{"id":49531,"date":"2019-01-17T20:39:37","date_gmt":"2019-01-17T18:39:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49531"},"modified":"2019-01-17T20:39:37","modified_gmt":"2019-01-17T18:39:37","slug":"aussetzung-der-steuerfestsetzung-nach-%c2%a7-165-abs-1-satz-4-ao-aufhebung-der-aussetzung-der-steuerfestsetzung-hinsichtlich-%c2%a7-8c-satz-1-kstg-a-f-sowie-des-%c2%a7-8c-abs-1-satz-1-kstg-a-f","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/aussetzung-der-steuerfestsetzung-nach-%c2%a7-165-abs-1-satz-4-ao-aufhebung-der-aussetzung-der-steuerfestsetzung-hinsichtlich-%c2%a7-8c-satz-1-kstg-a-f-sowie-des-%c2%a7-8c-abs-1-satz-1-kstg-a-f\/","title":{"rendered":"Aussetzung der Steuerfestsetzung nach \u00a7 165 Abs. 1 Satz 4 AO &#8211; Aufhebung der Aussetzung der Steuerfestsetzung hinsichtlich \u00a7 8c Satz 1 KStG a. F. sowie des \u00a7 8c Abs. 1 Satz 1 KStG a. F."},"content":{"rendered":"<section id=\"content\"><\/section>\n<section id=\"main-content\">\n<article>\n<h2>Vorl\u00e4ufige Steuerfestsetzung im Hinblick auf anh\u00e4ngige Musterverfahren (\u00a7 165 Abs. 1 Satz 2 AO)<\/h2>\n<div id=\"vorspann\">\n<p>Die Vorschrift des \u00a7 8c Satz 1 KStG (in der Fassung des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14. August 2007, BGBl. I S. 1912 [\u00a7 8c Satz 1 KStG a. F.]) sowie des \u00a7 8c Abs. 1 Satz 1 KStG (in der Fassung des Gesetzes zur Modernisierung der Rahmenbedingungen f\u00fcr Kapitalbeteiligungen vom 12. August 2008, BGBl. I S. 1672, und den nachfolgenden Fassungen bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Weiterentwicklung der steuerlichen Verlustverrechnung bei K\u00f6rperschaften vom 20. Dezember 2016, BGBl. I S. 2998 [\u00a7 8c Abs. 1 Satz 1 KStG a. F.]) werden durch Artikel 6 des Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausf\u00e4llen beim Handel mit Waren im Internet und zur \u00c4nderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 11. Dezember 2018 (fortan UStAVermG), BGBl. I S. 2338, r\u00fcckwirkend ab dem 1. Januar 2008 ersatzlos aufgehoben.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<article>Mit der Neuregelung wird der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 29. M\u00e4rz 2017 (2 BvL 6\/11, BGBl. I S. 1289) Rechnung getragen. Darin hatte das Gericht die Verfassungswidrigkeit der Verlustabzugsbeschr\u00e4nkung nach \u00a7 8c Satz 1 KStG a. F. bzw. \u00a7 8c Abs. 1 Satz 1 KStG a. F. festgestellt und hatte den Gesetzgeber verpflichtet, sie bis zu einer gesetzlichen Neuregelung nicht anzuwenden. Zur Umsetzung dieses Beschlusses wurden die Vorschriften \u00a7 8c Satz 1 KStG a. F. bzw. \u00a7 8c Abs. 1 Satz 1 KStG a. F. bei Festsetzungen der K\u00f6rperschaftsteuer und des Gewerbesteuer-Messbetrags f\u00fcr Veranlagungs- bzw. Erhebungszeitr\u00e4ume 2008 bis 2015 und bei abweichendem Wirtschaftsjahr und einem sch\u00e4dlichen Beteiligungserwerb i. S. v. \u00a7 8c Satz 1 KStG a. F. bzw. \u00a7 8c Abs. 1 Satz 1 KStG a. F. vor dem 1. Januar 2016 auch f\u00fcr den Veranlagungs- bzw. Erhebungszeitraum 2016 nach \u00a7 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 i. V. m. Satz 4 AO ausgesetzt. Entsprechendes galt bei gesonderten Feststellungen nach \u00a7\u00a7 2a, 10d, \u00a7 15 Abs. 4, \u00a7\u00a7 15a, 15b EStG, \u00a7 4h EStG in Verbindung mit \u00a7 8a KStG, \u00a7 14 Abs. 5 KStG, \u00a7 10 Abs. 3 Satz 5 AStG und \u00a7 10a GewStG f\u00fcr Feststellungszeitpunkte 31. Dezember 2008 bis 31. Dezember 2015.<\/p>\n<p>Mit dem Inkrafttreten des UStAVermG am 15. Dezember 2018 ist der Grund f\u00fcr die vorl\u00e4ufige Aussetzung der Anwendung von \u00a7 8c Satz 1 KStG a. F. bzw. \u00a7 8c Abs. 1 Satz 1 KStG a. F. entfallen.<\/p>\n<p>Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Er\u00f6rterung mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder gilt daher Folgendes:<\/p>\n<p><b>I.