{"id":48946,"date":"2018-08-16T12:27:20","date_gmt":"2018-08-16T10:27:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48946"},"modified":"2018-08-16T12:27:20","modified_gmt":"2018-08-16T10:27:20","slug":"verpflichtung-zur-zahlung-des-erbbauzinses-ist-bei-der-schenkungsteuer-nicht-abzugsfaehig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verpflichtung-zur-zahlung-des-erbbauzinses-ist-bei-der-schenkungsteuer-nicht-abzugsfaehig\/","title":{"rendered":"Verpflichtung zur Zahlung des Erbbauzinses ist bei der Schenkungsteuer nicht abzugsf\u00e4hig"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Mit Urteil vom 21. Juni 2018 (Az. 3 K 621\/16 Erb) hat der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster entschieden, dass die Verpflichtung zur Zahlung des Erbbauzinses bei Schenkung eines Erbbaurechts nicht von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden darf.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4ger erhielten &#8211; jeweils zur ideellen H\u00e4lfte &#8211; ein Erbbaurecht an einem unbebauten Grundst\u00fcck geschenkt. Nach Besitz\u00fcbergang traf sie die Pflicht, den j\u00e4hrlichen Erbbauzins an die Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer zu zahlen. Sie beantragten, die Erbbauzinsverpflichtung von der Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Schenkungsteuer abzuziehen, da es sich um eine Gegenleistung oder Auflage handele. Dies lehnte das Finanzamt ab, weil die Verpflichtung zur Zahlung des Erbbauzinses mit der Bewertung des Erbbaurechts abgegolten sei. Die Klage hatte keinen Erfolg.<\/p>\n<p>Der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster f\u00fchrte aus, dass die \u00dcbertragung des Erbbaurechts insgesamt eine unentgeltliche Zuwendung an die Kl\u00e4ger darstelle. Es handele sich nicht um eine gemischte Schenkung oder um eine Schenkung unter Leistungsauflage, denn das Erbbaurecht k\u00f6nne nicht in seine einzelnen Bestandteile aufgespalten werden, sondern sei als Ganzes zu betrachten. Die im Grundbuch als Reallast eingetragene Erbbauzinsverpflichtung hafte dem Erbbaurecht &#8211; \u00e4hnlich wie die Pflichten bei \u00dcbertragung eines Personengesellschaftsanteils &#8211; untrennbar an. Der Erbbauzins sei keine Gegenleistung f\u00fcr den Erwerb des Erbbaurechts, sondern ein Nutzungsentgelt, das den Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern zustehe.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sei die Erbbauzinsverpflichtung mit der Bewertung des Erbbaurechts abgegolten, weil \u00a7 193 Abs. 3 BewG einen Abzug des kapitalisierten Erbbauzinses vom Bodenwert vorsehe. Ein nochmaliger Abzug w\u00fcrde zu einer Doppelber\u00fccksichtigung f\u00fchren.<\/p>\n<p>Der Senat hat die Revision zum Bundesfinanzhof zur Fortbildung des Rechts zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.08.2018 zum Urteil 3 K 621\/16 vom 21.06.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 21. Juni 2018 (Az. 3 K 621\/16 Erb) hat der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster entschieden, dass die Verpflichtung zur Zahlung des Erbbauzinses bei Schenkung eines Erbbaurechts nicht von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden darf. Die Kl\u00e4ger erhielten &#8211; jeweils zur ideellen H\u00e4lfte &#8211; ein Erbbaurecht an einem unbebauten Grundst\u00fcck geschenkt. 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