{"id":48944,"date":"2018-08-16T12:26:44","date_gmt":"2018-08-16T10:26:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48944"},"modified":"2018-08-16T12:26:44","modified_gmt":"2018-08-16T10:26:44","slug":"koerperschaftsteuer-hinzurechnung-von-aktienverlusten-im-jahr-2003-keine-unzulaessige-rueckwirkung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/koerperschaftsteuer-hinzurechnung-von-aktienverlusten-im-jahr-2003-keine-unzulaessige-rueckwirkung\/","title":{"rendered":"K\u00f6rperschaftsteuer: Hinzurechnung von Aktienverlusten im Jahr 2003 keine unzul\u00e4ssige R\u00fcckwirkung"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Der 10. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 20. Juni 2018 (Az. 10 K 3981\/16 K) entschieden, dass die in \u00a7 40a Abs. 1 Satz 2 KAGG i. d. F. des Korb-II-Gesetzes vom 22. Dezember 2003 angeordnete Hinzurechnung von Verlusten aus Aktiengesch\u00e4ften f\u00fcr das Jahr 2003 keine verfassungsrechtlich unzul\u00e4ssige R\u00fcckwirkung darstellt. Gewinnminderungen im Zusammenhang mit einem Wertpapier-Sonderverm\u00f6gen sind danach nicht abzugsf\u00e4hig. Nach der fr\u00fcheren Rechtslage waren entsprechende Gewinne steuerfrei, w\u00e4hrend sich Verluste steuermindernd auswirken.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin ver\u00e4u\u00dferte im Jahr 2003 &#8211; vor Einbringung des Gesetzesentwurfs des Korb-II-Gesetzes in den Bundestag &#8211; Anteilsscheine an mehreren Spezialfonds und erlitt hieraus Verluste. Das Finanzamt rechnete diese Verluste bei der K\u00f6rperschaftsteuerveranlagung f\u00fcr 2003 unter Anwendung der Neuregelung dem zu versteuernden Einkommen hinzu. Hiergegen wandte die Kl\u00e4gerin ein, dass die r\u00fcckwirkende Anordnung der Hinzurechnung f\u00fcr 2003 verfassungsrechtlich unzul\u00e4ssig sei.<\/p>\n<p>Dem folgte der Senat nicht und wies die Klage ab. Die Anwendungsregelung stelle f\u00fcr 2003 eine verfassungsrechtlich zul\u00e4ssige R\u00fcckwirkung dar. Da die K\u00f6rperschaftsteuer bei Inkrafttreten der Gesetzes\u00e4nderung Ende Dezember 2003 noch nicht entstanden war, handele es sich um eine sog. unechte R\u00fcckwirkung. Das Vertrauen der Kl\u00e4gerin in die bisherige Gesetzesfassung sei nicht schutzw\u00fcrdig gewesen, weil die Rechtslage schon vorher umstritten gewesen sei und zu sp\u00e4teren Zeitpunkten divergierende finanzgerichtliche Entscheidungen zu dieser Frage ergangen seien. Teilweise sei die Auffassung vertreten worden, dass der in \u00a7 40a Abs. 1 Satz 2 KAGG a. F. enthaltene Verweis auf \u00a7 8b Abs. 2 KStG weiter zu verstehen sei und auch die Abzugsbeschr\u00e4nkung f\u00fcr Gewinnminderungen umfasse. Danach h\u00e4tte die Neuregelung lediglich deklaratorische Bedeutung gehabt. Diese Auffassung sei gut vertretbar gewesen, weil die reine Wortlautauslegung negative Wertentwicklungen in systemwidriger und unbilliger Weise gegen\u00fcber positiven Wertentwicklungen steuerlich beg\u00fcnstigt habe. Das schutzw\u00fcrdige Vertrauen der Anleger trete gegen\u00fcber dem Interesse der Allgemeinheit an der Beseitigung der Systemwidrigkeit zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die vom Senat zugelassene Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen I R 22\/18 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p>Quelle:\u00a0FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.08.2018 zum Urteil 10 K 3981\/16 vom 20.06.2018 (nrkr &#8211; BFH-Az.: I R 22\/18)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 10. 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