>\n<dd>Dies ist f\u00fcr den sachlichen Zusammenhang zu Recht unstreitig. Die praktische Ausbildung zur Bankkauffrau und das nachfolgende Studium am Bankkolleg geh\u00f6ren derselben Berufssparte an. Die Lehrinhalte des Studiums &#8211; Bankwirtschaft, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechtsgrundlagen des Bankgesch\u00e4fts, Privatkundengesch\u00e4ft und Firmenkundengesch\u00e4ft &#8211; stellen eine fachliche Erg\u00e4nzung, Weiterf\u00fchrung und Vertiefung der Ausbildung zur Bankkauffrau dar. Die Ausbildungsabschnitte bauen aufeinander auf. Die Zulassungsvoraussetzung zum Studium kann durch eine erfolgreich absolvierte Banklehre erf\u00fcllt werden.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_25\"><\/a>25<\/dt>\n<dd>Aber auch der enge zeitliche Zusammenhang ist gewahrt. T hat das Studium zum n\u00e4chstm\u00f6glichen Termin nach Abschluss der Banklehre aufgenommen. Ein fr\u00fcherer Beginn war aus studienorganisatorischen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich. Zum Zeitpunkt des vorangegangenen Studienbeginns in Lingen am 1. Juni 2015 erf\u00fcllte T die Zulassungsvoraussetzungen noch nicht. Ihre Banklehre war noch nicht abgeschlossen.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_26\"><\/a>26<\/dt>\n<dd>Dem steht nicht entgegen, dass T sich erst mit Datum 16. September 2015 &#8211; knapp drei Monate nach dem Lehrabschluss am 25. Juni 2015 &#8211; angemeldet hat. Der enge zeitliche Zusammenhang ist zu bejahen, wenn das Kind die weitere Berufsausbildung zum n\u00e4chstm\u00f6glichen Zeitpunkt aufnimmt (BMF-Schreiben vom 8. Februar 2016 IV C 4-S 2282\/07\/0001-01, BStBl I 2016, 226, Tz. 12b). Dies hat T getan. Nach der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung, der das Gericht folgt, kommt es darauf an, dass die Ausbildungsabschnitte in engem zeitlichen Zusammenhang durchgef\u00fchrt werden. Unerheblich ist hingegen, wie gro\u00df der zeitliche Abstand zwischen dem Abschluss des ersten Ausbildungsabschnitts und der Bewerbung f\u00fcr den weiteren Ausbildungsabschnitt ist. Die insoweit von der Familienkasse als ma\u00dfgeblich erachtete Frist von einem Monat l\u00e4sst sich weder aus der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung noch den zitierten Verwaltungsanweisungen ableiten.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_27\"><\/a>27<\/dt>\n<dd>Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem von der Familienkasse herangezogenen BFH-Urteil (in BFHE 253, 145, BStBl II 2016, 615). Auch danach kommt es vor allem darauf an, ob die Ausbildungsabschnitte in einem engen sachlichen Zusammenhang zueinander stehen und in engem zeitlichen Zusammenhang durchgef\u00fchrt werden.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_28\"><\/a>28<\/dt>\n<dd>Allerdings fehlt es nach dieser Entscheidung an dem notwendigen engen Zusammenhang, wenn der zweite Ausbildungsabschnitt eine Berufst\u00e4tigkeit voraussetzt oder das Kind vor Beginn der zweiten Ausbildung eine Berufst\u00e4tigkeit aufnimmt, die nicht nur der zeitlichen \u00dcberbr\u00fcckung bis zum Beginn der n\u00e4chsten Ausbildung dient. Derartige Umst\u00e4nde sind im Streitfall aber nicht gegeben. Das Studium der T setzt keine Berufst\u00e4tigkeit voraus. Zwar gen\u00fcgt auch eine dreij\u00e4hrige Berufst\u00e4tigkeit in einer Bank f\u00fcr die Zulassung. Die Berufst\u00e4tigkeit ist aber keine notwendige Bedingung. T ist allein wegen ihrer abgeschlossenen Banklehre zugelassen worden. Ihre Erwerbst\u00e4tigkeit diente bis zum Studienbeginn nur der zeitlichen \u00dcberbr\u00fcckung. Das Studium an der Akademie konnte nicht vor dem 1. November 2015 aufgenommen werden.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_29\"><\/a>29<\/dt>\n<dd>b. Der w\u00f6chentliche Zeitaufwand der T f\u00fcr das Studium ist nicht entscheidungserheblich.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_30\"><\/a>30<\/dt>\n<dd>Ein Kind wird auch dann f\u00fcr einen Beruf ausgebildet, wenn es neben seiner Erwerbst\u00e4tigkeit ein Studium ernsthaft und nachhaltig betreibt. Das Tatbestandsmerkmal einer Berufsausbildung im Sinne von \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG enth\u00e4lt kein einschr\u00e4nkendes Erfordernis eines zeitlichen Mindestumfangs von Ausbildungsma\u00dfnahmen. Die Grunds\u00e4tze, die der Bundesfinanzhof f\u00fcr die Anerkennung eines Sprachschulunterrichts im Rahmen eines Au-Pair-Aufenthalts als Berufsausbildung aufgestellt hat, finden im Hinblick auf eine im Inland absolvierte Schul- oder Universit\u00e4tsausbildung keine Anwendung (BFH-Urteil vom 8. September 2016 III R 27\/15, BFHE 255, 202, BStBl II 2017, 278).<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_31\"><\/a>31<\/dt>\n<dd>An der Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit des Studiums der T bestehen keine Zweifel. Sie hat an allen bisherigen Semesterpr\u00fcfungen teilgenommen.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_32\"><\/a>32<\/dt>\n<dd>c. Die Berufst\u00e4tigkeit der T ist f\u00fcr den Kindergeldanspruch nach alledem ohne Bedeutung.<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd><\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_33\"><\/a>33<\/dt>\n<dd>III. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 135 Abs. 1 FGO, die zur vorl\u00e4ufigen Vollstreckbarkeit auf \u00a7\u00a7 151 Abs. 1 und 3 FGO in Verbindung mit \u00a7\u00a7 708 Nr. 10, 711 Zivilprozessordnung (ZPO).<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Ist aufgrund objektiver Beweisanzeichen erkennbar, dass das Kind die f\u00fcr sein angestrebtes Berufsziel erforderliche Ausbildung nicht bereits mit dem ersten erlangten Abschluss beendet hat, kann auch eine weiterf\u00fchrende Ausbildung noch als Teil der Erstausbildung zu qualifizieren sein. Abzustellen ist dabei darauf, ob die Ausbildungsabschnitte in einem engen sachlichen Zusammenhang zueinander stehen (z.B. dieselbe Berufssparte, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/studium-am-bankkolleg-nach-abgeschlossener-banklehre-als-teil-der-erstausbildung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Studium am Bankkolleg nach abgeschlossener Banklehre als Teil der Erstausbildung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48175"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48175"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48175\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}