{"id":48599,"date":"2018-07-03T16:20:44","date_gmt":"2018-07-03T14:20:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48599"},"modified":"2018-07-03T16:20:44","modified_gmt":"2018-07-03T14:20:44","slug":"hoehe-der-biersteuer-eines-hobbybrauers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/hoehe-der-biersteuer-eines-hobbybrauers\/","title":{"rendered":"H\u00f6he der Biersteuer eines &#8222;Hobbybrauers&#8220;"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Der Kl\u00e4ger braut Bier. Zun\u00e4chst zeigte er an, innerhalb der n\u00e4chsten 12 Monate in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden als Hobbybrauer Bier f\u00fcr den Eigengebrauch bis zu einer Menge von 2 Hektoliter (hl) zu brauen. Sodann teilte er dem Hauptzollamt mit, ein Nebengewerbe angemeldet zu haben, um seine \u00dcbersch\u00fcsse verkaufen zu k\u00f6nnen. Das Hauptzollamt wies ihn darauf hin, dass dies eine Besteuerung f\u00fcr gewerblich hergestelltes Bier nach dem Regelsteuersatz zur Folge habe. Der Kl\u00e4ger reichte eine Steueranmeldung ein. Er errechnete aber eine Steuer zum erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz in H\u00f6he von 26,43 Euro. Das beklagte Hauptzollamt wandte den Regelsteuersatz an und ermittelte eine Steuer in H\u00f6he von 47,14 Euro.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Das Finanzgericht Baden-W\u00fcrttemberg wies mit rechtskr\u00e4ftigem Urteil vom 20. M\u00e4rz 2018 (Az. 11 K 1344\/17) die Klage als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck. Die Biersteuer entstehe f\u00fcr das vom Kl\u00e4ger als Hobbybrauer hergestellte Bier durch Herstellung ohne Erlaubnis nach dem Biersteuergesetz. Auf das vom Kl\u00e4ger zur Versteuerung angemeldete Bier sei der Regelsteuersatz anzuwenden. Der erm\u00e4\u00dfigte Steuersatz komme nicht zur Anwendung, da es sich nicht um Bier aus einer unabh\u00e4ngigen Brauerei handle. Die Biersteuerverordnung definiere Brauerei als \u201ejedes Steuerlager, in dem Bier unter Steueraussetzung im Brauverfahren hergestellt und gelagert werden darf.&#8220; Ein Steuerlager sei ein \u201eOrt, an oder von dem Bier unter Steueraussetzung im Brauverfahren oder auf andere Weise hergestellt, bearbeitet oder verarbeitet, gelagert, empfangen oder versandt werden darf&#8220;. Bei der Brauerei des Kl\u00e4gers handle es sich nicht um ein Steuerlager. Es fehle die entsprechende Erlaubnis im Sinne des Biersteuergesetzes. Auch wenn die Bundeszollverwaltung den erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz anwende, wenn Haus- und Hobbybrauer Bier \u00fcber die Menge von 2 hl pro Jahr ausschlie\u00dflich f\u00fcr den eigenen Verbrauch herstellen, habe dies keine Auswirkung im Streitfall. Es fehle insoweit an einer Rechtsgrundlage f\u00fcr den erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz bei \u00dcberschreiten der H\u00f6chstmenge von 2 hl. Nach der EU-Richtlinie 92\/83\/EWG (Strukturrichtlinie) k\u00f6nnen die Mitgliedstaaten lediglich Bierbrauer von der Steuer bis zu einer Jahresmenge von 2 hl befreien, sofern kein Verkauf stattfindet. Hiervon habe die Bundesrepublik Deutschland Gebrauch gemacht. Der Kl\u00e4ger habe jedoch auch Bier verkauft.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG Baden-W\u00fcrttemberg, Pressemitteilung vom 02.07.2018 zum Urteil 11 K 1344\/17 vom 20.03.2018 (rkr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kl\u00e4ger braut Bier. Zun\u00e4chst zeigte er an, innerhalb der n\u00e4chsten 12 Monate in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden als Hobbybrauer Bier f\u00fcr den Eigengebrauch bis zu einer Menge von 2 Hektoliter (hl) zu brauen. Sodann teilte er dem Hauptzollamt mit, ein Nebengewerbe angemeldet zu haben, um seine \u00dcbersch\u00fcsse verkaufen zu k\u00f6nnen. 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