<\/b><\/p>\n<p><b><\/b>In der Anlage zum BMF-Schreiben vom 15. Januar 2018, BStBl I S. 2, die zuletzt durch BMF-Schreiben vom 18. Juni 2018, BStBl I S. 702, ge\u00e4ndert worden ist, wird der Abschnitt B (Aussetzung der Steuerfestsetzung) mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Ein Ruhenlassen au\u00dfergerichtlicher Rechtsbehelfsverfahren kommt insoweit nicht mehr in Betracht.<\/p>\n<p><b>II.<\/b><\/p>\n<p><b><\/b>Die Anlage zum BMF-Schreiben vom 15. Januar 2018, a. a. O., wird mit sofortiger Wirkung wie folgt gefasst:<\/p>\n<p><b>\u201eAbschnitt A (Vorl\u00e4ufige Steuerfestsetzung)<\/b><\/p>\n<p>I.<\/p>\n<p>Steuerfestsetzungen sind hinsichtlich folgender Punkte gem\u00e4\u00df \u00a7 165 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 AO im Hinblick auf die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit und verfassungskonforme Auslegung der Norm vorl\u00e4ufig vorzunehmen:<\/p>\n<p>1.a) Abziehbarkeit der Aufwendungen f\u00fcr eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben (\u00a7 4 Absatz 9, \u00a7 9 Absatz 6, \u00a7 12 Nummer 5 EStG)<\/p>\n<p>&#8211; f\u00fcr die Veranlagungszeitr\u00e4ume 2004 bis 2014 &#8211;<\/p>\n<p>1.b) Abziehbarkeit der Aufwendungen f\u00fcr eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben (\u00a7 4 Absatz 9, \u00a7 9 Absatz 6 EStG)<\/p>\n<p>&#8211; f\u00fcr Veranlagungszeitr\u00e4ume ab 2015 &#8211;<\/p>\n<p>2. H\u00f6he der kindbezogenen Freibetr\u00e4ge nach \u00a7 32 Absatz 6 S\u00e4tze 1 und 2 EStG<\/p>\n<p>3. Abzug einer zumutbaren Belastung (\u00a7 33 Absatz 3 EStG) bei der Ber\u00fccksichtigung von Aufwendungen f\u00fcr Krankheit oder Pflege als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung.<\/p>\n<p>Der Vorl\u00e4ufigkeitsvermerk gem\u00e4\u00df Nummern 1.a) und 1.b) ist im Rahmen der verfahrensrechtlichen M\u00f6glichkeiten s\u00e4mtlichen Einkommensteuerbescheiden f\u00fcr Veranlagungszeitr\u00e4ume ab 2004 beizuf\u00fcgen. Ferner ist er im Rahmen der verfahrensrechtlichen M\u00f6glichkeiten s\u00e4mtlichen Ablehnungen einer Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags (\u00a7 10d Absatz 4 EStG) beizuf\u00fcgen, wenn der Ablehnungsbescheid einen Feststellungszeitpunkt nach dem 31. Dezember 2003 betrifft und die Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Ber\u00fccksichtigung von Aufwendungen f\u00fcr eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben beantragt wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Aussetzung der Vollziehung in den F\u00e4llen der Nummern 1.a) und 1.b) gilt Folgendes:<\/p>\n<ul class=\"square\">\n<li>Ein mit einem zul\u00e4ssigen Rechtsbehelf angefochtener Einkommensteuerbescheid f\u00fcr einen Veranlagungszeitraum ab 2004 ist auf Antrag in der Vollziehung auszusetzen, soweit die steuerliche Ber\u00fccksichtigung von Aufwendungen des Steuerpflichtigen f\u00fcr seine Berufsausbildung oder sein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben strittig ist und bei einer Ber\u00fccksichtigung dieser Aufwendungen die Einkommensteuer herabzusetzen w\u00e4re. Die Vollziehungsaussetzungsbeschr\u00e4nkung gem\u00e4\u00df \u00a7 361 Absatz 2 Satz 4 AO und \u00a7 69 Absatz 2 Satz 8 FGO gilt nicht (AEAO zu \u00a7 361, Nummer 4.6.1, vierter Absatz).\n<p>Ein Einkommensteuerbescheid, der die Steuer auf 0 \u20ac festsetzt, ist kein vollziehbarer Verwaltungsakt (AEAO zu \u00a7 361, Nummer 2.3.2, erster Beispielsfall) und kann auch nicht im Hinblick auf die Bindungswirkung der Besteuerungsgrundlagen f\u00fcr eine Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags in der Vollziehung ausgesetzt werden, da \u00a7 10d Absatz 4 Satz 4 EStG zwar \u00a7 171 Absatz 10, \u00a7 175 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und \u00a7 351 Absatz 2 AO, nicht aber \u00a7 361 Absatz 3 Satz 1 AO und \u00a7 69 Absatz 2 Satz 4 FGO f\u00fcr entsprechend anwendbar erkl\u00e4rt.