{"id":48587,"date":"2018-07-03T16:15:48","date_gmt":"2018-07-03T14:15:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48587"},"modified":"2018-07-03T16:15:48","modified_gmt":"2018-07-03T14:15:48","slug":"verfassungsmaessigkeit-der-verlustausgleichsregelung-des-%c2%a7-20-abs-6-satz-5-estg-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verfassungsmaessigkeit-der-verlustausgleichsregelung-des-%c2%a7-20-abs-6-satz-5-estg-2012\/","title":{"rendered":"Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der Verlustausgleichsregelung des \u00a7 20 Abs. 6 Satz 5 EStG 2012"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Der 5. Senat des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts hat in seinem Urteil vom 28. Februar 2018 (Az. 5 K 69\/15) entschieden, dass die Beschr\u00e4nkung des Verlustausgleichs bei Verlusten aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Aktien gem\u00e4\u00df \u00a7 20 Abs. 6 Satz 5 EStG a. F. verfassungsgem\u00e4\u00df ist.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Der Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2012 ber\u00fccksichtigte die Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4ger aus Kapitalverm\u00f6gen, die nach \u00a7 32d Abs. 1 EStG besteuert werden (Abgeltungssteuer) und nahm keine Verrechnung mit den Verlusten des Kl\u00e4gers aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Aktien in H\u00f6he von 4.819,00 Euro vor. Mit Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages zur Einkommensteuer zum 31. Dezember 2012 wurde der verbleibende Verlustvortrag nach \u00a7 10d Abs. 4 EStG f\u00fcr die Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen (Ver\u00e4u\u00dferung von Aktien) festgestellt. Mit Einspruch und Klage wandten sich die Kl\u00e4ger gegen die Anwendung des \u00a7 20 Abs. 6 Satz 5 EStG, da diese Regelung gegen Art. 3 GG versto\u00dfe und damit verfassungswidrig sei.<\/p>\n<p>Der 5. Senat wies die Klage ab, weil das Finanzamt unter Anwendung des \u00a7 20 Abs. 6 Satz 5 EStG (2012), der eine Verrechnung des Verlustes aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Aktien innerhalb der Einkunftsart des \u00a7 20 EStG ausschlie\u00dft, die Einkommensteuer rechtm\u00e4\u00dfig festgesetzt habe. Eine Vorlage an das Bundesverfassungsgericht gem. Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG i. V. m. \u00a7 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG komme nicht in Betracht, weil der Senat nicht von der Verfassungswidrigkeit der Norm \u00fcberzeugt sei. Der Gesetzgeber habe sich bei der Einschr\u00e4nkung des Verlustabzugs durch \u00a7 20 Abs. 6 Satz 5 EStG a. F. auf den im Gesetzgebungsverfahren erteilten Hinweis auf eine Verhinderung von durch Spekulationsgesch\u00e4fte bedingten abstrakt drohenden qualifizierten Haushaltsrisiken als rechtfertigenden Grund f\u00fcr die Ungleichbehandlung grunds\u00e4tzlich berufen k\u00f6nnen und er habe die Grenzen seiner Gestaltungsfreiheit nicht willk\u00fcrlich \u00fcberschritten. Da kein vollst\u00e4ndiger Ausschluss der Verlustverrechnung normiert worden sei und die Begr\u00fcndung f\u00fcr die unterschiedliche Behandlung von Aktien, Zertifikaten und Aktienfonds jedenfalls nicht evident unsachlich erscheine, sei die Einsch\u00e4tzung des Gesetzgebers hinzunehmen.<\/p>\n<p>Der Senat hat die Revision gem\u00e4\u00df \u00a7 115 Abs. 2 Nr.1 FGO zugelassen. Das Revisionsverfahren ist beim BFH unter dem Aktenzeichen VIII R 11\/18 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG Schleswig-Holstein, Mitteilung vom 02.07.2018 zum Urteil 5 K 69\/15 vom 28.02.2018 (nrkr &#8211; BFH-Az.: VIII R 11\/18)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 5. Senat des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts hat in seinem Urteil vom 28. 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