{"id":49339,"date":"2018-12-11T19:36:00","date_gmt":"2018-12-11T17:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49339"},"modified":"2018-12-11T19:36:00","modified_gmt":"2018-12-11T17:36:00","slug":"zum-umfang-einer-unternehmerischen-betaetigung-einer-gemeinde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/zum-umfang-einer-unternehmerischen-betaetigung-einer-gemeinde\/","title":{"rendered":"Zum Umfang einer unternehmerischen Bet\u00e4tigung einer Gemeinde"},"content":{"rendered":"<article>Der 1. Senat des Finanzgerichts Baden-W\u00fcrttemberg setzte sich mit Urteil vom 18. Oktober 2018 (Az. 1 K 1458\/18) mit der Unternehmereigenschaft einer Gemeinde auseinander. Er differenzierte nach der Art der Bet\u00e4tigung unter Ber\u00fccksichtigung der Umst\u00e4nde im Einzelfall. Er gelangte zu dem Ergebnis, dass die Kl\u00e4gerin, ein staatlich anerkannter Heilklimatischer Luftkurort, Unternehmerin mit Vorsteuerabzug sei, soweit sie ein Kurhaus f\u00fcr Restaurations- und Veranstaltungszwecke Dritten entgeltlich \u00fcberlasse. Die Kl\u00e4gerin sei keine Unternehmerin, soweit sie Leistungen an ihre Kurg\u00e4ste ausf\u00fchre. Loipen, Wander- und sonstige Sportpfade und -anlagen, Hundestationen, Parkanlagen sowie Bereiche des Kurhauses, wie z. B. Lesesaal, Bibliothek und Toiletten, seien frei und unentgeltlich zug\u00e4nglich. Die Benutzung der kommunalen Einrichtungen sei \u00f6ffentlich-rechtlich ausgestaltet. Die H\u00f6he der Kurtaxe orientiere sich nicht an den Investitionen in die kommunale Infrastruktur. Es fehle auch an einem unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Aufwendungen f\u00fcr Errichtung, Unterhaltung und Betrieb der Anlagen und einer wirtschaftlichen T\u00e4tigkeit \u201eKurbetrieb&#8220;. Die \u00f6ffentlichen Einrichtungen seien dem Allgemeingebrauch gewidmet gewesen. Eventtage, Radtouren und verkaufsoffene Sonntage h\u00e4tten allgemeinen Zwecken wie der \u201eVerbesserung der Lebensqualit\u00e4t der Einwohner und der F\u00f6rderung des Einzelhandels&#8220; gedient. Der \u201eBetrieb der Kureinrichtungen&#8220; gegen eine Kurtaxe sei daher keine unternehmerische T\u00e4tigkeit und ein Vorsteuerabzug insoweit nicht zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin betreibt u. a. einen Kurpark, ein Kurhaus und sonstige Anlagen und Wege. Diese Einrichtungen waren in den Streitjahren 2009 bis 2012 f\u00fcr jedermann frei zug\u00e4nglich. Kommunalrechtlich war die Kurverwaltung ein Eigenbetrieb und k\u00f6rperschaftsteuerlich ein Betrieb gewerblicher Art. Die Kl\u00e4gerin erkl\u00e4rte in ihren Umsatzsteuererkl\u00e4rungen umsatzsteuerpflichtige Ums\u00e4tze (Kurtaxe) und Vorsteuerbetr\u00e4ge aus Eingangsleistungen in Zusammenhang mit dem Fremdenverkehr. Das beklagte Finanzamt k\u00fcrzte die Vorsteuerbetr\u00e4ge. Die Kl\u00e4gerin sei als Unternehmerin teilweise zum Vorsteuerabzug berechtigt. Ein Vorsteuerabzug sei u. a. nicht zul\u00e4ssig aus Rechnungen in Zusammenhang mit Loipen, Wander- und sonstigen Sportpfaden und -anlagen, G\u00e4rtnerei, Bauhof, Hundekotbeutel, Hundestationen, Abfallbeh\u00e4lter, Eventtagen, verkaufsoffenen Sonntagen, dem Park und Pavillon.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG Baden-W\u00fcrttemberg, Pressemitteilung vom 06.12.2018 zum Urteil 1 K 1458\/18 vom 18.10.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1. Senat des Finanzgerichts Baden-W\u00fcrttemberg setzte sich mit Urteil vom 18. Oktober 2018 (Az. 1 K 1458\/18) mit der Unternehmereigenschaft einer Gemeinde auseinander. Er differenzierte nach der Art der Bet\u00e4tigung unter Ber\u00fccksichtigung der Umst\u00e4nde im Einzelfall. 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