{"id":48452,"date":"2018-06-18T16:27:24","date_gmt":"2018-06-18T14:27:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48452"},"modified":"2018-06-18T16:27:24","modified_gmt":"2018-06-18T14:27:24","slug":"geschaeftsfuehrerhaftung-bei-bestellung-eines-vorlaeufigen-sachwalters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/geschaeftsfuehrerhaftung-bei-bestellung-eines-vorlaeufigen-sachwalters\/","title":{"rendered":"Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerhaftung bei Bestellung eines vorl\u00e4ufigen Sachwalters"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Der 7. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 16. Mai 2018 (<a href=\"https:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/fgs\/muenster\/j2018\/7_K_783_17_Urteil_20180516.html\">7 K 783\/17<\/a>) entschieden, dass Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer grunds\u00e4tzlich auch f\u00fcr Zeitr\u00e4ume der Eigenverwaltung in Haftung genommen werden k\u00f6nnen.<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Die Kl\u00e4ger waren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer GmbH &amp; Co. KG, f\u00fcr die sie einen Insolvenzantrag gestellt und die Eigenverwaltung beantragt hatten. Das Insolvenzgericht bestellte zun\u00e4chst einen vorl\u00e4ufigen Sachwalter, der die Aussichten f\u00fcr die Fortf\u00fchrung der KG pr\u00fcfen sollte. Ein Verf\u00fcgungsverbot oder einen Zustimmungsvorbehalt ordnete es nicht an. Sp\u00e4ter er\u00f6ffnete es das Insolvenzverfahren und ordnete die Eigenverwaltung an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Das Finanzamt nahm die Kl\u00e4ger f\u00fcr im Zeitraum vor Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens f\u00e4llig gewordene Umsatzsteuerr\u00fcckst\u00e4nde der KG in H\u00f6he einer Quote von 5,88 % in Haftung. Mit ihrer hiergegen erhobenen Klage machten die Kl\u00e4ger geltend, dass durch die Anordnung der vorl\u00e4ufigen Eigenverwaltung ein ge\u00e4ndertes Pflichtenprogramm entstanden sei und sie sich bei Zahlung der Steuern gegen\u00fcber der Gesellschaft erstattungspflichtig gemacht h\u00e4tten. Ferner habe der vorl\u00e4ufige Sachwalter der Abf\u00fchrung der Umsatzsteuer m\u00fcndlich widersprochen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Die Klage hatte keinen Erfolg. Der Senat nahm zun\u00e4chst Bezug auf seinen in derselben Sache ergangenen AdV-Beschluss vom 6.2.2017 (<a href=\"https:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/fgs\/muenster\/j2017\/7_V_3973_16_U_Beschluss_20170206.html\">7 V 3973\/16 U<\/a>), wonach die Kl\u00e4ger trotz Stellung des Insolvenzantrags und Anordnung der vorl\u00e4ufigen Eigenverwaltung als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer weiterhin zur Zahlung der Steuerr\u00fcckst\u00e4nde unter Beachtung des Grundsatzes der anteiligen Tilgung verpflichtet gewesen seien. Eine Kollision mit der Massesicherungspflicht bestehe nicht. Diese Pflicht werde allenfalls dann verletzt, wenn die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer \u00fcberproportionale Zahlungen auf die Umsatzsteuer geleistet h\u00e4tten. Erg\u00e4nzend f\u00fchrte der Senat aus, dass auch der von den Kl\u00e4gern behauptete m\u00fcndliche Widerspruch des vorl\u00e4ufigen Sachwalters an der Haftung der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer nichts \u00e4ndere. Die Verwaltungs- und Verf\u00fcgungsbefugnis sei vielmehr bei den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern verblieben. Der Wider spruch schlie\u00dfe auch ein schuldhaftes Verhalten der Kl\u00e4ger nicht aus, weil die Zahlung von Steuerr\u00fcckst\u00e4nden nicht dem Widerspruchsrecht eines vorl\u00e4ufigen Sachwalters ohne Zustimmungsvorbehalt unterliege und weil die Kl\u00e4ger nicht dargelegt h\u00e4tten, welche Schritte sie zur Zahlung der Steuern eingeleitet haben.<\/span><\/p>\n<p>Newsletter des Finanzgerichts M\u00fcnster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 7. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 16. Mai 2018 (7 K 783\/17) entschieden, dass Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer grunds\u00e4tzlich auch f\u00fcr Zeitr\u00e4ume der Eigenverwaltung in Haftung genommen werden k\u00f6nnen. Die Kl\u00e4ger waren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer GmbH &amp; Co. KG, f\u00fcr die sie einen Insolvenzantrag gestellt und die Eigenverwaltung beantragt hatten. 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