<\/li>\n<li>Die Ablehnung der Feststellung eines verbleibenden Verlustvortrags (\u00a7 10d Absatz 4 EStG) ist auf Antrag in der Vollziehung auszusetzen, wenn sie einen Feststellungszeitpunkt nach dem 31. Dezember 2003 betrifft, die Ablehnung der Feststellung mit einem zul\u00e4ssigen Rechtsbehelf angefochten wurde und der Steuerpflichtige die Feststellung zur Ber\u00fccksichtigung von Aufwendungen f\u00fcr seine Berufsausbildung oder f\u00fcr sein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben beantragt hatte. Weitere Voraussetzung f\u00fcr eine Aussetzung der Vollziehung ist, dass im Zeitpunkt der Entscheidung \u00fcber den Vollziehungsaussetzungsantrag erkennbar ist, dass sich eine Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags in den Folgejahren steuerlich auswirken w\u00fcrde. Solange dies nicht der Fall ist, sind Antr\u00e4ge auf Aussetzung der Vollziehung wegen eines fehlenden Rechtsschutzinteresses abzulehnen. Zur Tenorierung einer Bewilligung der Aussetzung der Vollziehung gelten die Ausf\u00fchrungen im dritten Satz der Nummer 5.3 des AEAO zu \u00a7 361 entsprechend.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Vorl\u00e4ufigkeitsvermerk gem\u00e4\u00df Nummer 2 ist im Rahmen der verfahrensrechtlichen M\u00f6glichkeiten s\u00e4mtlichen Einkommensteuerfestsetzungen f\u00fcr Veranlagungszeitr\u00e4ume ab 2001 mit einer Pr\u00fcfung der Steuerfreistellung nach \u00a7 31 EStG sowie den mit derartigen Einkommensteuerfestsetzungen verbundenen Festsetzungen des Solidarit\u00e4tszuschlags und der Kirchensteuer beizuf\u00fcgen. In Rechtsbehelfsverfahren gegen die Festsetzung der Einkommensteuer, des Solidarit\u00e4tszuschlags und der Kirchensteuer f\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2014 gestellten Antr\u00e4gen auf Aussetzung der Vollziehung (\u00a7 361 AO, \u00a7 69 Absatz 2 FGO) ist zu entsprechen, soweit unter Ber\u00fccksichtigung eines um 72 Euro erh\u00f6hten Kinderfreibetrags je Kind die Steuer herabzusetzen w\u00e4re und im \u00dcbrigen die Voraussetzungen des \u00a7 361 AO oder des \u00a7 69 FGO erf\u00fcllt sind. Ein Einkommensteuerbescheid ist hinsichtlich des Kinderfreibetrags kein Grundlagenbescheid f\u00fcr die Festsetzung des Solidarit\u00e4tszuschlags und der Kirchensteuer (BFH-Urteile vom 27. Januar 2011, III R 90\/07, BStBl II S. 543, und vom 15. November 2011, I R 29\/11, BFH\/NV 2012 S. 921); \u00a7 361 Absatz 3 Satz 1 AO und \u00a7 69 Absatz 2 Satz 4 FGO sind daher insoweit nicht anwendbar.<\/p>\n<p>Der Vorl\u00e4ufigkeitsvermerk gem\u00e4\u00df Nummer 3 ist in F\u00e4llen unbeschr\u00e4nkter Steuerpflicht im Rahmen der verfahrensrechtlichen M\u00f6glichkeiten s\u00e4mtlichen Einkommensteuerfestsetzungen beizuf\u00fcgen.<\/p>\n<p><b>II.<\/b><\/p>\n<p>Ferner sind im Rahmen der verfahrensrechtlichen M\u00f6glichkeiten s\u00e4mtliche Festsetzungen des Solidarit\u00e4tszuschlags f\u00fcr die Veranlagungszeitr\u00e4ume ab 2005 hinsichtlich der Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des Solidarit\u00e4tszuschlaggesetzes 1995 vorl\u00e4ufig gem\u00e4\u00df \u00a7 165 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 AO vorzunehmen.<\/p>\n<p><b>Abschnitt B (Aussetzung der Steuerfestsetzung)<\/b><\/p>\n<p>(aufgehoben)&#8220;<\/p>\n<p>Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BMF, Schreiben (koordinierter L\u00e4ndererlass) IV A 3 &#8211; S-0338 \/ 17 \/ 10007 vom 10.01.2019<\/p>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorl\u00e4ufige Steuerfestsetzung im Hinblick auf anh\u00e4ngige Musterverfahren (\u00a7 165 Abs. 1 Satz 2 AO) Die Vorschrift des \u00a7 8c Satz 1 KStG (in der Fassung des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14. 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