{"id":49052,"date":"2018-09-20T11:38:25","date_gmt":"2018-09-20T09:38:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49052"},"modified":"2018-09-20T11:38:25","modified_gmt":"2018-09-20T09:38:25","slug":"verlustberuecksichtigung-bei-aktienveraeusserung-bfh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verlustberuecksichtigung-bei-aktienveraeusserung-bfh\/","title":{"rendered":"Verlustber\u00fccksichtigung bei Aktienver\u00e4u\u00dferung (BFH)"},"content":{"rendered":"\n<p>Die steuerliche Ber\u00fccksichtigung eines Verlusts aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Aktien h\u00e4ngt nicht von der H\u00f6he der anfallenden Ver\u00e4u\u00dferungskosten ab. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. Juni 2018 VIII R 32\/16 gilt dies unabh\u00e4ngig von der H\u00f6he der Gegenleistung und der anfallenden Ver\u00e4u\u00dferungskosten. Damit wendet sich der BFH gegen die Auffassung der Finanzverwaltung (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 18. Januar 2016 IV C 1 &#8211; S-2252 \/ 08 \/ 10004, BStBl I 2016 S. 85).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Streitfall hatte der Kl\u00e4ger in den Jahren 2009 und 2010 Aktien zum Preis von 5.759,78 Euro erworben und diese im Jahr 2013 zu einem Gesamtverkaufspreis von 14 Euro an eine Sparkasse wieder ver\u00e4u\u00dfert, die Transaktionskosten in dieser H\u00f6he einbehielt. In seiner Einkommensteuererkl\u00e4rung 2013 machte der Kl\u00e4ger den Verlust in H\u00f6he von 5.759,78 Euro bei den Eink\u00fcnften aus Kapitalverm\u00f6gen geltend und stellte u. a. den Antrag auf \u00dcberpr\u00fcfung des Steuereinbehalts gem\u00e4\u00df \u00a7 32d Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Das Finanzamt ber\u00fccksichtigte die Verluste nicht. Den Einspruch des Kl\u00e4gers wies es als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck. Der dagegen gerichteten Klage gab das Finanzgericht statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem folgte der BFH. Er entschied, dass jede entgeltliche \u00dcbertragung des &#8211; zumindest wirtschaftlichen &#8211; Eigentums auf einen Dritten eine Ver\u00e4u\u00dferung i. S. des \u00a7 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG darstellt. Weitere Tatbestandsmerkmale nennt das Gesetz nicht. Die Erf\u00fcllung des Tatbestands der Ver\u00e4u\u00dferung ist entgegen der Sichtweise der Finanzverwaltung weder von der H\u00f6he der Gegenleistung noch von der H\u00f6he der anfallenden Ver\u00e4u\u00dferungskosten abh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch einen Missbrauch von Gestaltungsm\u00f6glichkeiten i. S. des \u00a7 42 der Abgabenordnung verneinte der BFH. Der Kl\u00e4ger hat nicht gegen eine vom Gesetzgeber vorgegebene Wertung versto\u00dfen, sondern lediglich von einer ihm durch das Gesetz einger\u00e4umten M\u00f6glichkeit Gebrauch gemacht. Es steht grunds\u00e4tzlich im Belieben des Steuerpflichtigen, ob, wann und mit welchem erzielbaren Ertrag er Wertpapiere erwirbt und wieder ver\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass der Kl\u00e4ger keine Steuerbescheinigung der Sparkasse \u00fcber den entstandenen Verlust vorlegen konnte (vgl. \u00a7 20 Abs. 6 Satz 6 EStG), stand der Verlustverrechnung nach der bereits gefestigten Rechtsprechung des Senats nicht entgegen. Die Bescheinigung ist entbehrlich, wenn &#8211; wie vorliegend &#8211; keine Gefahr der Doppelber\u00fccksichtigung des Verlusts besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der BFH hat damit weitere Zweifelsfragen im Zusammenhang mit der Abgeltungsteuer auf Kapitalertr\u00e4ge gekl\u00e4rt. Wie die blo\u00dfe Ausbuchung von wertlos gewordenen Aktien aus dem Wertpapierdepot des Steuerpflichtigen steuerrechtlich zu beurteilen ist, hat der BFH mangels Entscheidungserheblichkeit im vorliegenden Urteil dagegen (noch) offengelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 49\/18 vom 19.09.2018 zum Urteil VIII R 32\/16 vom 12.06.2018 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die steuerliche Ber\u00fccksichtigung eines Verlusts aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Aktien h\u00e4ngt nicht von der H\u00f6he der anfallenden Ver\u00e4u\u00dferungskosten ab. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. Juni 2018 VIII R 32\/16 gilt dies unabh\u00e4ngig von der H\u00f6he der Gegenleistung und der anfallenden Ver\u00e4u\u00dferungskosten. 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