{"id":48785,"date":"2018-07-18T10:29:26","date_gmt":"2018-07-18T08:29:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48785"},"modified":"2018-07-18T10:29:26","modified_gmt":"2018-07-18T08:29:26","slug":"betriebsausgabenabzugsverbot-fuer-die-jahresbeitraege-der-sog-bankenabgabe-ist-verfassungsgemaess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/betriebsausgabenabzugsverbot-fuer-die-jahresbeitraege-der-sog-bankenabgabe-ist-verfassungsgemaess\/","title":{"rendered":"Betriebsausgabenabzugsverbot f\u00fcr die Jahresbeitr\u00e4ge der sog. Bankenabgabe ist verfassungsgem\u00e4\u00df"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Der 9. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 21. M\u00e4rz 2018 (Az. 9 K 3187\/16 F) entschieden, dass gegen den Ausschluss des Betriebsausgabenabzugs nach \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 13 EStG f\u00fcr die Jahresbeitr\u00e4ge der sog. Bankenabgabe keine verfassungsrechtlichen Bedenken bestehen.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin ist ein Kreditinstitut. Auf Grundlage des Restrukturierungsfondsgesetzes erlie\u00df die Bundesanstalt f\u00fcr Finanzmarktstabilisierung gegen\u00fcber der Kl\u00e4gerin f\u00fcr 2014 einen Bescheid \u00fcber einen Jahresbeitrag in H\u00f6he von rund 1,1 Mio. Euro. Hierbei handelt es sich um eine Abgabe f\u00fcr risikobehaftete Gesch\u00e4fte, die der Gesetzgeber zur Stabilisierung des Bankenbereichs nach der Finanzmarktkrise eingef\u00fchrt hatte.<\/p>\n<p>Das Finanzamt behandelte den Jahresbeitrag als nach \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 13 EStG nicht abziehbare Betriebsausgabe. Hiergegen wandte die Kl\u00e4gerin ein, die Vorschrift versto\u00dfe gegen den Gleichheitssatz und f\u00fchre zu einer nicht hinnehmbaren Doppelbelastung durch die Bankenabgabe einerseits und das Abzugsverbot andererseits.<\/p>\n<p>Diese Bedenken teilte der Senat nicht und wies die Klage ab. Der allgemeine Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 GG sei nicht verletzt. Die Durchbrechung des objektiven Nettoprinzips sei durch den mit dem Abzugsverbot verfolgten Lenkungszweck, Risiken im Finanzsektor zu reduzieren, gerechtfertigt. Dabei sei es legitim, Banken f\u00fcr riskante Gesch\u00e4fte wirtschaftlich endg\u00fcltig zu belasten oder sie zu einer Verhaltens\u00e4nderung dahingehend zu veranlassen, weniger riskante Gesch\u00e4ftsmodelle anzubieten. Eine gegen Art. 14 Abs. 1 GG versto\u00dfende Doppelbelastung liege ebenfalls nicht vor. Vielmehr sorge der Gesetzgeber nur \u00fcber einen doppelten Mechanismus &#8211; Abgabe und Betriebsausgabenabzugsverbot &#8211; f\u00fcr eine einmalige vollst\u00e4ndige wirtschaftliche Belastung der Kreditinstitute. Die vom Senat zugelassene Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen XI R 20\/18 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 16.07.2018 zum Urteil 9 K 3187\/16 vom 21.03.2018 (nrkr &#8211; BFH-Az.: XI R 20\/18)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 9. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 21. M\u00e4rz 2018 (Az. 9 K 3187\/16 F) entschieden, dass gegen den Ausschluss des Betriebsausgabenabzugs nach \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 13 EStG f\u00fcr die Jahresbeitr\u00e4ge der sog. Bankenabgabe keine verfassungsrechtlichen Bedenken bestehen. Die Kl\u00e4gerin ist ein Kreditinstitut. 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