{"id":51181,"date":"2019-05-11T16:13:16","date_gmt":"2019-05-11T14:13:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=51181"},"modified":"2019-05-11T16:13:16","modified_gmt":"2019-05-11T14:13:16","slug":"zweifel-an-der-umsatzsteuerpflicht-einer-schwimmschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/zweifel-an-der-umsatzsteuerpflicht-einer-schwimmschule\/","title":{"rendered":"Zweifel an der Umsatzsteuerpflicht einer Schwimmschule"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Der Bundesfinanzhof (BFH) zweifelt daran, ob die Ums\u00e4tze, die eine Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (GbR) mit der Veranstaltung von Schwimmkursen ausf\u00fchrt, nach Unionsrecht steuerfrei sind.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin ist eine GbR, die Schwimmkurse f\u00fcr Kinder durchf\u00fchrt. Sie behandelte diese von den Eltern verg\u00fcteten Leistungen als umsatzsteuerfrei. Das Umsatzsteuergesetz sieht keine Steuerbefreiung vor, jedoch behandelte das Finanzgericht (FG) die Ums\u00e4tze nach Art. 132 Abs. 1 Buchst. j der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28. November 2006 \u00fcber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) als steuerfrei.<\/p>\n<p>Mit dem Vorabentscheidungsersuchen will der BFH nun kl\u00e4ren lassen, ob der Begriff des Schul- und Hochschulunterrichts im Sinne des Art. 132 Abs. 1 Buchst. i und j MwStSystRL auch die Erteilung von Schwimmunterricht umfasst. F\u00fcr die Steuerfreiheit auf dieser Grundlage spricht die bisherige Rechtsprechung des BFH. Danach ist Schwimmunterricht steuerfrei, wenn er von Einzelunternehmern erteilt wird. Die Vorlage an den Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) war erforderlich, weil der EuGH in seinem Urteil A&amp;G Fahrschul-Akademie GmbH vom 14. M\u00e4rz 2019 C-449\/17 (EU:C:2019:203) eine einschr\u00e4nkende Auslegung des Unterrichtsbegriffs \u201ein Bezug auf ein breites und vielf\u00e4ltiges Spektrum von Stoffen&#8220; vorgenommen hat. Es wird dann weiter zu kl\u00e4ren sein, ob die f\u00fcr die Annahme einer Steuerfreiheit nach Art. 132 Abs. 1 Buchst. i MwStSystRL notwendige Anerkennung der Kl\u00e4gerin aus dem mit ihren T\u00e4tigkeiten verbundenen Gemeinwohlinteressen ergeben. Denn die F\u00e4higkeit zu schwimmen ist f\u00fcr jeden Menschen durchaus elementar.<\/p>\n<p>Aber selbst dann, wenn die Anerkennung verneint w\u00fcrde, stellt sich die Frage, ob die Kl\u00e4gerin &#8211; obschon keine nat\u00fcrliche Person &#8211; Privatlehrerin (Art. 132 Abs. 1 Buchst. j MwStSystRL) ist. Es d\u00fcrfte sachlich nicht zu rechtfertigen sein, weshalb X und Y, falls sie selbst als Einzelunternehmer Schwimmunterricht erteilen, steuerfreie Leistungen erbringen, w\u00e4hrend die gleichen Leistungen bei einer gemeinsamen Unterrichtst\u00e4tigkeit in der Rechtsform einer Personengesellschaft (hier: GbR) steuerpflichtig sein sollen.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 26\/19 vom 08.05.2019 zum Beschluss V R 32\/18 vom 27.03.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) zweifelt daran, ob die Ums\u00e4tze, die eine Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (GbR) mit der Veranstaltung von Schwimmkursen ausf\u00fchrt, nach Unionsrecht steuerfrei sind. Die Kl\u00e4gerin ist eine GbR, die Schwimmkurse f\u00fcr Kinder durchf\u00fchrt. Sie behandelte diese von den Eltern verg\u00fcteten Leistungen als umsatzsteuerfrei. 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