{"id":49326,"date":"2018-12-11T19:31:19","date_gmt":"2018-12-11T17:31:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49326"},"modified":"2022-11-25T12:03:32","modified_gmt":"2022-11-25T10:03:32","slug":"anwendung-des-%c2%a7-1-abs-2a-grunderwerbsteuersteuergesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/anwendung-des-%c2%a7-1-abs-2a-grunderwerbsteuersteuergesetz\/","title":{"rendered":"Anwendung des \u00a7 1 Abs. 2a Grunderwerbsteuersteuergesetz"},"content":{"rendered":"<article>\n<h1><b style=\"font-size: 22px;\">1 Allgemeines<\/b><\/h1>\n<\/article>\n<article>Bei einer Personengesellschaft, zu deren Verm\u00f6gen ein inl\u00e4ndisches Grundst\u00fcck geh\u00f6rt, gilt nach \u00a7 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG die unmittelbare oder mittelbare \u00c4nderung des Gesellschafterbestandes dergestalt, dass innerhalb von f\u00fcnf Jahren mindestens 95 % der Anteile am Gesellschaftsverm\u00f6gen auf neue Gesellschafter \u00fcbergehen, als ein auf die \u00dcbereignung eines Grundst\u00fccks auf eine neue Personengesellschaft gerichtetes Rechtsgesch\u00e4ft. Die Vorschrift fingiert die \u00dcbereignung eines zum Verm\u00f6gen einer Personengesellschaft geh\u00f6renden Grundst\u00fccks auf eine fiktiv \u201eneue&#8220; Personengesellschaft. Zivilrechtlich liegt kein Rechtstr\u00e4gerwechsel vor.<\/p>\n<h3><b>2 Personengesellschaft<\/b><\/h3>\n<p>Personengesellschaften im Sinne des \u00a7 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG sind insbesondere die Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts, die offene Handelsgesellschaft, die Kommanditgesellschaft (einschlie\u00dflich der GmbH &amp; Co. KG) und die Partnerschaftsgesellschaft. Ausl\u00e4ndische Personengesellschaften, deren rechtliche Struktur den inl\u00e4ndischen Personengesellschaften entspricht, werden von der Vorschrift erfasst.<\/p>\n<h3><b>3 Vom Tatbestand erfasste Grundst\u00fccke<\/b><\/h3>\n<p>Die Vorschrift des \u00a7 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG ist grundst\u00fccksbezogen. Sie erfasst diejenigen Grundst\u00fccke, und zwar jedes f\u00fcr sich, die w\u00e4hrend des Zeitraums, in dem sich der Gesellschafterbestand \u00e4ndert, durchg\u00e4ngig zum Verm\u00f6gen der Personengesellschaft geh\u00f6ren. Zum F\u00fcnfjahreszeitraum vgl. Tz. 6. Zum Verm\u00f6gen einer Personengesellschaft geh\u00f6ren die Grundst\u00fccke, die der Gesellschaft grunderwerbsteuerrechtlich zuzurechnen sind. Es kommt nicht auf das zivilrechtliche Eigentum oder die bewertungsrechtliche Zurechnung an. Ein Grundst\u00fcck geh\u00f6rt der Gesellschaft, wenn es ihr im Zeitpunkt der Entstehung der Steuerschuld aufgrund eines unter \u00a7 1 Abs. 1, 2, 3 oder 3a GrEStG fallenden Erwerbsvorgangs grunderwerbsteuerrechtlich zuzurechnen ist. Ein Grundst\u00fcck geh\u00f6rt nicht mehr zum Verm\u00f6gen der Gesellschaft, wenn es zwar noch in ihrem Eigentum steht bzw. ihr bewertungsrechtlich zuzurechnen ist, es aber vor Entstehung der Steuerschuld Gegenstand eines Ver\u00e4u\u00dferungsvorgangs im Sinne des \u00a7 1 Abs. 1, 3 oder 3a GrEStG war. Grundst\u00fccke im Eigentum der Personengesellschaft, an denen sie einem anderen die Verwertungsbefugnis im Sinne des \u00a7 1 Abs. 2 GrEStG einger\u00e4umt hat, geh\u00f6ren zu ihrem Verm\u00f6gen.<\/p>\n<h3><b>4 Anteil am Verm\u00f6gen der Personengesellschaft<\/b><\/h3>\n<p>Die von der Gesellschaft erworbenen Grundst\u00fccke sind gemeinschaftliches Verm\u00f6gen der Gesellschafter (gesamth\u00e4nderische Mitberechtigung).<\/p>\n<p>Unter Anteil am Verm\u00f6gen ist<\/p>\n<ul class=\"square\">\n<li>die sachenrechtliche Mitberechtigung des Gesellschafters, die sich aus der Stellung als Gesamth\u00e4nder ableitet, und<\/li>\n<li>die verm\u00f6gensm\u00e4\u00dfige Beteiligung an dem Gesellschaftsgrundst\u00fcck<\/li>\n<\/ul>\n<p>zu verstehen. Ma\u00dfgebend ist die gesellschaftsvertraglich vereinbarte Beteiligung am Verm\u00f6gen (fest oder variabel), hilfsweise die \u00a7\u00a7 722, 734 BGB bzw. \u00a7\u00a7 120 bis 122 HGB. Es ist auf den Zeitpunkt der Verwirklichung des Erwerbsvorgangs im Sinne des \u00a7 23 GrEStG abzustellen.<\/p>\n<h3><b>5 F\u00fcr \u00a7 1 Absatz 2a GrEStG relevanter Gesellschafterwechsel<\/b><\/h3>\n<p>Ein steuerbarer Gesellschafterwechsel im Sinne des \u00a7 1 Abs. 2a GrEStG liegt vor, wenn es sich um einen Gesellschafterwechsel dem Grunde nach handelt (Tz. 5.1), der durch einen Neugesellschafter ausgel\u00f6st wird (Tz. 5.2), und sich dadurch das Verh\u00e4ltnis der Altgesellschafter zu den Neugesellschaftern zu Lasten der Altgesellschafter ver\u00e4ndert (Tz. 5.3).<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BMF<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1 Allgemeines Bei einer Personengesellschaft, zu deren Verm\u00f6gen ein inl\u00e4ndisches Grundst\u00fcck geh\u00f6rt, gilt nach \u00a7 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG die unmittelbare oder mittelbare \u00c4nderung des Gesellschafterbestandes dergestalt, dass innerhalb von f\u00fcnf Jahren mindestens 95 % der Anteile am Gesellschaftsverm\u00f6gen auf neue Gesellschafter \u00fcbergehen, als ein auf die \u00dcbereignung eines Grundst\u00fccks auf eine neue &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/anwendung-des-%c2%a7-1-abs-2a-grunderwerbsteuersteuergesetz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Anwendung des \u00a7 1 Abs. 2a Grunderwerbsteuersteuergesetz<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49326"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49326"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49326\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=49326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=49326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}