{"id":50744,"date":"2019-04-23T14:07:12","date_gmt":"2019-04-23T12:07:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=50744"},"modified":"2019-04-23T14:07:12","modified_gmt":"2019-04-23T12:07:12","slug":"wegen-bulimie-erhoehte-lebensmittelkosten-sind-keine-aussergewoehnlichen-belastungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wegen-bulimie-erhoehte-lebensmittelkosten-sind-keine-aussergewoehnlichen-belastungen\/","title":{"rendered":"Wegen Bulimie erh\u00f6hte Lebensmittelkosten sind keine au\u00dfergew\u00f6hnlichen Belastungen"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Der 12. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 19. Februar 2019 (Az. 12 K 302\/17 E) entschieden, dass durch eine \u201eEss-Brech-Sucht&#8220; (Bulimie) verursachte erh\u00f6hte Lebensmittelkosten nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen abzugsf\u00e4hig sind.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4ger machten f\u00fcr das Streitjahr 2015 krankheitsbedingte Mehraufwendungen f\u00fcr Lebensmittel in H\u00f6he von insgesamt 4.160 Euro (pauschal 80 Euro pro Woche) als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen geltend. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrten sie an, dass die Kl\u00e4gerin mindestens 20 Hei\u00dfhungerattacken pro Woche erleide, bei denen sie jeweils Lebensmittel im gesch\u00e4tzten Wert von mindestens 10 Euro verschlinge und wieder erbreche. Es handele sich hierbei um Krankheitskosten, weil die Befriedigung der Sucht gleichzeitig zu einer Linderung der Symptome f\u00fchre. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an, weil sie nicht der Heilung der Erkrankung dienten.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht M\u00fcnster wies die Klage ab. Bei den erh\u00f6hten Lebensmittelkosten handele sich nicht um au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen, sondern um nichtabzugsf\u00e4hige Kosten der privaten Lebensf\u00fchrung. Verpflegungskosten seien unabh\u00e4ngig von ihrer H\u00f6he der Lebensf\u00fchrung zuzuordnen, da Lebensmittel keine Arzneimittel und damit keine typischen Krankheitskosten darstellten. Die Krankheitskosten dienten weder der Linderung noch der Heilung der Erkrankung, sondern seien vielmehr deren Ausdruck. Da sogar \u00e4rztlich verordnete Di\u00e4tverpflegung nach \u00a7 33 Abs. 2 Satz 3 EStG ausdr\u00fccklich vom Abzug als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen ausgeschlossen sei, m\u00fcsse dies erst recht f\u00fcr nicht \u00e4rztlich verordnete Lebensmittelmehrkosten gelten. Die Aufwendungen seien zudem nicht zwangsl\u00e4ufig, weil sie nicht f\u00fcr therapeutische Ma\u00dfnahmen aufgrund einer \u00e4rztlichen Verordnung angefallen seien.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.04.2019 zum Urteil 12 K 302\/17 vom 19.02.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 12. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 19. Februar 2019 (Az. 12 K 302\/17 E) entschieden, dass durch eine \u201eEss-Brech-Sucht&#8220; (Bulimie) verursachte erh\u00f6hte Lebensmittelkosten nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen abzugsf\u00e4hig sind. Die Kl\u00e4ger machten f\u00fcr das Streitjahr 2015 krankheitsbedingte Mehraufwendungen f\u00fcr Lebensmittel in H\u00f6he von insgesamt 4.160 Euro (pauschal 80 Euro pro Woche) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wegen-bulimie-erhoehte-lebensmittelkosten-sind-keine-aussergewoehnlichen-belastungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wegen Bulimie erh\u00f6hte Lebensmittelkosten sind keine au\u00dfergew\u00f6hnlichen Belastungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50744"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50744"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50744\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}