{"id":49293,"date":"2018-12-03T19:17:49","date_gmt":"2018-12-03T17:17:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49293"},"modified":"2018-12-03T19:17:49","modified_gmt":"2018-12-03T17:17:49","slug":"rangruecktritt-fuehrt-nicht-zwingend-zum-passivierungsverbot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/rangruecktritt-fuehrt-nicht-zwingend-zum-passivierungsverbot\/","title":{"rendered":"Rangr\u00fccktritt f\u00fchrt nicht zwingend zum Passivierungsverbot"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Eine von der Alleingesellschafterin gegen\u00fcber einer GmbH f\u00fcr Gesellschafterforderungen abgegebene Rangr\u00fccktrittserkl\u00e4rung, die eine Tilgung auch aus dem freien Verm\u00f6gen zul\u00e4sst, f\u00fchrt nicht zu einem Passivierungsverbot. Dies hat der 10. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 13. September 2018 (Az. 10 K 504\/15 K,G,F) entschieden.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin, eine GmbH, die im Streitzeitraum keine operative T\u00e4tigkeiten aus\u00fcbte, hatte Verbindlichkeiten gegen\u00fcber ihrer Alleingesellschafterin. Diese erkl\u00e4rte zur Abwendung der \u00dcberschuldung der Kl\u00e4gerin, auf ihre Forderungen in H\u00f6he von maximal ca. 3 Mio. Euro hinter die Forderungen aller anderen gegenw\u00e4rtigen und zuk\u00fcnftigen Gl\u00e4ubiger in der Weise zur\u00fcckzutreten, dass die Forderungen nur aus sonst entstehenden Jahres\u00fcbersch\u00fcssen, einem Liquidations\u00fcberschuss oder aus einem die sonstigen Verbindlichkeiten der Kl\u00e4gerin \u00fcbersteigenden freien Verm\u00f6gen zu bedienen sind. Das Finanzamt war der Auffassung, dass aufgrund dieser Rangr\u00fccktrittserkl\u00e4rung keine ernste R\u00fcckzahlungsabsicht bei der Kl\u00e4gerin mehr vorliege und l\u00f6ste die bestehenden Verbindlichkeiten abz\u00fcglich des freien Verm\u00f6gens (insgesamt ca. 2 Mio. Euro) gewinnerh\u00f6hend auf.<\/p>\n<p>Der Senat gab der hiergegen erhobenen Klage statt. Hinsichtlich der aufgel\u00f6sten Verbindlichkeiten bestehe trotz der Rangr\u00fccktrittserkl\u00e4rung in voller H\u00f6he eine Passivierungspflicht. Eine wirtschaftliche Belastung liege zwar in solchen F\u00e4llen nicht mehr vor, in denen die Rangr\u00fccktrittsvereinbarung auf k\u00fcnftig entstehende Jahres\u00fcbersch\u00fcsse und einem Liquidations\u00fcberschuss beschr\u00e4nkt ist. Insoweit greife das Passivierungsverbot nach \u00a7 5 Abs. 2a EStG. Im Streitfall bestehe jedoch die Besonderheit, dass die Verbindlichkeiten daneben auch aus dem freien Verm\u00f6gen zu bedienen waren. Dies f\u00fchre dazu, dass eine gegenw\u00e4rtige wirtschaftliche Belastung gegeben sei. Der Umstand, dass die Kl\u00e4gerin mangels operativer Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit zuk\u00fcnftig nicht in der Lage sein werde, weiteres freies Verm\u00f6gen zu generieren, \u00e4ndere nichts daran, dass sie rechtlich weiterhin verpflichtet bleibe, die Verbindlichkeiten zu tilgen.<\/p>\n<p>Der Senat hat die Revision (Az. XI R 32\/18) zum Bundesfinanzhof zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.11.2018 zum Urteil 10 K 504\/15 vom 13.09.2018 (nrkr &#8211; BFH-Az.: XI R 32\/18)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine von der Alleingesellschafterin gegen\u00fcber einer GmbH f\u00fcr Gesellschafterforderungen abgegebene Rangr\u00fccktrittserkl\u00e4rung, die eine Tilgung auch aus dem freien Verm\u00f6gen zul\u00e4sst, f\u00fchrt nicht zu einem Passivierungsverbot. Dies hat der 10. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 13. September 2018 (Az. 10 K 504\/15 K,G,F) entschieden. Die Kl\u00e4gerin, eine GmbH, die im Streitzeitraum keine operative T\u00e4tigkeiten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/rangruecktritt-fuehrt-nicht-zwingend-zum-passivierungsverbot\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Rangr\u00fccktritt f\u00fchrt nicht zwingend zum Passivierungsverbot<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-49293","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49293\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=49293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=49293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}