{"id":48974,"date":"2018-09-03T09:52:04","date_gmt":"2018-09-03T07:52:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48974"},"modified":"2018-09-03T09:52:04","modified_gmt":"2018-09-03T07:52:04","slug":"kpmg-studie-wirtschaftskriminalitaet-in-deutschland-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kpmg-studie-wirtschaftskriminalitaet-in-deutschland-2018\/","title":{"rendered":"KPMG-Studie &#8222;Wirtschaftskriminalit\u00e4t in Deutschland 2018&#8220;"},"content":{"rendered":"<div>\n<h2 class=\"untertitel\">Angriffe von au\u00dfen und Datendelikate nehmen zu. Jede zweite Tat kommt nur durch Zufall ans Licht.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h3 class=\"vorspann\">Jedes dritte Unternehmen in Deutschland (32 Prozent) war in den letzten beiden Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalit\u00e4t, wobei die Betroffenheit mit der Gr\u00f6\u00dfe des Unternehmens zunimmt. Die Angst vor wirtschaftskriminellen Vorf\u00e4llen ist sogar noch um ein Vielfaches h\u00f6her: Vier von f\u00fcnf Unternehmen (81 Prozent) sehen generell ein hohes bis sehr hohes Risiko mit Blick auf wirtschaftskriminelle Vorf\u00e4lle in Deutschland. Die h\u00e4ufigsten Deliktarten sind Betrug und Untreue (58 Prozent), eindeutlicher Anstieg um 13 Prozentpunkte gegen\u00fcber der letzten Befragung 2016; auch hier sind gro\u00dfe Unternehmen besonders stark betroffen (73Prozent). Diebstahl und Unterschlagung trifft im Schnitt 40 Prozent der Unternehmen. Aber auch Datendelikte sind weiter auf dem Vormarsch: Inzwischen erwischt es schon jedes dritte befragte Unternehmen (31Prozent), vor zwei Jahren war es noch jedes vierte (24 Prozent). Das sind Ergebnisse der Studie \u201eWirtschaftskriminalit\u00e4t in Deutschland 2018&#8243;, f\u00fcr die im Auftrag von KPMG 702 repr\u00e4sentativ nach Branche, Mitarbeiterzahl und Umsatz ausgew\u00e4hlte Unternehmen zu ihren Erfahrungen im Bereich Wirtschaftskriminalit\u00e4t befragt wurden.<\/h3>\n<h2>Jede zweite Tat nur zuf\u00e4llig entdeckt<\/h2>\n<p>\u00dcber die H\u00e4lfte der Taten (51 Prozent) ist nur durch Zufall ans Licht gekommen (2016: 39 Prozent). Vor allem bei kleinen Unternehmen hat diezuf\u00e4llige Entdeckung drastisch zugenommen.<\/p>\n<p>Alexander Geschonneck, Leiter Compliance &amp; Forensic bei KPMG, erkl\u00e4rt: \u201eDass Unternehmen schlichtweg auf Entdeckergl\u00fcck angewiesen sind, ist alarmierend. Dadurch werden wirtschaftskriminelle Vorf\u00e4lle viel zu sp\u00e4tentdeckt und die Sch\u00e4den fallen noch gravierender aus.<\/p>\n<p>Gleichwohl wird die Mehrzahl der wirtschaftskriminellen Handlungen mit 61 Prozent nach wie vor aufgrund offener Hinweise durch Unternehmensinterne aufgedeckt.<\/p>\n<p>Barbara Scheben, Partner bei KPMG im Bereich Forensic &amp; Compliance,erkl\u00e4rt: \u201eDas unterstreicht, wie wichtig die Sensibilisierung und Schulungder Mitarbeiter ist. Wer mit wachem Auge und gesch\u00e4rftem Risikobewusstsein auf eine potenzielle wirtschaftskriminelle Handlung im Unternehmen st\u00f6\u00dft, kann mithelfen, diese im Keim zu ersticken.&#8220;<\/p>\n<h2>Hinweisgebersysteme: eine starke Waffe gegen Wirtschaftskriminalit\u00e4t<\/h2>\n<p>Zwei von drei Befragten (66 Prozent) verf\u00fcgen inzwischen \u00fcber ein Hinweisgebersystem zur Meldung von Verdachtsf\u00e4llen; bei den Finanzdienstleistern sind es sogar 95 Prozent. Es umfasst etwa Briefk\u00e4stenoder Postf\u00e4cher (57 Prozent) oder eine eigene E-Mail-Adresse (54 Prozent) zur Meldung von Verdachtsf\u00e4llen. Vor allem kleinere Unternehmen haben aber offenbar gro\u00dfe Probleme bei der Umsetzung: So beklagt jedes zweite von ihnen (49 Prozent) eine unzureichende Meldekultur.