{"id":48966,"date":"2018-08-21T18:13:34","date_gmt":"2018-08-21T16:13:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48966"},"modified":"2018-08-21T18:13:34","modified_gmt":"2018-08-21T16:13:34","slug":"werbungskosten-fuer-homeoffice-bei-vermietung-an-arbeitgeber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/werbungskosten-fuer-homeoffice-bei-vermietung-an-arbeitgeber\/","title":{"rendered":"Werbungskosten f\u00fcr Homeoffice bei Vermietung an Arbeitgeber"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Vermietet der Steuerpflichtige eine Einliegerwohnung als Homeoffice an seinen Arbeitgeber f\u00fcr dessen betriebliche Zwecke, kann er Werbungskosten nur geltend machen, wenn eine objektbezogene Prognose die erforderliche \u00dcberschusserzielungsabsicht belegt, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 17. April 2018 IX R 9\/17 entschieden hat.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Nach der BFH-Rechtsprechung wird bei der Vermietung zu gewerblichen Zwecken die Absicht des Steuerpflichtigen, auf Dauer einen \u00dcberschuss der Einnahmen \u00fcber die Ausgaben erzielen zu wollen, nicht vermutet. Die zweckentfremdete Vermietung von Wohnraum an den Arbeitgeber zu dessen betrieblichen Zwecken hat der BFH nun erstmals als Vermietung zu gewerblichen Zwecken beurteilt. Er widerspricht insoweit der Auffassung der Finanzverwaltung (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 13. Dezember 2005 IV C 3-S 2253-112\/05, BStBl I 2006 S. 4).<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger sind Eigent\u00fcmer eines Geb\u00e4udes, das sie im Obergeschoss selbst bewohnen. Eine Einliegerwohnung mit B\u00fcro, Besprechungsraum, K\u00fcche und Bad\/WC im Erdgeschoss vermieteten sie als Homeoffice des Kl\u00e4gers f\u00fcr 476 Euro monatlich an dessen Arbeitgeber. Der Mietvertrag war zeitlich an den Arbeitsvertrag des Kl\u00e4gers und an die Weisung des Arbeitgebers gebunden, die T\u00e4tigkeit in diesen B\u00fcror\u00e4umen zu betreiben. Die Kl\u00e4ger machten aus der Vermietung einen Werbungskosten\u00fcberschuss in H\u00f6he von 29.900 Euro geltend. Enthalten waren hierin Aufwendungen in H\u00f6he von 25.780 Euro f\u00fcr die behindertengerechte Renovierung des Badezimmers mit Dusche und Badewanne. Das Finanzamt lie\u00df die Renovierungskosten nicht zum Abzug zu. Das Finanzgericht (FG) hat der Klage teilweise stattgegeben.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber hob der BFH das Urteil des FG auf und verwies die Sache an das FG zur\u00fcck. Aufgrund der im Mietvertrag vereinbarten Nutzung handele es sich nicht um die Vermietung von Wohnraum, sondern (zweckentfremdet) um die Vermietung zu gewerblichen Zwecken, da die R\u00e4ume dem Arbeitgeber zur ausschlie\u00dflichen Erf\u00fcllung von dessen betrieblichen Zwecken \u00fcberlassen wurden und der Kl\u00e4ger hinsichtlich der Nutzung dem Weisungsrecht seines Arbeitgebers unterlag. Zu ber\u00fccksichtigen war dabei auch die Koppelung des Mietvertrages an das Bestehen des Dienstverh\u00e4ltnisses. Das FG muss nun noch feststellen, ob der Kl\u00e4ger einen Gesamt\u00fcberschuss erzielen konnte.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 43\/18 vom 20.08.2018 zum Urteil IX R 9\/17 vom 17.04.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermietet der Steuerpflichtige eine Einliegerwohnung als Homeoffice an seinen Arbeitgeber f\u00fcr dessen betriebliche Zwecke, kann er Werbungskosten nur geltend machen, wenn eine objektbezogene Prognose die erforderliche \u00dcberschusserzielungsabsicht belegt, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 17. April 2018 IX R 9\/17 entschieden hat. 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