{"id":49704,"date":"2019-02-27T18:24:05","date_gmt":"2019-02-27T16:24:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49704"},"modified":"2019-02-27T18:24:05","modified_gmt":"2019-02-27T16:24:05","slug":"steuerfreiheit-einer-ausschuettung-einer-luxemburgischen-sicav-trotz-vorangegangenem-bond-stripping","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerfreiheit-einer-ausschuettung-einer-luxemburgischen-sicav-trotz-vorangegangenem-bond-stripping\/","title":{"rendered":"Steuerfreiheit einer Aussch\u00fcttung einer luxemburgischen SICAV trotz vorangegangenem Bond-Stripping"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Das Finanzgericht D\u00fcsseldorf hat in einem Zwischenurteil vom 17.12.2018 (Az. 2 K 3874\/15 F) zu der steuerlichen Behandlung einer Aussch\u00fcttung einer luxemburgischen Investmentgesellschaft mit variablem Grundkapital (SICAV) an eine deutsche Kapitalgesellschaft nach einem vorangegangenen Bond-Stripping Stellung genommen.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die klagende GmbH &amp; Co. KG war pers\u00f6nlich haftende Gesellschafterin einer deutschen KGaA. Die KGaA war die einzige Anlegerin einer in Luxemburg errichteten SICAV. Alle drei Gesellschaften waren Ende des Jahres 2011 gegr\u00fcndet worden.<\/p>\n<p>Die SICAV erwarb mehrere deutsche Bundesanleihen mit mehrj\u00e4hrigen Laufzeiten. Diese Anleihen teilte sie im Wege des sog. Bond-Strippings in die Anleihem\u00e4ntel und Zinsscheine auf. Den Erl\u00f6s aus der anschlie\u00dfenden Ver\u00e4u\u00dferung der Zinsscheine sch\u00fcttete die SICAV noch im Jahr 2011 an die KGaA aus.<\/p>\n<p>Die Beteiligten stritten dar\u00fcber, ob der Anteil der Kl\u00e4gerin am Beteiligungsertrag der KGaA steuerfrei ist. Die Kl\u00e4gerin berief sich hierzu auf das mit dem Ablauf des 29.09.2013 au\u00dfer Kraft getretene deutsch-luxemburgische Doppelbesteuerungskommen. Das beklagte Finanzamt lehnte eine Steuerfreistellung als sog. Schachteldividende ab.<\/p>\n<p>Dagegen hat sich die Kl\u00e4gerin erfolgreich zur Wehr gesetzt. In seinem Zwischenurteil hat das Finanzgericht entschieden, dass der Gewinnanteil der Kl\u00e4gerin steuerfrei ist. Der Senat bejahte die Voraussetzungen des abkommensrechtlichen Schachtelprivilegs. Die der Aussch\u00fcttung vorangegangene Durchf\u00fchrung des Bond-Strippings sei insofern unsch\u00e4dlich. Die SICAV sei durch die Ver\u00e4u\u00dferung der Zinsscheine erwerbswirtschaftlich t\u00e4tig geworden und habe einen aussch\u00fcttbaren Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn erzielt. Eine vorangegangene Verm\u00f6genssteigerung bei der aussch\u00fcttenden Gesellschaft sei f\u00fcr die Annahme einer Dividende nicht erforderlich. Der Senat sah in dem Vorgang auch keine R\u00fcckzahlung von Nennkapital.<\/p>\n<p>Mit seinem Zwischenurteil hat der Senat \u00fcber entscheidungserhebliche Vorfragen des Klageverfahrens vorab entschieden.<\/p>\n<p>Die Entscheidung ist nicht rechtskr\u00e4ftig; die vom Finanzgericht zugelassene Revision wurde eingelegt und ist unter dem Az. I R 8\/19 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG D\u00fcsseldorf, Pressemitteilung vom 26.02.2019 zum Zwischenurteil 2 K 3874\/15 vom 17.12.2018 (nrkr &#8211; BFH-Az.: I R 8\/19)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Finanzgericht D\u00fcsseldorf hat in einem Zwischenurteil vom 17.12.2018 (Az. 2 K 3874\/15 F) zu der steuerlichen Behandlung einer Aussch\u00fcttung einer luxemburgischen Investmentgesellschaft mit variablem Grundkapital (SICAV) an eine deutsche Kapitalgesellschaft nach einem vorangegangenen Bond-Stripping Stellung genommen. Die klagende GmbH &amp; Co. KG war pers\u00f6nlich haftende Gesellschafterin einer deutschen KGaA. 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