{"id":48905,"date":"2018-08-02T18:30:39","date_gmt":"2018-08-02T16:30:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48905"},"modified":"2022-11-25T12:03:14","modified_gmt":"2022-11-25T10:03:14","slug":"bfh-erleichtert-fuer-unternehmen-den-vorsteuerabzug-aus-rechnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-erleichtert-fuer-unternehmen-den-vorsteuerabzug-aus-rechnungen\/","title":{"rendered":"BFH erleichtert f\u00fcr Unternehmen den Vorsteuerabzug aus Rechnungen"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Eine Rechnung muss f\u00fcr den Vorsteuerabzug eine Anschrift des leistenden Unternehmers enthalten, unter der er postalisch erreichbar ist. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung mit Urteilen vom 21. Juni 2018 V R 25\/15 und V R 28\/16 entschieden hat, ist es nicht mehr erforderlich, dass die Rechnung weitergehend einen Ort angibt, an dem der leistende Unternehmer seine T\u00e4tigkeit aus\u00fcbt.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Bei der Umsatzsteuer setzt der Vorsteuerabzug aus Leistungsbez\u00fcgen anderer Unternehmer eine Rechnung voraus, die &#8211; neben anderen Erfordernissen &#8211; die vollst\u00e4ndige Anschrift des leistenden Unternehmers angibt (\u00a7 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 i. V. m. \u00a7 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes).<\/p>\n<p>Im ersten Fall (Az. V R 25\/15) erwarb der Kl\u00e4ger, ein Autoh\u00e4ndler, Kraftfahrzeuge von einem Einzelunternehmer, der &#8222;im Onlinehandel&#8220; t\u00e4tig war, ohne dabei ein &#8222;Autohaus&#8220; zu betreiben. Er erteilte dem Kl\u00e4ger Rechnungen, in denen er als seine Anschrift einen Ort angab, an dem er postalisch erreichbar war.<\/p>\n<p>Im zweiten Fall (Az. V R 28\/16) bezog die Kl\u00e4gerin als Unternehmer in neun Einzellieferungen 200 Tonnen Stahlschrott von einer GmbH. In den Rechnungen war der Sitz der GmbH entsprechend der Handelsregistereintragung als Anschrift angegeben. Tats\u00e4chlich befanden sich dort die R\u00e4umlichkeiten einer Anwaltskanzlei. Die von der GmbH f\u00fcr die Korrespondenz genutzte Festnetz- und Faxnummer geh\u00f6rten der Kanzlei, die als Domiziladresse f\u00fcr etwa 15 bis 20 Firmen diente. Ein Schreibtisch in der Kanzlei wurde gelegentlich von einem Mitarbeiter der GmbH genutzt.<\/p>\n<p>Der BFH bejahte in beiden F\u00e4llen den Vorsteuerabzug mit ordnungsgem\u00e4\u00dfen Rechnungen. F\u00fcr die Angabe der &#8222;vollst\u00e4ndigen Anschrift&#8220; des leistenden Unternehmers reiche die Angabe eines Ortes mit &#8222;postalischer Erreichbarkeit&#8220; aus. Die Rechtsprechungs\u00e4nderung beruht auf dem Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union Geissel und Butin vom 15. November 2017 C 374\/16 und C 375\/16, EU:C:2017:867, das auf Vorlage durch den BFH ergangen ist.<\/p>\n<p>Die Rechtsprechungs\u00e4nderung ist f\u00fcr Unternehmer, die nach ihrer Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, von gro\u00dfer Bedeutung. Die Frage, ob bei der Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs ordnungsgem\u00e4\u00dfe Rechnungen vorliegen, ist bei ihnen regelm\u00e4\u00dfig Streitpunkt in Au\u00dfenpr\u00fcfungen. Die neuen Urteile des BFH erleichtern die Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs.<\/p>\n<p>Siehe auch die\u00a0Pressemitteilung 46\/16 vom 06.07.2016\u00a0.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 42\/18 vom 01.08.2018 zu den Urteilen V R 25\/15 und V R 28\/16 vom 21.06.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Rechnung muss f\u00fcr den Vorsteuerabzug eine Anschrift des leistenden Unternehmers enthalten, unter der er postalisch erreichbar ist. 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