{"id":49509,"date":"2019-01-17T20:32:46","date_gmt":"2019-01-17T18:32:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49509"},"modified":"2019-01-17T20:34:09","modified_gmt":"2019-01-17T18:34:09","slug":"sozialwidriges-verhalten-wer-das-erbe-nicht-ehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/sozialwidriges-verhalten-wer-das-erbe-nicht-ehrt\/","title":{"rendered":"Grundsicherung: Sozialwidriges Verhalten &#8211; Wer das Erbe nicht ehrt"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Wer seine Hilfebed\u00fcrftigkeit in missbilligenswerter Weise zulasten der Solidargemeinschaft selbst herbeif\u00fchrt, darf Grundsicherungsleistungen des Jobcenters nicht behalten. Wo genau sozialwidriges Verhalten anf\u00e4ngt, hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) in drei Urteilen aufgezeigt.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Im ersten Fall hatte ein 51-j\u00e4hriger Hartz-IV-Empf\u00e4nger aus Emden geklagt, der nach dem Tod seines Onkels im Jahre 2011 zun\u00e4chst von dessen Erbe lebte. Als der Mann ab 2013 erneut Grundsicherungsleistungen bezog, nahm das Jobcenter eine R\u00fcckforderung vor. Er habe das geerbte Verm\u00f6gen in kurzer Zeit verschwendet und hierdurch seine Hilfebed\u00fcrftigkeit herbeigef\u00fchrt. Demgegen\u00fcber rechtfertigte sich der Mann mit einer vermeintlichen Alkoholerkrankung. Er habe den \u00fcberwiegenden Teil des Tages in Gastst\u00e4tten verbracht.Das LSG hat die Rechtsauffassung des Jobcenters best\u00e4tigt. Der Kl\u00e4ger habe geerbtes Immobilienverm\u00f6gen von 120.000 Euro sowie Geld- und Wertpapierverm\u00f6gen von 80.000 Euro innerhalb von zwei Jahren verschwendet und sei nun v\u00f6llig mittellos. Seine Bank habe das \u00fcberzogene Girokonto gek\u00fcndigt, ihm drohe eine Stromsperre und er sei auf Lebensmittelgutscheine angewiesen. Freim\u00fctig habe er einger\u00e4umt, das Erbe \u201eausgegeben und vertrunken&#8220; zu haben. Allein 60.000 Euro habe er verschenkt um zu gefallen.<\/p>\n<p>Ein solches Ausgabeverhalten sei nach \u00dcberzeugung des Gerichts grob fahrl\u00e4ssig und in hohem Ma\u00dfe zu missbilligen. Es laufe dem Grundsatz der Eigenverantwortung zuwider. Da der Kl\u00e4ger eine Erwerbst\u00e4tigkeit nicht beabsichtigte, h\u00e4tte ihm klar sein m\u00fcssen, dass er mit seinem sozialwidrigen Verhalten in kurzer Zeit wieder auf staatliche Leistungen angewiesen sein w\u00fcrde. Ein statistisch durchschnittlicher, nichterwerbst\u00e4tiger Mann h\u00e4tte bei ganz normalen Ausgaben sieben Jahre und sieben Monate von dem Verm\u00f6gen leben k\u00f6nnen. Die behauptete Alkoholerkrankung habe nach \u00dcberzeugung des Gerichts und der beteiligten \u00c4rzte keineswegs zum Kontrollverlust gef\u00fchrt, da der Kl\u00e4ger auch sehr vern\u00fcnftige Entscheidungen getroffen habe wie Schuldentilgung und den Kauf einer Eigentumswohnung.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: LSG Niedersachsen-Bremen, Pressemitteilung vom 14.01.2019 zum Urteil L 13 AS 111\/17 vom 12.12.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer seine Hilfebed\u00fcrftigkeit in missbilligenswerter Weise zulasten der Solidargemeinschaft selbst herbeif\u00fchrt, darf Grundsicherungsleistungen des Jobcenters nicht behalten. Wo genau sozialwidriges Verhalten anf\u00e4ngt, hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) in drei Urteilen aufgezeigt. 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