{"id":49716,"date":"2019-03-02T17:19:40","date_gmt":"2019-03-02T15:19:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=49716"},"modified":"2019-03-02T17:19:40","modified_gmt":"2019-03-02T15:19:40","slug":"niessbrauchsrecht-an-einem-land-und-forstwirtschaftlichen-betrieb-ist-kein-erbschaftsteuerlich-beguenstigtes-vermoegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/niessbrauchsrecht-an-einem-land-und-forstwirtschaftlichen-betrieb-ist-kein-erbschaftsteuerlich-beguenstigtes-vermoegen\/","title":{"rendered":"Nie\u00dfbrauchsrecht an einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb ist kein erbschaftsteuerlich beg\u00fcnstigtes Verm\u00f6gen"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>F\u00fcr den Erwerb eines Nie\u00dfbrauchsrechts an einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb k\u00f6nnen die erbschaftsteuerlichen Beg\u00fcnstigungen f\u00fcr Betriebsverm\u00f6gen (Verschonungsabschlag und Freibetrag) nicht in Anspruch genommen werden. Dies hat der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 29. November 2018 (Az. 3 K 3014\/16 Erb) entschieden.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin war Alleinerbin ihres Ehemannes. Zum Nachlass geh\u00f6rte unter anderem ein Nie\u00dfbrauchsrecht an einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb. Diesen Betrieb hatte der Ehemann der Kl\u00e4gerin Jahr vor seinem Tod seinem Sohn \u00fcbertragen und sich dabei an dem Hof und dem dazugeh\u00f6rigen Grundverm\u00f6gen auf Lebensdauer einen unentgeltlichen Nie\u00dfbrauch vorbehalten. Nach dem \u00dcbertragungsvertrag sollte nach dem Ableben des Ehemannes das Nie\u00dfbrauchsrecht der Kl\u00e4gerin auf deren Lebenszeit zustehen. In der Erbschaftsteuererkl\u00e4rung setzte die Kl\u00e4gerin das Nie\u00dfbrauchsrecht als beg\u00fcnstigtes land- und forstwirtschaftliches Verm\u00f6gen an.<\/p>\n<p>Der Beklagte folgte der Auffassung der Kl\u00e4gerin nicht und unterwarf den Erwerb des Nie\u00dfbrauchsrechts an dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb und dem Grundverm\u00f6gen im Erbschaftsteuerbescheid in vollem Umfang der Erbschaftsteuer.<\/p>\n<p>Die hiergegen erhobene Klage wies der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster ab. Auch wenn ein Nie\u00dfbraucher ertragsteuerlich als Mitunternehmer des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs anzusehen sei, bedeute dies nicht, dass das Nie\u00dfbrauchsrecht auch erbschaftsteuerlich beg\u00fcnstigt sei. Da es seit der gesetzlichen Neuregelung der erbschaftsteuerlichen Beg\u00fcnstigungsvorschriften zum 01.01.2009 nur noch auf die bewertungsrechtliche Definition des land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gens ankomme, sei nach bewertungsrechtlichen und nicht nach ertragsteuerlichen Grunds\u00e4tzen zu bestimmen, ob beg\u00fcnstigungsf\u00e4higes land- und forstwirtschaftliches Verm\u00f6gen vorliege. Ein Nie\u00dfbrauchsrecht stelle zivilrechtlich ein Nutzungsrecht dar. Nutzungsrechte geh\u00f6rten nach den einschl\u00e4gigen gesetzlichen Regelungen nicht zum land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gen im bewertungsrechtlichen Sinn.<\/p>\n<p>Der Senat hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG M\u00fcnster, Pressemitteilung vom 01.03.2019 zum Urteil 3 K 3014\/16 vom 29.11.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Erwerb eines Nie\u00dfbrauchsrechts an einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb k\u00f6nnen die erbschaftsteuerlichen Beg\u00fcnstigungen f\u00fcr Betriebsverm\u00f6gen (Verschonungsabschlag und Freibetrag) nicht in Anspruch genommen werden. Dies hat der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 29. November 2018 (Az. 3 K 3014\/16 Erb) entschieden. Die Kl\u00e4gerin war Alleinerbin ihres Ehemannes. 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