<\/p>\n<p>Barbara Scheben: \u201eJeweils rund ein F\u00fcnftel der Befragten gibt an, dass Hinweisgebersysteme eine entscheidende Rolle bei der Aufkl\u00e4rung wirtschaftskrimineller Handlungen gespielt haben bzw. dass solche Vorf\u00e4lle erst aufgrund solcher Hinweise entdeckt wurden. Das macht deutlich, dass solche Systeme eine starke Waffe gegen Wirtschaftskriminalit\u00e4t sein k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<h2>Angriffe von au\u00dfen nehmen zu<\/h2>\n<p>War in der letzten Befragung vor zwei Jahren das Verh\u00e4ltnis zwischen internen und externen T\u00e4tern in etwa ausgeglichen, kommen heute fast 61 Prozent von au\u00dfen. Bei Datendelikten ist der Anteil externer T\u00e4ter gerade zu explosionsartig von 30 Prozent auf 76 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Alexander Geschonneck: \u201eDie Unternehmen sind vermehrt in der Lage, externe Angriffe zu entdecken und als solche zu klassifizieren.&#8220;<\/p>\n<p>Geldw\u00e4schedelikte werden in fast allen F\u00e4llen von externen T\u00e4tern ver\u00fcbt (98 Prozent). Hinter dem Verrat von Gesch\u00e4fts- und Betriebsgeheimnissen stecken mit 79 Prozent interne T\u00e4ter, bei Diebstahl und Unterschlagung liegt der Anteil der internen T\u00e4ter bei 75 Prozent.<\/p>\n<h2>Misstrauen w\u00e4chst \u2013 Gefahr f\u00fcr die weitere Gesch\u00e4ftsentwicklung<\/h2>\n<p>Das Thema Wirtschaftskriminalit\u00e4t wird zunehmend bei der Bewertungvon Gesch\u00e4ftsbeziehungen ber\u00fccksichtigt. So hat das Misstrauen gegen\u00fcber Unternehmen, von denen wirtschaftskriminelle Handlungenausgingen, aber mals zugenommen. Inzwischen schlie\u00dft fast die H\u00e4lftealler Befragten (47 Prozent) eine Gesch\u00e4ftsbeziehung mit solchen Unternehmen grunds\u00e4tzlich aus (2016: 35 Prozent). 44 Prozent greifen zwar nicht zu derart drastischen Ma\u00dfnahmen, stellen aber gleichwohl Bedingungen f\u00fcr eine Fortsetzung der Gesch\u00e4ftsbeziehung. Dazu z\u00e4hlen insbesondere eine unabh\u00e4ngige Sachverhaltsaufkl\u00e4rung (88 Prozent), die Entlassung des T\u00e4ters oder der T\u00e4ter (78 Prozent) und die Einf\u00fchrungeines wirksamen Compliance Management Systems (76 Prozent).<\/p>\n<p>Barbara Scheben: \u201eWirtschaftskriminalit\u00e4t kann zu einer Gefahr f\u00fcr die weitere Gesch\u00e4ftsentwicklung werden. Die Ergebnisse der Studie sollten f\u00fcr jedes Unternehmen Motivation genug sein, mehr f\u00fcr Pr\u00e4vention zu tun.&#8220;<\/p>\n<h2>Positiver Trend bei Pr\u00e4vention<\/h2>\n<p>Noch ist die Investitionsbereitschaft von Unternehmen mit Blick auf die Bek\u00e4mpfung von Wirtschaftskriminalit\u00e4t gering. Gleichwohl f\u00e4llt ein positiver Trend ins Auge: Die vorangegangenen Studien ergaben einen eher reaktiven Ansatz beim Umgang mit Wirtschaftskriminalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Alexander Geschonneck: \u201eEs wurde erst gel\u00f6scht, wenn es schon brannte, anstatt die Entstehung potenzieller Brandherde zu minimieren.&#8220;<\/p>\n<p>Inzwischen wappnen sich die Unternehmen lieber fr\u00fchzeitig gegen wirtschaftskriminelle Sachverhalte, anstatt erst nach einem Vorfall zu reagieren. Die diesj\u00e4hrige Studie zeigt erstmals, dass die Investitionen in die Pr\u00e4vention deutlich h\u00f6her ausfielen als die jenigen in Aufdeckung, Aufkl\u00e4rung und Reaktion.<\/p>\n<p>Alexander Geschonneck: \u201eWer rechtzeitig in Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen investiert, kann nicht nur die H\u00e4ufigkeit wirtschaftskrimineller Vorf\u00e4lle reduzieren. Sollte es trotzdem zum Ernstfall kommen, k\u00f6nnen die Sch\u00e4den minimiert werden. Implementierungs\u00ad und Betriebskosten pr\u00e4ventiver Ma\u00dfnahmen werden durch die vermiedenen oder geminderten Kosten inder Regel mehr als nur gedeckt.&#8220;<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h2><a href=\"https:\/\/hubs.ly\/H0cVSZS0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"broken_link\">Download der\u00a0KPMG-Studie: Wirtschaftskriminalit\u00e4t in Deutschland 2018<\/a><\/h2>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Presseinformation von KPMG vom 05.07.2018<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angriffe von au\u00dfen und Datendelikate nehmen zu. Jede zweite Tat kommt nur durch Zufall ans Licht. &nbsp; Jedes dritte Unternehmen in Deutschland (32 Prozent) war in den letzten beiden Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalit\u00e4t, wobei die Betroffenheit mit der Gr\u00f6\u00dfe des Unternehmens zunimmt. 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