{"id":48991,"date":"2018-09-05T09:09:15","date_gmt":"2018-09-05T07:09:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=48991"},"modified":"2018-09-05T09:29:46","modified_gmt":"2018-09-05T07:29:46","slug":"aussergewoehnliche-belastungen-zumutbare-belastungen-neue-rechtsprechung-fuehrt-zur-ueberpruefung-von-einer-million-steuerbescheiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/aussergewoehnliche-belastungen-zumutbare-belastungen-neue-rechtsprechung-fuehrt-zur-ueberpruefung-von-einer-million-steuerbescheiden\/","title":{"rendered":"Au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen + Zumutbare Belastungen: Neue Rechtsprechung f\u00fchrt zur \u00dcberpr\u00fcfung von einer Million Steuerbescheiden"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs bringt f\u00fcr viele Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Baden-W\u00fcrttemberg R\u00fcckerstattungen mit sich. Voraussetzung ist, dass sie au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen geltend gemacht haben &#8211; insbesondere Krankheits- und Pflegekosten.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Nach der neuen Rechtsprechung hat sich die Berechnung der zumutbaren Belastung ge\u00e4ndert. Die Steuerverwaltung pr\u00fcft deshalb in den kommenden Monaten etwa eine Million Einkommensteuerbescheide, die vom September 2013 bis Mitte Juni 2017 erlassen wurden.<\/p>\n<\/article>\n<article>&#8222;Die ge\u00e4nderte Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs wird sich f\u00fcr viele Menschen im Land positiv auswirken auch r\u00fcckwirkend\u201c, sagte Finanzstaatssekret\u00e4rin Gisela Splett am Samstag (1. September). \u201eAlle sollen bekommen, was ihnen zusteht. Deshalb geht die Steuerverwaltung automatisch alle in Frage kommenden Einkommensteuerbescheide durch. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler m\u00fcssen nicht selbst aktiv werden.\u201c<\/p>\n<p>Im Einkommensteuergesetz ist geregelt, dass zwangsl\u00e4ufig entstandene private Belastungen dann steuerlich geltend gemacht werden k\u00f6nnen, wenn sie f\u00fcr Steuerpflichtige im Vergleich zur \u00fcberwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen \u00fcberdurchschnittlich hoch sind. Die nach dem Gesetz noch zumutbare und damit von jedem selbst zu tragende Belastung wird jedoch angerechnet und ist abh\u00e4ngig vom Gesamtbetrag der Eink\u00fcnfte, der daf\u00fcr in drei Stufen eingeteilt wird (Stufe 1: bis 15.340 Euro, Stufe 2: bis 51.130 Euro, Stufe 3: \u00fcber 51.130 Euro). Je nach Familienstand und Zahl der Kinder wurde bislang ein bestimmter Prozentsatz vom Gesamtbetrag der Eink\u00fcnfte angenommen (zwischen 1 und 7 Prozent). Nach der neuen Rechtsprechung wird dieser Prozentsatz nur noch auf den Teil der gesamten Eink\u00fcnfte angewandt, der oberhalb des Stufengrenzwerts liegt. Damit sinkt insgesamt die zumutbare Belastung, was zu einer niedrigeren Einkommensteuer f\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u201eSeit Mitte Juni 2017 wenden die Finanz\u00e4mter die ge\u00e4nderte Rechtsprechung regul\u00e4r bei allen Einkommensteuererkl\u00e4rungen an\u201c, erl\u00e4uterte die Staatssekret\u00e4rin. \u201eDie zur\u00fcckliegenden Steuerbescheide werden nun nach und nach gepr\u00fcft, das wird einige Monate dauern.\u201c<\/p>\n<p class=\"opening\">Weitere Informationen<\/p>\n<p>Mit seinem Urteil vom 19. Januar 2017 (Aktenzeichen VI R 75\/14) wich der Bundesfinanzhof von der bis dahin \u00fcblichen Berechnung der zumutbaren Belastung ab. Die Entscheidung gilt \u00fcber den Einzelfall hinaus.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Pr\u00fcfung zur\u00fcckliegender Einkommensteuerbescheide mussten zun\u00e4chst die technischen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FinMin Baden-W\u00fcrttemberg, Pressemitteilung vom 01.09.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs bringt f\u00fcr viele Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Baden-W\u00fcrttemberg R\u00fcckerstattungen mit sich. Voraussetzung ist, dass sie au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen geltend gemacht haben &#8211; insbesondere Krankheits- und Pflegekosten. Nach der neuen Rechtsprechung hat sich die Berechnung der zumutbaren Belastung ge\u00e4ndert. 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