{"id":49337,"date":"2018-12-11T19:35:18","date_gmt":"2018-12-11T17:35:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49337"},"modified":"2018-12-11T19:35:18","modified_gmt":"2018-12-11T17:35:18","slug":"aenderung-der-wahlrechtsausuebung-nach-%c2%a7-34a-estg-nur-bis-zur-bestandskraft-der-erstveranlagung-des-folgejahres-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/aenderung-der-wahlrechtsausuebung-nach-%c2%a7-34a-estg-nur-bis-zur-bestandskraft-der-erstveranlagung-des-folgejahres-moeglich\/","title":{"rendered":"\u00c4nderung der Wahlrechtsaus\u00fcbung nach \u00a7 34a EStG nur bis zur Bestandskraft der Erstveranlagung des Folgejahres m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<section id=\"content\"><\/section>\n<section id=\"main-content\">\n<article>\n<h2>Mit Urteil vom 18.11.2018 (Az. 12 K 1250\/18 E, F) hat das Finanzgericht D\u00fcsseldorf entschieden, dass ein Antrag auf erm\u00e4\u00dfigte Besteuerung nicht entnommener Gewinne nur bis zur Bestandskraft der Erstveranlagung des Folgejahres zur\u00fcckgenommen werden kann.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Bei Einzelunternehmern und Mitunternehmerschaften wird der nicht entnommene Gewinn auf Antrag erm\u00e4\u00dfigt besteuert. Die erm\u00e4\u00dfigte Besteuerung ist nicht endg\u00fcltig, sondern es erfolgt in sp\u00e4teren Jahren unter bestimmten Voraussetzungen eine Nachversteuerung. Nach der ma\u00dfgeblichen gesetzlichen Regelung kann der Antrag bis zur Unanfechtbarkeit des Einkommensteuerbescheides f\u00fcr den n\u00e4chsten Veranlagungszeitraum ganz oder teilweise zur\u00fcckgenommen werden.<\/p>\n<p>Das Gericht hatte dar\u00fcber zu entscheiden, ob der Antrag zur\u00fcckgenommen werden kann, wenn ein bestandskr\u00e4ftiger Bescheid ge\u00e4ndert wird und dadurch f\u00fcr den Steuerpflichtigen eine (eingeschr\u00e4nkte) Anfechtungsm\u00f6glichkeit entsteht.<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger ist Kommanditist einer Kommanditgesellschaft. Sein Gewinnanteil wurde f\u00fcr die Jahre 2008-2010 antragsgem\u00e4\u00df erm\u00e4\u00dfigt besteuert. Aufgrund ge\u00e4nderter Gewinnfeststellungsbescheide f\u00fcr die Gesellschaft \u00e4nderte das beklagte Finanzamt im Jahr 2015 die bestandskr\u00e4ftigen Einkommensteuerfestsetzungen f\u00fcr die Jahre 2008-2011.<\/p>\n<p>Innerhalb der Einspruchsfrist f\u00fcr diese \u00c4nderungsbescheide erkl\u00e4rte der Kl\u00e4ger, dass er seinen Antrag auf erm\u00e4\u00dfigte Besteuerung f\u00fcr die Jahre 2008-2010 zur\u00fccknehme. Das beklagte Finanzamt lehnte eine \u00c4nderung der Einkommensteuerfestsetzungen ab, weil der Antrag des Kl\u00e4gers zu sp\u00e4t zur\u00fcckgenommen worden sei.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht hat die Klage abgewiesen und ausgef\u00fchrt, dass der Antrag auf erm\u00e4\u00dfigte Besteuerung nur bis zur Bestandskraft der erstmaligen Festsetzung des Folgejahres m\u00f6glich sei. Das Gericht stellte dabei ma\u00dfgeblich auf den Wortlaut des Gesetzes ab. Die Unanfechtbarkeit des Bescheides trete mit Ablauf der Rechtsbehelfsfrist ein. Zudem stehe diese Gesetzesauslegung mit dem Zweck des Gesetzes im Einklang. Es handele sich um eine Billigkeitsregelung zum Ausgleich unbilliger H\u00e4rten, die zeitlich nicht \u00fcber den Eintritt der Bestandskraft der Erstveranlagung hinaus gew\u00e4hrt werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht hat die Revision zum Bundesfinanzhof wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 06.12.2018 zum Urteil 12 K 1250\/18 vom 18.11.2018<\/p>\n<\/section>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 18.11.2018 (Az. 12 K 1250\/18 E, F) hat das Finanzgericht D\u00fcsseldorf entschieden, dass ein Antrag auf erm\u00e4\u00dfigte Besteuerung nicht entnommener Gewinne nur bis zur Bestandskraft der Erstveranlagung des Folgejahres zur\u00fcckgenommen werden kann. 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