{"id":48341,"date":"2018-06-07T17:50:42","date_gmt":"2018-06-07T15:50:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48341"},"modified":"2018-06-07T17:50:42","modified_gmt":"2018-06-07T15:50:42","slug":"grundsteuerhebesaetze-fuer-2017-in-der-stadt-genthin-ot-paplitz-und-gladau-rechtswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundsteuerhebesaetze-fuer-2017-in-der-stadt-genthin-ot-paplitz-und-gladau-rechtswidrig\/","title":{"rendered":"Grundsteuerhebes\u00e4tze f\u00fcr 2017 in der Stadt Genthin OT Paplitz und Gladau rechtswidrig"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts Magdeburg hat mit Urteilen vom 05.06.2018 \u00fcber zwei Verfahren entschieden, in denen sich Kl\u00e4gerinnen aus den Ortsteilen Paplitz und Gladau gegen Grundsteuerbescheide f\u00fcr das Jahr 2017 wendeten.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Zum Hintergrund: Im Jahre 2009 haben die fr\u00fcher selbst\u00e4ndigen Gemeinden Paplitz und Gladau die Eingliederung in die beklagte Stadt Genthin beschlossen. Die entsprechenden Gebiets\u00e4nderungsvereinbarungen sehen insbesondere die Weitergeltung der Hebesatzsatzungen der eingegliederten Gemeinden bis Ende 2018 vor.<\/p>\n<p>Im September 2016 hat die Beklagte Stadt die Hebes\u00e4tze f\u00fcr das gesamte Gemeindegebiet auf 420 % (Grundsteuer B) bzw. auf 370 % (Grundsteuer A) festgesetzt und damit die f\u00fcr die Ortschaften Paplitz und Gladau seit der Eingliederung geltenden Hebes\u00e4tze (300 % f\u00fcr die beiden Steuerarten) erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerinnen waren der Auffassung, dass die Stadt mit der Erh\u00f6hung der Hebes\u00e4tze gegen die Gebiets\u00e4nderungsvereinbarung versto\u00dfen hat. Insoweit begehrten sie die Aufhebung der Grundsteuerbescheide in dem entsprechenden Umfang.<\/p>\n<p>Das Gericht hob die Grundsteuerbescheide insoweit auf.<\/p>\n<p>Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte das Gericht aus, dass die Gebiets\u00e4nderungsvereinbarungen entgegen der Auffassung der Beklagten die Weitergeltung der Hebes\u00e4tze bis zum 31. Dezember 2018 vorsehen. Ein Recht der Beklagten, vorzeitig &#8211; insbesondere im Hinblick auf die Pflicht zur Haushaltskonsolidierung &#8211; die Hebes\u00e4tze zu erh\u00f6hen, ergebe sich weder aus der Gebiets\u00e4nderungsvereinbarung noch aus den gesetzlichen Regelungen zur Anpassung \u00f6ffentlich-rechtlicher Vertr\u00e4ge. Die Festschreibung von Hebes\u00e4tzen f\u00fcr 9,5 Jahre nach der Eingliederung versto\u00dfe weder gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 des Grundgesetzes noch gegen das Demokratieprinzip und das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinde.<\/p>\n<p>Die Entscheidung ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0VG Magdeburg, Pressemitteilung vom 06.06.2018 zu den Urteilen 2 A 495\/17 MD und 2 A 512\/17 MD vom 05.06.2018 (nrkr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts Magdeburg hat mit Urteilen vom 05.06.2018 \u00fcber zwei Verfahren entschieden, in denen sich Kl\u00e4gerinnen aus den Ortsteilen Paplitz und Gladau gegen Grundsteuerbescheide f\u00fcr das Jahr 2017 wendeten. Zum Hintergrund: Im Jahre 2009 haben die fr\u00fcher selbst\u00e4ndigen Gemeinden Paplitz und Gladau die Eingliederung in die beklagte Stadt Genthin beschlossen. 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