{"id":50176,"date":"2019-03-29T10:11:49","date_gmt":"2019-03-29T08:11:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=50176"},"modified":"2020-09-15T11:59:01","modified_gmt":"2020-09-15T09:59:01","slug":"bfh-beschluss-des-grossen-senats-zur-erweiterten-kuerzung-bei-der-gewerbesteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-beschluss-des-grossen-senats-zur-erweiterten-kuerzung-bei-der-gewerbesteuer\/","title":{"rendered":"BFH Beschluss des Gro\u00dfen Senats zur erweiterten K\u00fcrzung bei der Gewerbesteuer"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Unterliegt eine grundst\u00fccksverwaltende Gesellschaft nur kraft ihrer Rechtsform der Gewerbesteuer, kann sie die erweiterte K\u00fcrzung bei der Gewerbesteuer auch dann in Anspruch nehmen, wenn sie an einer rein grundst\u00fccksverwaltenden, nicht gewerblich gepr\u00e4gten Personengesellschaft beteiligt ist. Dies hat der Gro\u00dfe Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) zu \u00a7 9 Nr. 1 Satz 2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) entschieden.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Gewerblich t\u00e4tige Personen- und Kapitalgesellschaften unterliegen der Gewerbesteuer. Soweit sich allerdings solche Gesellschaften auf die Verwaltung ihres eigenen Grundbesitzes beschr\u00e4nken, ist der daraus erwirtschaftete Gewinn durch den Tatbestand der erweiterten K\u00fcrzung in diesem Umfang vollst\u00e4ndig von der Gewerbesteuer ausgenommen.<\/p>\n<p>Kl\u00e4gerin in dem Revisionsverfahren, das zur Vorlage an den Gro\u00dfen Senat f\u00fchrte, war eine gewerblich gepr\u00e4gte GmbH &amp; Co. KG, die an einer rein verm\u00f6gensverwaltenden GbR beteiligt war. Diese GbR war wiederum Eigent\u00fcmerin einer Immobilie. Die Kl\u00e4gerin machte f\u00fcr ihre aus der Beteiligung an der GbR bezogenen anteiligen Mietertr\u00e4ge die erweiterte K\u00fcrzung geltend. Das Finanzamt (FA) lehnte dies ab, weil die Beteiligung an der GbR im Sinne des \u00a7 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG kein eigener Grundbesitz der Kl\u00e4gerin sei, sondern Grundbesitz der GbR. Der vorlegende IV. Senat wollte dieser Auffassung des FA nicht folgen, sah sich an einer entsprechenden Entscheidung aber durch ein Urteil des I. Senats vom 19. Oktober 2010 I R 67\/09 (BFHE 232, 194, BStBl II 2011 S. 367) gehindert. Er rief daher mit Vorlagebeschluss vom 21. Juli 2016 IV R 26\/14, BFHE 254, 371, BStBl II 2017 S. 202 (vgl.\u00a0Pressemitteilung Nr. 68\u00a0vom 26. Oktober 2016) den Gro\u00dfen Senat zur Kl\u00e4rung der Rechtsfrage an. Der IV. Senat war der Ansicht, dass steuerrechtlich das Eigentum einer verm\u00f6gensverwaltenden Personengesellschaft den hinter ihr stehenden Gesellschaftern anteilig zuzurechnen sei. Ein im zivilrechtlichen Eigentum der Personengesellschaft stehendes Grundst\u00fcck sei daher eigener Grundbesitz der Gesellschafter der GbR.<\/p>\n<p>Dem folgte der Gro\u00dfe Senat. Ob eigener Grundbesitz im Sinne der gewerbesteuerrechtlichen K\u00fcrzung vorliegt, richtet sich nach den allgemeinen ertragssteuerrechtlichen Grunds\u00e4tzen. Nach der Systematik und dem Regelungszweck der erweiterten K\u00fcrzung sowie unter Ber\u00fccksichtigung des gewerbesteuerrechtlichen Belastungsgrundes ist unter eigenem Grundbesitz im Sinne des \u00a7 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG der zum Betriebsverm\u00f6gen des Unternehmers geh\u00f6rende Grundbesitz zu verstehen. Auch aus dem historischen Regelungskontext und der Entstehungsgeschichte der Norm sah sich der Gro\u00dfe Senat bei dieser Auslegung, die zugunsten der Steuerpflichtigen wirkt und f\u00fcr den Immobilienbereich von gro\u00dfer Bedeutung ist, best\u00e4tigt.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 16\/19 vom 27.03.2019 zum Beschluss GrS 2\/16 vom 25.09.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unterliegt eine grundst\u00fccksverwaltende Gesellschaft nur kraft ihrer Rechtsform der Gewerbesteuer, kann sie die erweiterte K\u00fcrzung bei der Gewerbesteuer auch dann in Anspruch nehmen, wenn sie an einer rein grundst\u00fccksverwaltenden, nicht gewerblich gepr\u00e4gten Personengesellschaft beteiligt ist. Dies hat der Gro\u00dfe Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) zu \u00a7 9 Nr. 1 Satz 2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) entschieden. 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