{"id":50522,"date":"2019-04-13T17:16:27","date_gmt":"2019-04-13T15:16:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=50522"},"modified":"2019-04-13T17:16:27","modified_gmt":"2019-04-13T15:16:27","slug":"bfh-keine-anfechtung-der-kapitalertragsteuer-anmeldung-nach-einkommensteuerfestsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-keine-anfechtung-der-kapitalertragsteuer-anmeldung-nach-einkommensteuerfestsetzung\/","title":{"rendered":"BFH: Keine Anfechtung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung nach Einkommensteuerfestsetzung"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Die Anmeldung der Kapitalertragsteuer durch ein Geldinstitut kann von dem Gl\u00e4ubiger der Kapitalertr\u00e4ge nicht mehr im Wege einer Drittanfechtungsklage angefochten werden, wenn die Kapitalertr\u00e4ge aufgrund eines Antrags nach \u00a7 32d Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) bereits in die Steuerfestsetzung mit einbezogen wurden und die abgef\u00fchrte Kapitalertragsteuer auf die Steuerschuld angerechnet wurde. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) in seinem Urteil vom 20. November 2018 VIII R 45\/14 in einem Fall entschieden, in dem der Steuerpflichtige mit einer Drittanfechtungsklage der Kapitalertragsteuer-Anmeldung des Geldinstituts die Erstattung der Abgeltungsteuer erreichen wollte.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Im Streitfall behielt das Geldinstitut aufgrund einer \u201eEntflechtung (Spin-off)&#8220; von Aktien einer amerikanischen Kapitalgesellschaft Kapitalertragsteuer ein. Der Kl\u00e4ger war der Auffassung, dass die Entflechtung der Wertpapiere nicht steuerpflichtig sei und erhob nach dem Erlass des Einkommensteuerbescheids, in den die Kapitalertr\u00e4ge aufgrund eines Antrags nach \u00a7 32d Abs. 4 EStG einbezogen worden waren, eine Drittanfechtungsklage gegen die Kapitalertragsteuer-Anmeldung des Geldinstituts. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage mangels Rechtsschutzbed\u00fcrfnisses als unzul\u00e4ssig verworfen.<\/p>\n<p>Der BFH hat die FG-Entscheidung best\u00e4tigt und die Revision des Kl\u00e4gers zur\u00fcckgewiesen. Zwar war der Kl\u00e4ger als Gl\u00e4ubiger der Kapitalertr\u00e4ge grunds\u00e4tzlich befugt, die Kapitalertragsteuer-Anmeldung des Geldinstituts anzufechten. Jedoch hatte sich diese durch den Erlass des Einkommensteuerbescheids erledigt, da dieser aufgrund des Antrags nach \u00a7 32d Abs. 4 EStG den Regelungsgehalt der Kapitalertragsteuer-Anmeldung aufgenommen hat. Die Klage war danach mangels Rechtsschutzbed\u00fcrfnisses unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich h\u00e4lt der BFH die Beschr\u00e4nkung der Drittanfechtungsklage gegen eine Kapitalertragsteuer-Anmeldung auch verfassungs- und europarechtlich f\u00fcr zul\u00e4ssig. Nicht entschieden hat der BFH \u00fcber die Frage, wie eine Drittanfechtungsklage ohne einen Antrag nach \u00a7 32d Abs. 4 EStG zu beurteilen w\u00e4re und ob aufgrund der ab dem Veranlagungszeitraum 2016 geltenden Bindung des Geldinstituts an die Verwaltungsauffassung nach \u00a7 44 Abs. 1 Satz 3 EStG der Pr\u00fcfungsumfang bei einer Drittanfechtungsklage weiter eingeschr\u00e4nkt wird.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 20\/19 vom 10.04.2019 zum Urteil VIII R 45\/15 vom 20.11.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anmeldung der Kapitalertragsteuer durch ein Geldinstitut kann von dem Gl\u00e4ubiger der Kapitalertr\u00e4ge nicht mehr im Wege einer Drittanfechtungsklage angefochten werden, wenn die Kapitalertr\u00e4ge aufgrund eines Antrags nach \u00a7 32d Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) bereits in die Steuerfestsetzung mit einbezogen wurden und die abgef\u00fchrte Kapitalertragsteuer auf die Steuerschuld angerechnet wurde. 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