{"id":48776,"date":"2018-07-16T13:26:06","date_gmt":"2018-07-16T11:26:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48776"},"modified":"2018-07-16T13:26:06","modified_gmt":"2018-07-16T11:26:06","slug":"aenderung-der-umsatzsteuerfestsetzung-zulasten-des-leistenden-unternehmers-in-bautraegerfaellen-bei-abtretbarkeit-der-ansprueche-gegen-den-leistungsempfaenger-zulaessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/aenderung-der-umsatzsteuerfestsetzung-zulasten-des-leistenden-unternehmers-in-bautraegerfaellen-bei-abtretbarkeit-der-ansprueche-gegen-den-leistungsempfaenger-zulaessig\/","title":{"rendered":"\u00c4nderung der Umsatzsteuerfestsetzung zulasten des leistenden Unternehmers in Bautr\u00e4gerf\u00e4llen bei Abtretbarkeit der Anspr\u00fcche gegen den Leistungsempf\u00e4nger zul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 15. Mai 2018 (Az. <a href=\"https:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/fgs\/muenster\/j2018\/5_K_3278_15_U_Urteil_20180515.html\">5 K 3278\/15 U<\/a>) entschieden, dass es f\u00fcr die \u00c4nderung von Umsatzsteuerfestsetzungen zulasten eines Bauunternehmers in sog. Bautr\u00e4gerf\u00e4llen gem\u00e4\u00df \u00a7 27 Abs. 19 UStG ausreicht, wenn dem Unternehmer gegen den Leistungsempf\u00e4nger zum Zeitpunkt der \u00c4nderung Festsetzung ein abtretbarer Anspruch zustand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Die Kl\u00e4gerin betreibt ein Bauunternehmen und erbrachte im Jahr 2012 Bauleistungen an eine Bautr\u00e4gerin. Die hierauf entfallende Umsatzsteuer hatte die Leistungsempf\u00e4ngerin nach \u00a7 13b UStG entrichtet, machte aber unter Berufung auf das BFH-Urteil vom 22.8.2013 (V R 37\/10) einen Erstattungsanspruch gegen\u00fcber dem Finanzamt geltend. Trotz Hinweises des Finanzamts erteilte die Kl\u00e4gerin zun\u00e4chst keine korrigierten Rechnungen und erkl\u00e4rte auch nicht die Abtretung der Zahlungsanspr\u00fcche gegen die Bautr\u00e4gerin. Das Finanzamt \u00e4nderte daraufhin die Umsatzsteuerfestsetzung f\u00fcr 2012 im Jahr 2015 zulasten der Kl\u00e4gerin. Hiergegen wandte die Kl\u00e4gerin ein, keinen abtretbaren Anspruch gegen ihre Leistungsempf\u00e4ngerin zu haben; jedenfalls sei dieser verj\u00e4hrt. W\u00e4hrend des Klageverfahrens erkl\u00e4rte die Kl\u00e4gerin dennoch die Abtretung und stellte berichtigte Rechnungen aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Die Klage hatte keinen Erfolg. Die \u00c4nderung der Umsatzsteuerfestsetzung sei durch \u00a7\u00a027 Abs. 19 UStG gedeckt. Gegen diese Vorschrift best\u00fcnden keine verfassungsrechtlichen Bedenken. Sie sei im Einklang mit der BFH-Rechtsprechung allerdings unionsrechtskonform dahingehend auszulegen, dass eine \u00c4nderung dann zul\u00e4ssig sei, wenn dem leistenden Unternehmer ein abtretbarer Anspruch auf Zahlung der gesetzlich entstandenen Umsatzsteuer gegen den Leistungsempf\u00e4nger zusteht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Ein solcher Anspruch stehe der Kl\u00e4gerin gegen die Bautr\u00e4gerin gem\u00e4\u00df \u00a7 313 Abs. 1 BGB zu, weil die Vertragsparteien in \u00dcbereinstimmung mit der damals geltenden Verwaltungsauffassung davon ausgegangen seien, dass die Leistungsempf\u00e4ngerin die Umsatzsteuer schulde. Durch die BFH-Rechtsprechung sei es zu einer schwerwiegenden Ver\u00e4nderung in Bezug auf die Person des Steuerschuldners als Vertragsgrundlage gekommen. Ob der Anspruch verj\u00e4hrt sei, sei unerheblich, da eine Verj\u00e4hrung lediglich eine Einrede erm\u00f6gliche, an der Abtretbarkeit aber nichts \u00e4ndere. Jedenfalls sei aber die dreij\u00e4hrige Verj\u00e4hrungsfrist zum Zeitpunkt der \u00c4nderung des Umsatzsteuerbescheids f\u00fcr 2012 im Jahr 2015 noch nicht abgelaufen gewesen. Dies gelte unabh\u00e4ngig davon, ob f\u00fcr den Beginn der Verj\u00e4hrung die Ausf\u00fchrung der Bauleistung (2012), die Kenntnis des leistenden Unternehmers vom Erstattungsanspruch des Leistungsempf\u00e4ngers (2015), die Verk\u00fcndung des BFH-Urteils vom 22.8.2013 oder die Verk\u00fcndung der ersten h\u00f6chstrichterlichen Entscheidung \u00fcber m\u00f6gliche Nachzahlungsanspr\u00fcche (BFH-Urteil vom 23.2.2017, V R 16, 24\/16) ma\u00dfgeblich sei.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Die erst im Klageverfahren erkl\u00e4rte Abtretung f\u00fchre zu keinem anderen Ergebnis. Hier\u00fcber k\u00f6nne nicht im vorliegenden Verfahren, sondern im Verfahren \u00fcber einen Abrechnungsbescheid, entschieden werden. Gleiches gelte f\u00fcr die berichtigten Rechnungen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>FG M\u00fcnster, Newsletter 07\/18<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 15. Mai 2018 (Az. 5 K 3278\/15 U) entschieden, dass es f\u00fcr die \u00c4nderung von Umsatzsteuerfestsetzungen zulasten eines Bauunternehmers in sog. Bautr\u00e4gerf\u00e4llen gem\u00e4\u00df \u00a7 27 Abs. 19 UStG ausreicht, wenn dem Unternehmer gegen den Leistungsempf\u00e4nger zum Zeitpunkt der \u00c4nderung Festsetzung ein abtretbarer Anspruch zustand. 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