{"id":49142,"date":"2018-10-15T09:40:10","date_gmt":"2018-10-15T07:40:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49142"},"modified":"2018-10-15T09:40:10","modified_gmt":"2018-10-15T07:40:10","slug":"umsatzsteuerrechtliche-organschaft-zwischen-gmbh-und-gbr-finanzielle-eingliederung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/umsatzsteuerrechtliche-organschaft-zwischen-gmbh-und-gbr-finanzielle-eingliederung\/","title":{"rendered":"Umsatzsteuerrechtliche Organschaft zwischen GmbH und GbR: finanzielle Eingliederung"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Keine finanzielle Eingliederung einer GmbH in eine GbR gem. \u00a7 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG bei fehlender Beteiligung der GbR an der GmbH und bei nicht mehrheitlicher GbR-Beteiligung der Anteilseignerin der GmbH; zu den Anforderungen an einen Vertrauensschutz bei \u00c4nderung von Verwaltungsanweisungen (hier: \u00dcbergangsregelung im BMF-Schreiben vom 5. Juli 2011, BStBl I 2011, 703).<\/h2>\n<\/article>\n<article>Mit Urteil vom 17. Mai 2018 hat der 4. Senat des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts (Az. 4 K 38\/17) entschieden, dass eine umsatzsteuerliche Organschaft zwischen einer GbR (als potenzielle Organtr\u00e4gerin) und einer GmbH (als potenzielle Organgesellschaft) nicht besteht, wenn die GbR nicht an der GmbH und die Alleingesellschafterin der GmbH nicht mehrheitlich an der GbR beteiligt ist; es hatte zudem Aspekte des Vertrauensschutzes bei ge\u00e4nderten Verwaltungsanweisungen zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin war eine GmbH. Ihre Gesellschafterin G war zu 1\/3 (sp\u00e4ter 50 %) an einer GbR beteiligt. Der Zweck der GbR war die gemeinsame Interessensvertretung im Hinblick auf die Leistungen innerhalb einer Kooperation, welche die GbR-Gesellschafter im Rahmen ihrer Beteiligungen an der Kl\u00e4gerin, der B-GmbH und einer weiteren Gesellschaft &#8211; der C-GmbH &#8211; gemeinsam erbrachten. Durch einige weitere Vertr\u00e4ge wurden Leistungsbeziehungen zwischen der Kl\u00e4gerin und der GbR sowie zwischen der GbR und der B-GmbH und C-GmbH gekn\u00fcpft. Im Rahmen dieser Vereinbarungen erbrachte die Kl\u00e4gerin Leistungen, welche formal \u00fcber die GbR abgewickelt wurden, welche also formal an die GbR erbracht und von dieser direkt an die B-GmbH weitergeleitet wurden.<\/p>\n<p>Das Gericht entschied, dass es f\u00fcr das Vorliegen einer Organschaft zwischen der Kl\u00e4gerin und der GbR an der daf\u00fcr erforderlichen finanziellen Eingliederung mangle. Der Organtr\u00e4ger m\u00fcsse \u00fcber eine &#8211; hier fehlende &#8211; eigene Mehrheitsbeteiligung an der Organgesellschaft verf\u00fcgen, die sich entweder aus einer unmittelbaren Beteiligung oder mittelbar aus einer \u00fcber eine Tochtergesellschaft gehaltenen Beteiligung ergebe. Es reiche nicht aus, dass die Alleingesellschafterin der GmbH zu 1\/3 (sp\u00e4ter 50 %) an der GbR beteiligt sei. Die mangelnde finanzielle Eingliederung k\u00f6nne auch nicht durch das BMF-Schreiben vom 5. Juli 2011 (BStBl I 2011, 703) \u00fcberwunden werden. Danach konnte f\u00fcr einen gewissen Zeitraum noch vom Vorliegen einer Organschaft ausgegangen werden, wenn sich die Anteile an der potenziellen Organtochter zwar nicht im Besitz der Personengesellschaft befanden, jedoch den Gesellschaftern der Personengesellschaft selbst zustanden. Hierauf konnte sich die Kl\u00e4gerin bereits deshalb nicht berufen, weil die Anteile an der Kl\u00e4gerin nur der G und nicht \u201eden Gesellschaftern\u201c der GbR zustanden.<\/p>\n<p>Der Senat hat die Revision gegen das Urteil nicht zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG Schleswig-Holstein, Mitteilung vom 02.10.2018 zum Urteil 4 K 38\/17 vom 17.05.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine finanzielle Eingliederung einer GmbH in eine GbR gem. \u00a7 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG bei fehlender Beteiligung der GbR an der GmbH und bei nicht mehrheitlicher GbR-Beteiligung der Anteilseignerin der GmbH; zu den Anforderungen an einen Vertrauensschutz bei \u00c4nderung von Verwaltungsanweisungen (hier: \u00dcbergangsregelung im BMF-Schreiben vom 5. 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