{"id":49197,"date":"2018-10-23T16:23:01","date_gmt":"2018-10-23T14:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49197"},"modified":"2018-10-23T16:23:01","modified_gmt":"2018-10-23T14:23:01","slug":"strenge-anforderungen-an-wahltarife-einer-krankenkasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/strenge-anforderungen-an-wahltarife-einer-krankenkasse\/","title":{"rendered":"Strenge Anforderungen an Wahltarife einer Krankenkasse"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Von der AOK Rheinland\/Hamburg angebotene Wahltarife \u00fcberschreiten gr\u00f6\u00dftenteils den gesetzlichen Rahmen<\/h2>\n<div id=\"vorspann\">\n<p>Mit dem Gesetz zur St\u00e4rkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung vom 26.03.2007 hat der Gesetzgeber den Krankenkassen die Befugnis einger\u00e4umt, in ihren Satzungen vorzusehen, dass Mitglieder f\u00fcr sich und ihre mitversicherten Angeh\u00f6rigen Tarife f\u00fcr Kostenerstattung w\u00e4hlen. Die beklagte AOK Rheinland\/Hamburg f\u00fchrte daraufhin neue Tarife zur Kostenerstattung f\u00fcr Leistungen im Ausland, Krankenhauszuzahlung, Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus sowie bei Zahnersatz und sp\u00e4ter f\u00fcr Vorsorgeleistungen zur Zahn-Gesundheit, h\u00e4usliche Krankenpflege, Brillen und kieferorthop\u00e4dische Behandlungen ein.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<article>Die Continentale Krankenversicherung a.G. hat daraufhin Klage mit dem Ziel erhoben, der Beklagten das Angebot dieser Versicherungsleistungen im gesch\u00e4ftlichen Verkehr zu untersagen. Gegen das klageabweisende Urteil des Sozialgerichts Dortmund hat sie Berufung eingelegt, die weit \u00fcberwiegend erfolgreich gewesen ist (Urteil vom 14.06.2018 &#8211; L 16 KR 251\/14).<\/p>\n<p>Das Landessozialgericht hat festgestellt, dass es der Beklagten nicht erlaubt ist, ihren Versicherten Versicherungsleistungen in Form der streitigen Kostenerstattungstarife f\u00fcr Zusatzleistungen &#8211; mit Ausnahme von Vorsorgeleistungen zur Zahn-Gesundheit und h\u00e4uslichen Krankenpflege &#8211; anzubieten.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist es den Krankenkassen als Teil der \u00f6ffentlichen Hand verwehrt, \u00fcber das zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsf\u00fcrsorge Gebotene und verfassungsm\u00e4\u00dfig Zul\u00e4ssige hinaus Leistungen zu erbringen. Mit dem Angebot ihrer Wahltarife hat die Beklagte teilweise den Rahmen des vom Gesetzgeber vorgesehenen Leistungsumfangs der gesetzlichen Krankenversicherung \u00fcberschritten und in unzul\u00e4ssiger Weise in den Bereich der privaten beruflichen Bet\u00e4tigung Dritter zu deren Nachteil eingegriffen. Daraus folgt der Unterlassungsanspruch der Kl\u00e4gerin, was im Berufungsverfahren zum \u00fcberwiegenden Erfolg ihrer Klage f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Das LSG hat die Revision zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 22.10.2018 zum Urteil L 16 KR 251\/14 vom 14.06.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der AOK Rheinland\/Hamburg angebotene Wahltarife \u00fcberschreiten gr\u00f6\u00dftenteils den gesetzlichen Rahmen Mit dem Gesetz zur St\u00e4rkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung vom 26.03.2007 hat der Gesetzgeber den Krankenkassen die Befugnis einger\u00e4umt, in ihren Satzungen vorzusehen, dass Mitglieder f\u00fcr sich und ihre mitversicherten Angeh\u00f6rigen Tarife f\u00fcr Kostenerstattung w\u00e4hlen. 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