{"id":48403,"date":"2018-06-13T10:32:48","date_gmt":"2018-06-13T08:32:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48403"},"modified":"2018-06-13T10:32:48","modified_gmt":"2018-06-13T08:32:48","slug":"unzulaessige-datenerhebung-fuer-die-zweitwohnungsteuer-in-goerlitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/unzulaessige-datenerhebung-fuer-die-zweitwohnungsteuer-in-goerlitz\/","title":{"rendered":"Unzul\u00e4ssige Datenerhebung f\u00fcr die Zweitwohnungsteuer in G\u00f6rlitz"},"content":{"rendered":"<article><\/article>\n<article>\n<h2>Das S\u00e4chsische Oberverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 12. Juni 2018 entschieden, dass das Studentenwerk Dresden nicht verpflichtet ist, der Stadt G\u00f6rlitz als Steuerbeh\u00f6rde f\u00fcr Zwecke der Erhebung einer Zweitwohnungsteuer die Namen der Studierenden mitzuteilen, die in Studentenwohnheimen in G\u00f6rlitz ein Zimmer oder eine Wohnung gemietet haben. Es hat damit der Berufung des Studentenwerks stattgegeben und das klageabweisende Urteil des Verwaltungsgerichts Dresden ge\u00e4ndert.<\/h2>\n<p>Die beklagte Stadt G\u00f6rlitz erhebt auf der Grundlage einer entsprechenden Satzung eine Zweitwohnungsteuer. Diese sieht &#8211; anders als etwa f\u00fcr Altenwohnheime &#8211; keine Ausnahme von der Steuerpflicht f\u00fcr Zimmer in Studentenwohnheimen vor. Um \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen, ob Wohnzimmer von Studierenden als \u201eZweitwohnung&#8220; genutzt werden, verpflichtete die Beklagte das Studentenwerk Dresden als Betreiber von Studentenwohnheimen im Stadtgebiet G\u00f6rlitz, ihr die Namen aller Mieter mitzuteilen. Das Studentenwerk verweigerte die Auskunft und erhob Klage vor dem Verwaltungsgericht, die in erster Instanz noch erfolglos geblieben war.<\/p>\n<p>Der 4. Senat des S\u00e4chsischen Oberverwaltungsgerichts hat das Urteil des Verwaltungsgerichts ge\u00e4ndert und in der m\u00fcndlichen Verhandlung darauf hingewiesen, dass eine Verpflichtung des Kl\u00e4gers, der Beklagten die Namen der Mieter in den Studentenwohnheimen zum Zwecke der Erhebung einer Zweitwohnungsteuer zu \u00fcbermitteln, nicht besteht. Als Steuerpflichtige k\u00e4men nur die Mieter eines Wohnheimzimmers in Betracht, die in G\u00f6rlitz eine Nebenwohnung inneh\u00e4tten, wogegen die Beklagte die Namen aller Mieter angefordert habe. Die \u00dcbermittlung der Daten der in G\u00f6rlitz mit Hauptwohnung gemeldeten Studierenden versto\u00dfe gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen, sodass der Kl\u00e4ger diese gar nicht \u00fcbermitteln d\u00fcrfe. Es best\u00fcnden dar\u00fcber hinaus erhebliche Zweifel, ob die Satzung der Stadt G\u00f6rlitz \u00fcber die Erhebung der Zweitwohnungsteuer \u00fcberhaupt wirksam sei. Die Bestimmung \u00fcber die Steuerpflicht sei mit Verfassungsrecht voraussichtlich nicht vereinbar.<\/p>\n<p>Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht wurde vom Oberverwaltungsgericht nicht zugelassen. Binnen eines Monats nach Zustellung der schriftlichen Urteilsgr\u00fcnde kann aber gegen die Nichtzulassung der Revision Beschwerde zum Bundesverwaltungsgericht erhoben werden.<\/p>\n<div class=\"clearfix\">Quelle:\u00a0OVG Sachsen, Pressemitteilung vom 12.06.2018 zum Urteil 4 A 580\/15 vom 12.06.2018<\/div>\n<\/article>\n<article>\u00a0<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das S\u00e4chsische Oberverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 12. Juni 2018 entschieden, dass das Studentenwerk Dresden nicht verpflichtet ist, der Stadt G\u00f6rlitz als Steuerbeh\u00f6rde f\u00fcr Zwecke der Erhebung einer Zweitwohnungsteuer die Namen der Studierenden mitzuteilen, die in Studentenwohnheimen in G\u00f6rlitz ein Zimmer oder eine Wohnung gemietet haben. 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