{"id":50372,"date":"2019-04-08T19:15:00","date_gmt":"2019-04-08T17:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=50372"},"modified":"2019-04-08T19:15:00","modified_gmt":"2019-04-08T17:15:00","slug":"swapzinsen-fuehren-nach-abloesung-der-immobiliendarlehen-nicht-zu-nachtraeglichen-werbungskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/swapzinsen-fuehren-nach-abloesung-der-immobiliendarlehen-nicht-zu-nachtraeglichen-werbungskosten\/","title":{"rendered":"Swapzinsen f\u00fchren nach Abl\u00f6sung der Immobiliendarlehen nicht zu nachtr\u00e4glichen Werbungskosten"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Aufgrund von Swapvereinbarungen geleistete Zinsausgleichszahlungen sind nicht als nachtr\u00e4gliche Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung anzuerkennen, wenn das Mietobjekt ver\u00e4u\u00dfert und das Immobiliendarlehen abgel\u00f6st wurde. Dies hat der 7. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 20. Februar 2019 (Az. 7 K 1746\/16 F) entschieden.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin, eine Immobilien-GbR, schloss zun\u00e4chst unabh\u00e4ngig von einem konkreten Projekt ein Zinsswapgesch\u00e4ft ab. Hierbei handelt es sich um eine Zinswette, bei der Geldbetr\u00e4ge in Abh\u00e4ngigkeit von einem Referenzzinssatz ausgetauscht werden. Zwei Jahre sp\u00e4ter finanzierte sie ein Bauprojekt mit Darlehen. Hierf\u00fcr wurden Zinss\u00e4tze in Anlehnung an die Zinsswapgesch\u00e4fte vereinbart. Nach Fertigstellung vermietete die Kl\u00e4gerin das Therapiezentrum zun\u00e4chst an eine Betriebsgesellschaft. Sp\u00e4ter ver\u00e4u\u00dferte sie die Immobilie. Aus dem Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s tilgte sie die Darlehen. Die Swapzinsen, die in den beiden auf die Ver\u00e4u\u00dferung folgenden Jahren anfielen, setzte die Kl\u00e4gerin als nachtr\u00e4gliche Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung an. Das Finanzamt versagte den Werbungskostenabzug.<\/p>\n<p>Die hiergegen erhobene Klage wies der 7. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster ab. Zwar entfalle ein einmal begr\u00fcndeter wirtschaftlicher Veranlassungszusammenhang eines Darlehens mit Vermietungseink\u00fcnften nicht allein deshalb, weil die mit den Darlehensmitteln angeschaffte Immobilie ver\u00e4u\u00dfert werde. Nachtr\u00e4gliche Schuldzinsen, die auf ein solches Darlehen entfielen, seien grunds\u00e4tzlich auch nach einer Ver\u00e4u\u00dferung der Immobilie weiter als Werbungskosten zu ber\u00fccksichtigen, wenn und soweit die Verbindlichkeiten durch den Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s nicht getilgt werden k\u00f6nnten. F\u00fcr einen fortbestehenden (wirtschaftlichen) Veranlassungszusammenhang zwischen laufenden Zinsausgleichszahlungen aus einem Swapgesch\u00e4ft und Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung sei aber Voraussetzung, dass eine fortbestehende inhaltliche Verkn\u00fcpfung zwischen Immobilienfinanzierung einerseits und Swapgesch\u00e4ft andererseits vorliege. Daran fehle es im Streitfall. Die Swapvereinbarungen h\u00e4tten keinen Hinweis auf das von der Kl\u00e4gerin geplante Therapiezentrum enthalten. Mit der Abl\u00f6sung der Darlehen sei au\u00dferdem die Voraussetzung weggefallen, die Zinsausgleichszahlungen im Rahmen eines einheitlichen Finanzierungskonzeptes als Werbungskosten zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Der Senat hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0FG M\u00fcnster, Pressemitteilung vom 02.04.2019 zum Urteil 7 K 1746\/16 vom 20.02.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund von Swapvereinbarungen geleistete Zinsausgleichszahlungen sind nicht als nachtr\u00e4gliche Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung anzuerkennen, wenn das Mietobjekt ver\u00e4u\u00dfert und das Immobiliendarlehen abgel\u00f6st wurde. Dies hat der 7. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 20. Februar 2019 (Az. 7 K 1746\/16 F) entschieden. 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